magdeburg caligari 2017 250 aAm Samstag, den 22. Juli 2017, vertont Dj D'dread Das Cabinet des Dr. Caligari im Rahmen eines Sommernachtskinos in Magdeburg.

Regisseur Robert Wienes berühmter Klassiker des expressionistischen Films wurde am 27. Februar 1920 uraufgeführt. In den Hauptrollen sind Lil Dagover, Conrad Veidt und Werner Krauß zu sehen. Die außergewöhnlichen Filmkulissen wurden von Hermann Warm, Walter Reimann und Walter Röhrig kreiert.

Der Leipziger Musiker Dj D'dread vertont bereits seit neun Jahren Stummfilme mit einem modernen, jungen Sound. Nach der Vorführung ist Party angesagt, bei der neben Dj D'dread auch DJ Jan Goerzt auflegt. mehr 
Foto: Veranstalter

murnau stern berlin 250Von heute bis gestern, von den 2010er Jahren zurück bis in die ersten Kino-Dekaden betrachtet die Reihe "Zurück in die Zukunft – Filmgeschichte im Doppelpack" des Filmmuseum Potsdam internationale Filmgeschichte mit ihren vielfältigen Querverweisen.

Historische Referenzen werden aufgemacht – von inhaltlichen und formalen Analogien und Bezugnahmen über Hommagen, Kontinuitäten, Neuinterpretationen und Remakes zu mehr oder weniger eindeutigen Zitaten. Über Gattungs- und Genregrenzen hinweg wird Filmgeschichte durchleuchtet, um deutlich zu machen, wie wichtig die Cinephilie und die Auseinandersetzung mit Filmgeschichte nicht nur für die Wissenschaft, sondern auch und gerade für (angehende) Filmschaffende sind.

Auf dem Programm stehen am 21. Juli 2017 um 18:00 Uhr Nosferatu - Phantom der Nacht (1978) von Werner Herzog und um 20:00 Uhr  Friedrich Wilhelm Murnaus Stummfilmklassiker Nosferatu - Eine Sinfonie des Grauens (1922), dem Herzog mit seiner Neuverfilmung Reverenz erweist. Murnaus Dracula-Version wird von Susanne Schaak an der Welte-Kinoorgel begleitet. mehr 
Textquelle: Pressestelle Filmmuseum Postdam
Das Bild zeigt den Stern für Friedrich Wilhelm Murnau auf dem Potsdamer Platz in Berlin. Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

filmstreifen 04 250Am Freitag, den 21. Juli 2017, hält um 20:30 Uhr Anke Mebold, Filmrestauratorin am Deutschen Filminstitut, im Filmmuseum Frankfurt den Vortrag "Rot aber tot. Obsolete Farben im Film".

In den ersten drei Jahrzehnten der Filmgeschichte wurden Farbfilme produziert, indem man etwa schwarzweißen Bildaufzeichnungen nachträglich Farbe auftrug: Tausende Einzelbilder der 35mm-Filme wurden durch Hand- und Schablonenkolorierung, Tinting und Toning polychrom. Die Farbenpracht der kolorierten Bilder ermöglichte beeindruckende und magische Momente im Kinodunkel.

In Ergänzung zum Vortrag wird eine Auswahl früher Farbfilme aus dem Filmarchiv des Deutschen Filminstituts gezeigt, die überwiegend in 2016 mit Fördermitteln der Beauftragen der Bundesregierung für Kultur und Medien digitalisiert wurden und die Farbenvielfalt im frühen Kino deutlich macht. Die Vorführung erfolgt mit Live-Musikbegleitung. mehr

Das Filmprogramm:
"An Atlantic Yoyage", Von Hamburg zu den Niagarafällen mit Schnelldampfer Kaiser Wilhelm II (DE 1920er Jahre / GB 1903 / FR ca.1907, 18 Min.)
"Wiederbelebung von Scheintoten" (DE ca. 1921, 11 Min.)
"Das Leben der Pflanze von der Blüte zur Frucht" (DE ca. 1925, 9 Min.)
"Liebe im Tierreich" (DE ca. 1925, 9 Min.)
"Kolko, die Geschichte eines Rübenprotests" (DE 1926, 10 Min.)
Farbfilmversuche: Demo-Film für das Sirius-Farbverfahren (DE ca. 1930, 6 Min.)

Textquelle: Filmmuseum Frankfurt; Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

Der deutsche Filmproduzent und Schauspieler Paul Davidson starb vor neunzig Jahren, am 18. Juli 1927, in Ebenhausen. Er wurde am 30. März 1867 in Lötzen geboren.

Bereits 1906 eröffnete er sein erstes Kino. Ab 1912 produzierte er dann auch Filme, unter anderem mit Ernst Lubitsch, Emil Jannings, Henny Porten, Asta Nielsen und vielen weiteren Stars. Seine Produktionsfirma Projektions-AG Union (PAGU) ging 1917 in der Ufa auf. Dort begleitete er für einige Jahre die Position eines Generaldirektors. Zu seinen Produktionen gehören Klassiker und Erfolgsfilme wie Madame Dubarry (1919), Der Golem, wie er in die Welt kam (1920), Anna Boleyn (1920) und viele mehr.  mehr

lubitsch stern berlin 250Im Rahmen der Reihe Lecture & Film hält Christine Korte am 20. Juli 2017 um 20:15 Uhr im Filmmusem Frankfurt den Vortrag "Genau das, was der Doktor verschrieben hat: Männlichkeit, Veranlagung und Komödie in Ernst Lubitschs Meyer aus Berlin".

Der Vortrag wird in englischer Sprache gehalten. Um ca. 21.15 Uhr ist der Film dann mit Live-Musikbegleitung von Uwe Oberg zu sehen.

In der 1919 erschienener Komödie "Meyer aus Berlin" parodiert Lubitsch die Fantasie des furchtlosen "deutschen" Bergsteigers und verwendet eine höchst theatralische Vorstellung der Natur als Kulisse anti-heroischer Possen und des Gaunertums. In diesem Film ist seine eigene künstlerische Ausbildung, unter der Ägide von Regisseur Max Reinhardt, eine wichtige Quelle der Inspiration für die flüchtige Sinnlichkeit der Natur. Bei genauerer Untersuchung wird deutlich, dass diese skurrile Komödie der Irrungen viel über die Fantasie- und Identitätspolitik der Deutschen in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg verrät. Dr. Freud lässt grüßen! mehr

Christine Korte vollendet derzeit ihre Dissertation an der York University in Toronto. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im politischen Theater der Weimarer Republik sowie der historischen und zeitgenössischen Volksbühne in Berlin.
Textquelle: Presseabteilung von Deutsches Filminstitut - DIF e.V. und Deutsches Filmmuseum
Das Bild zeigt den Stern für Ernst Lubitsch auf dem Potsdamer Platz in Berlin; Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

make more noise suffragetten im film foto foerderverein filmkultur bonn e VOpen Air, bei freiem Eintritt und mit live-musikalischer Begleitung präsentiert der Förderverein Filmkultur Bonn e.V. vom 10. bis 20. August 2017 überwiegend frisch restaurierte und selten aufgeführte Stummfilme aus der ganzen Welt im Arkadenhof der Universität Bonn.

Neben den Vorführungen in dieser einzigartigen Kulisse, in der dieses Jahr 25 Kurz- und Langfilme zu erleben sind, charakterisiert das größte deutsche Stummfestival auch ein Rahmenprogramm mit Filmen und Vorträgen, das im LVR-LandesMuseum Bonn stattfindet und dem Publikum praxisnahe Einblicke in die Filmgeschichte gewährt. Es vermittelt einen lebendigen Eindruck der Arbeit, die Archive und Kinematheken in der ganzen Welt durch die Rekonstruktion und Aufbereitung von Filmmaterial leisten, um filmisches Erbe zu bewahren und zugänglich zu machen.

So widmet Stefan Drößler sich am Sonntag, 13. August 2017, um 15:00 Uhr Paul Wegeners zwischen 1915 und 1921 entstandenen Filmen um den Golem, diese mystische, zum Leben erweckte Lehmfigur aus dem Prager Ghetto. Er berichtet über die erhaltenen und neu gefundenen Materialien aus den drei Filmen sowie über ihre langwierige Rekonstruktion und zeigt Ausschnitte. Der zweite Teil des Nachmittags nimmt die Suffragetten in den Blick: Frauen, die sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts vor allem in England und den USA für ihre Rechte, u.a. die Einführung des Frauenwahlrechts, einsetzten, wurden in der von Männern dominierten Filmbranche verspottet. Eine Sammlung des British Film Institute mit frühen Filmdokumenten und Komödien, die um 17:00 Uhr präsentiert wird, zeigt die Anfänge des bis heute andauernden Kampfes der Suffragetten um Gleichberechtigung.

Der Nachmittag des 20. August 2017 steht im Zeichen des Schriftstellers Franz Kafka, der ab 1908 regelmäßig ins Kino ging. Der Autor und Publizist Hanns Zischler hat in umfassender Recherche alle Referenzen auf Kinobesuche in Kafkas Schriften, Tagebüchern und Briefen untersucht und zahlreiche Filme identifiziert, die das Filmmuseum München in Zusammenarbeit mit einem Dutzend internationaler Archive aufwändig restaurierte. In einer unterhaltsamen Lesung mit Filmausschnitten, Bildern und Dokumenten stellen Zischler und Drößler ihre Arbeit zu Kafka vor. Dieser besuchte zuweilen auch die zu Anfang des 20. Jahrhunderts entstandenen Kaiserpanoramen, in denen bis zu 25 Personen gleichzeitig 3D-Bilderserien sichten konnten. 2015 hat Regisseur Nikolai Vialkowitsch die seinerzeit populären Bilderserien aus dem Ersten Weltkrieg digitalisiert und als Grundlage für einen beeindruckenden 3D-Film verwandt, der um 17 Uhr vorgeführt wird. Für das Rahmenprogramm sind Tageskarten zum Preis von 7€, ermäßigt 5€ erhältlich, die beim Förderverein Filmkultur Bonn e.V. (Telefon 0228/47 85 68) reserviert werden können.

Das gesamte Festivalprogramm finden man unter www.internationale-stummfilmtage.de.

Die 33. Internationalen Stummfilmtage – Bonner Sommerkino werden veranstaltet vom Förderverein Filmkultur Bonn e.V. in Kooperation mit dem Filmmuseum München, der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität​ Bonn, der Bonner Kinemathek und dem LVR-LandesMuseum Bonn, und unterstützt von der Bundesstadt Bonn, der Film- und Medienstiftung NRW und der Bundesbeauftragen für Kultur und Medien (BKM).
Textquelle und Foto: Förderverein Filmkultur Bonn e.V

filmstreifen 08 250Am Freitag, den 14. Juli 2017, hält um 20:30 Uhr Prof. Dr. Ulrich Rüdel im Filmmuseum Frankfurt einen Vortrag über die Virage unter dem Titel "Leuchtendes Schweigen, historische Stummfilmfarben". Ergänzend werden ein Fragment aus Das Rätsel von Bangalor in verschiedenen Farbversionen und der SF-Film Rocketship X-M gezeigt.

So wie das stumme Kino nie stumm war, sondern nur schweigend, so waren auch die Bilder des frühen Kinos selten schwarzweiß. Bei der Farbstoffvirage tauchte man das schwarzweiße Silberkorn-Filmbild in Farbe: So wurden Nächte blau und Feuer tiefrot. Farben, die Filmrestaurator/innen seit den 1980er Jahren haben wiederauferstehen lassen. Das orange viragierte Stummfilmfragment "Das Rätsel von Bangalor" (Deutschland 1918), die einzigen überlieferten bewegten Bilder der Schauspielerin Gilda Langer, wurde 2010 in verschiedenen Methoden restauriert. Ein Vergleich der verschiedenen Versionen bietet Aufschluss über Farbe und Restaurierung im Film. Anschließend ist "Rocketship X-M" von 1950, der eine viragierte Sequenz enthält, zu sehen. mehr

Prof. Dr. Ulrich Rüdel ist Chemiker und Professor für Konservierung und Restaurierung mit dem Schwerpunkt moderne Medien an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin. Er forscht und arbeitet auf den Gebieten Filmrestaurierung, analytische Chemie und Farbwissenschaft.
Textquelle: Filmmuseum Frankfurt am Main, Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

filmstreifen 09 250Der deutsche Kameramann und Regisseur Carl Hoffmann  starb vor 70 Jahren, am 13. Juli 1947, in Minden.

Als Kameramann war er unter anderem an den Stummfilmklassikern Dr. Mabuse, der Spieler (1922), Die Nibelungen (1924), Varieté (1925) und Faust – eine deutsche Volkssage (1926) beteiligt. Wie etwa Karl Freund (Metropolis) zählt Hoffmann zu den bedeutensten Kameramännern des Weimarer Kinos. Sein Sohn Kurt Hoffmann war ebenfalls im Filmgeschäft tätig und einer der erfolgreichsten Regisseure des deutschen Nachkriegskinos. Carl Hoffmann wurde am 09. Juni 1885 in Neisse geboren. mehr 
Foto: Stummfilm Magazin

filmklappe blau 250 orangeDer deutsche Regisseur und Schauspieler Harry Piel wurde vor 125 Jahren, am 12. Juli 1892, als Heinrich Piel in Benrath bei Düsseldorf geboren.

Er gehörte zu den großen Stars des deutschen Stummfilms. Seine Abenteuer- und Kriminalfilme begeisterten mehr als zwei Jahrzehnte Kinogänger aller Altersklassen und waren zumeist Kassenschlager. Das Markenzeichen seiner Streifen waren Actionszenen und waghalsige Stunts, die er selbst ausführte. Mühelos konnte Piel seine Karriere mit Beginn der Tonfilmzeit fortsetzen. Er starb am 27. März 1963 in München. mehr 
Foto: Stummfilm Magazin

murnau stern berlin 250Am 16. Juli 2017 wird im Rahmen des Open Air Kino Mitte in Berlin Friedrich Wilhem Murnaus Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens aus dem Jahr 1922 gezeigt.

In den Haupstrollen sind Max Schreck, Gustav von Wangenheim und Greta Schröder zu sehen. Der stilsitisch einflussreiche Film ist ein Meisterwerk des Weimarer Kinos. Beim Open Air Kino Mitte wird "Nosferatu" von Hans Brandner live begleitet. Der Musiker greift dabei auf die originale Filmmusik von Hans Erdmann zurück. mehr
Das Bild zeigt den Stern für Friedrich Wilhelm Murnau auf dem Potsdamer Platz in Berlin. Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

filmstreifen 06 250Technische Entwicklungen haben seit jeher experimentierfreudige Kreative inspiriert, neue künstlerische Ausdrucksformen und Inhalte zu entwickeln.

Was die heute bekanntesten japanischen Holzschnitt-Künstler Hokusai und Hiroshige für den Betrachter ihrer ausgeklügelten Kompositionen im frühen 19. Jahrhundert bereits bildsprengend – sowohl in ihren Ukiyo-e (Bilder der heiteren, fließenden Welt), als auch in ihren Skizzenbüchern, den Manga (wildgewordener Pinsel) – angelegt hatten, verlangte schon oftmals nach Leben, nach Bewegung. Die technischen Möglichkeiten dazu waren um 1900 gegeben und weckten ehrgeizigen Erfindergeist. In der Wirkungsepoche eines George Méliès (Frankreich) und Windsor McCays (Amerika) hauchten auch japanische Künstler dem zweidimensionalen gezeichneten Bild über das junge Medium Film Leben ein.

Durch die wirtschaftliche und kulturelle Öffnung des Landes waren in Japan bereits ab 1912 französische, US-amerikanische und britische Kurztrickfilme gezeigt worden. Die japanischen Filmgesellschaften reagierten darauf mit Eigenproduktionen. 2008 wurde in Japan ein Film aus dieser Schaffensphase wiederentdeckt, der als der älteste existierende japanische Animationsfilm, und damit als der älteste Anime, definiert wird. Er ist Ausgangspunkt für das derzeit zu begehende Jubiläumsjahr.

Nur wenige Frühwerke haben die Zeiten überdauert. Grund hierfür war etwa das große Kantō-Erdbeben im Jahr 1923, dem nicht nur viele Menschen zum Opfer fielen, sondern es zerstörte auch Kulturschätze, die damit für die Nachwelt unwiederbringlich verloren gegangen sind. Die Katastrophe überstanden hat die oben erwähnte Wiederentdeckung, der Film Namakura Gatana ("The Famous Sword", YouTube). Er orientiert sich dramaturgisch offensichtlich an Slapstick-Elementen westlicher Couleur. Bemerkenswert ist die stilistische Experimentierfreude, die dieses frühe Werk bereits ausstrahlt. Es spielt in einem historisch und kulturell eigenständigen, japanischen Setting und verknüpft auf harmonische Weise klassische Zeichentrick-Animation mit Silhouetten-Animation. Das Werk ist ein würdiger Anlass in 2017 "100 Jahre Anime" zu feiern.

Zum Weiterlesen: Einen guten Überblick über das Thema bieten zum Beispiel zwei Wikipedia-Artikel, mehr und mehr 
Text: Allan Kolb; Foto: Stummfilm Magazin

das fidele gefaengnis filmmuseum frankfurtBislang kannte man Ernst Lubitschs Stummfilmkomödie Das fidele Gefängnis (Deutschland 1917) nur in Schwarzweiß. Kinobesucher haben nun, zum 100-jährigen Jubiläum des Films, erstmals die Möglichkeit, eine farbrestaurierten Version zu erleben.

Im Rahmen der Reihe "Lecture & Film" wird am Samstag, den 08. Juli 2017, um 18:00 Uhr unter dem Titel "100 Jahre Lubitschs Fideles Gefängnis" die neue Farbfassung als Welturaufführung im Kino des Filmmuseum Frankfurt/Main gezeigt. Als Vorfilm ist das Tonbild "Die Feldermaus" von Alfred Duskes aus dem Jahr 1909 zu sehen.

Bis Mitte der 1920er Jahre war die Praxis der szenenweisen Einfärbung von Nitropositivkopien mittels Tinting (Virage) und Toning allgemein akzeptierter Standard. Stummfilme dieser Zeit waren meist mehrfarbig. Ein Nitro-Positiv von Lubitschs "Das fidele Gefängis" mit gut erhaltenen, zeitgenössischen Viragen ist in den Beständen des Deutschen Filminstituts erhalten - allerdings nur als Fragment. Vollständig existiert der Film lediglich auf einer Schwarzweiß-Umkopierung auf Azetat-Trägermaterial. Ziel der vorliegenden Restaurierung war die Rekonstruktion der ursprünglich vollständig viragierten Fassung des Films anhand des Farbschemas des Nitropositivs. Die Digitalisierung beider Kopien in einer Auflösung von 2K erfolgte im EU-geförderten Projekts EFG 1914.

Zum Inhalt von "Das fidele Gefängsnis": Wo ist Alex? Vergeblich sucht Alice von Reizenstein ihren Gatten, bis sie ihn schließlich sturzbetrunken unter seinem Schreibtisch entdeckt. Kurz darauf überbringt der Postbote den Eheleuten eine gute und eine schlechte Nachricht. Die Gute: Fürst Zsbrschowsky lädt zum Maskenball. Die Schlechte: Alex soll wegen nächtlicher Ruhestörung ins Gefängnis. Alice ist außer sich, doch mit ein paar Geldscheinen für einen neuen Hut stimmt Alex sie wieder versöhnlich. Es entspinnt sich ein Spiel voll aberwitziger Verwechslungen und Verwicklungen. mehr
Textquelle und Foto: Filmmuseum Frankfurt/Main

murnau stern berlin 250Der Stummfilm Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens von 1922 ist eine der Ikonen des internationalen Films. Die Entstehungsgeschichte der fantastischen Bilderwelten im Film durch den Künstler Albin Grau präsentiert Prof. Dr. Stefan Strauss (Köln) im Metzlerschen Badetempel in Offenbach am Main am Dienstag, 11. Juli 2017, um 19 Uhr in der städtischen Reihe „Ariadnes Fäden“.

Während der Regisseur Friedrich Wilhelm Murnau weltbekannt ist, blieb der Schöpfer von faszinierender Filmarchitektur, Kostümen und Grafik im Schatten. Albin Grau war nicht nur einer der außergewöhnlichen Künstler der 1920er Jahre, für die Verwirklichung seiner Vision „Nosferatu“ gründete er sogar ein eigenes Unternehmen und war nicht zuletzt selbst in der „magischen“ Szene der Zeit aktiv.

Stefan Strauß hat in fünfjähriger Forschungszeit eine der prägnanten Figuren der Stummfilmzeit rekonstruiert. Er studierte Film- und Fernsehwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften und Kunstgeschichte an der Ruhr-Universität Bochum (M.A. 2008) und promovierte dort 2011 in Medienwissenschaften zum Dr. phil. Seit dem Jahr 2000 führt er von ihm gegründete Unternehmen, insbesondere die Straussmedia GmbH in Köln. Seit 2006 ist Stefan Strauß als Hochschuldozent u. a. an der Ruhr-Universität Bochum (2006) und der FHM Fachhochschule des Mittelstands (2007 – 2012) tätig. An der FOM Hochschule lehrt er seit 2009 Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Medienwirtschaft.

Karten gibt es ausschließlich im OF infocenter: Salzgässchen 1; Telefon 069 840004-170.
Quelle: Pressestelle der Stadt Offenbach am Main. Das Bild zeigt den Stern für Friedrich Wilhelm Murnau auf dem Potsdamer Platz in Berlin; Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

Am 30. Juni 2017 hat der Deutsche Bundestag fraktionsübergreifend und mit deutlicher Mehrheit beschlossen, die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare zu öffnen.

Vor 98 Jahren hätten es sich der österreichische Regisseur Richard Oswald und sein Berater, der deutsche Arzt und Sexualwissenschaftler Magnus Hirschfeld, bei der gemeinsamen Produktion des Aufklärungsfilms Anders als die Andern (Deutschland 1919) nicht mal im Traum einfallen lassen, dass Schwule und Lesben einmal gleichberechtigt mit heterosexuellen Menschen Einlass in die Standesämter bekommen könnten. Ein drängenderes, oft existenzbedrohendes Problem stand zu jener Zeit im Vordergrund: die rechtliche Kriminalisierung von Homosexuellen aufgrund des Paragrafen 175.

"Anders als die Andern", das weltweit erste Kinowerk gegen die Diskriminierung von Schwulen, erzählt von einem Erpressungdelikt im Zusammenhang mit dem § 175. In Hauptrollen sind unter anderem Conrad Veidt, Fritz Schulz und Reinhold Schünzel zu sehen, in einer Nebenrolle die legendäre Anita Berber. Magnus Hirschfeld persönlich mimte einen Experten und forderte die Abschaffung des Paragrafen. Die Veröffentlichung des umstrittenen, in den Medien kontrovers diskutierten Stummfilms war der Auslöser, die erst 18 Monate zuvor abgeschaffte Filmzensur in der Weimarer Republik wieder einzuführen. Von der filmhistorisch bedeutenden Produktion ist nur noch ein Fragment erhalten.

Der im Film thematisierte § 175 wurde erst im Juni 1994, knapp 80 Jahre nach der Veröffentlichung von "Anders als die Andern" abgeschafft. Knapp 25 Jahre später ist mit der Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben nun auch eine der wirkungsmächtigsten rechtlichen Diskriminierungen von gleichgeschlechtlich Liebenden gefallen.

Der Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD) erklärte umgehend nach der Beschlussfassung von "Ehe für Alle": "Das ist ein historischer Tag! Nicht nur für Lesben und Schwule, sondern auch für eine gerechtere und demokratischere Gesellschaft. Ob man in Deutschland heiraten darf oder nicht entscheidet, zukünftig nicht mehr das Geschlecht, sondern Liebe, Zusammenhalt und das Versprechen, in guten wie in schlechten Zeiten füreinander da zu sein." Dieser Einschätzung hätte Magnus Hirschfeld, der 1935 nach seiner Flucht aus Nazideutschland im Exil in Frankreich starb, bestimmt mit großer Begeisterung beigepflichtet.
Frank Hoyer, Redaktion Stummfilm Magazin

Literaturtipp: „Anders als die Andern. Ein Film und seine Geschichte" von James Steakley, Männerschwarm-Verlag, Hamburg 2007
DVD-Tipp: Bei Edition Filmmuseum wurde eine Rekonstruktion von "Anders als die Andern" mit zahlreichen ergänzenden Materialien auf DVD veröffentlicht.

filmstreifen 08 250Der Lichtspielplatz-Podcast hat sich mit Dr. Nikolaus Wostry, Geschäftsführer des Filmarchiv Wien, über die Restaurierung des österreichischen Stummfilms Die Stadt ohne Juden (1924) unterhalten.

Durch einen zufälligen Fund auf einem Pariser Flohmarkt kamen verloren geglaubte Passagen des ös­terreichischen Meisterwerks in den Bestand des Filmarchiv Austria. Der Film wurde nach einer Romanvorlage des jüdischen Schriftstellers und Journalisten Hugo Bettauer in Wien gedreht und zeigt mit unheimlicher Voraussicht die kulturelle und wirtschaftliche Verarmung einer Stadt nach der Vertreibung der jüdischen Bevölkerung. Es ist der weltweit erste Film, der wie eine Vorahnung die Vertrei­bung der Juden, die nur wenige Jahre später Realität wurde, sowie die damit verbundenen politischen und ge­sellschaftlichen Konsequenzen darstellt. Mit den neu aufgefundenen Passagen kann der Film nun erstmals seit vielen Jahrzehnten in voller Länge wiederhergestellt werden.

Im Gespräch mit Dr. Wostry geht es zudem um einen allgemeinen Einblick in die Filmrestaurierung und den Erhalt des Filmerbes. Lichtspielplatz-Podcast anhören
Mit Textmaterial des Filmarchiv Austria; Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

Virtuelle Ausstellung

filzinger foto dif

Die Online-Ausstellung "Das Kino des Ersten Weltkriegs: Einsichten in eine transnationale Mediengeschichte" zeigt mit historischem Film- und Fotomaterial, wie Filmausschnitte, Fotografien und Plakate, ein umfassendes Bild der Filmgeschichte des Ersten Weltkriegs zeichneten. mehr

Regensburg 2017

Vom 10. bis 19. August 2017 findet im Klosterhof des Historischen Museums die 35. Regensburger Stummfilmwoche statt. mehr

Bonn 2017

die kleine veronika foto foerderverein filmkultur bonn eV

Vom 10. bis 20. August 2017 finden die 33. Internationalen Stummfilmtage im Arkadenhof der Bonner Universität statt. mehr

Ausstellung in Wien zur Frühgeschichte des Kinos

archiv der schaulust filmarchiv wien 250 2

In der aktuellen Schau "Archiv der Schaulust" präsentiert das Filmarchiv Austria erstmals seine einzigartige Sammlung zur Geschichte des Kinos in der Donaumonarchie. Die Ausstellung läuft bis zum 31. Juli 2017. mehr

Pordenone 2017

Das international bedeutendste Stummfilmfestival "Le Giornate del Cinema Muto" wird jedes Jahr in Pordenone/Italien veranstaltet. Es findet in 2017 vom 30. September bis 07. Oktober statt. mehr ...

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