history 2 2020 cover 250 Der expressionistische Horrorfilm "Das Cabinet des Dr. Caligari" hatte im Februar 1920 im Berliner Kino "Marmorhaus" seine Uraufführung – vor hundert Jahren.

Für die Schauspieler*innen Conrad Veidt, Lil Dagover und Werner Krauß war der Film ein Karriere-Katalysator. Für den jungen, aufstrebenden Schauspieler Hans Heinrich von Twardowski, der in einer prominenten Nebenrolle mit von der Partie war, erfüllte sich nicht der Traum von der großen Leinwandkarriere. Stummfilm Magazin-Herausgeber Frank Hoyer würdigt den fast vergessenen Schauspieler.

Tipp: Viele weiter Infos zu "Das Cabinet des Dr. Caligari", der als ein Schlüsselwerk des deutschen Films gilt und zu den bedeutendsten Kinowerken der Filmgeschichte gehört, findet man hier.
Bild: Stummfilm Magazin

cinefest logo 250Im Nachgang zum diesjährigen cinefest, das am 22. November 2020 seine Pforten schloss, gibt es die Möglichkeit, einige der Festivalfilme, die Eröffnung und die Filmeinführungen zeitlich begrenzt online anzuschauen.

Abrufbar ist unter anderem der letzte niederländische Stummfilm, das Sozialdrama "Zeemansvrouwen" von 1929/30. Als Tonfilm geplant, kam er aufgrund von technischen Schwierigkeiten als Stummfilm in die damaligen Kinos. Online ist nun eine Simulation der Tonfilmfassung.

Alle Filme des Festivals, das komplett online durchgeführt wurde und unter dem Thema "Kino, Krieg und Tulpen. Deutsch-Niederländische Filmbeziehungen" stand, werden im reichbebilderten Festivalkatalog vorgestellt (erhältlich über die cinefest-Website). Im Herbst 2021 erscheint dann bei der edition text+kritik das Buch zum Filmhistorischen Kongress, der parallel zum Cinefest stattfand und das Festivalthema aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtete. mehr
Bild: cinefest

filmspule bunt 250 1Der Regisseur, Produzent und Schauspieler Friedrich Zelnik starb am 29. November 1950 in London.

Sein heute wohl bekanntestes Regiewerk aus Stummfilmtagen ist die Verfilmung von Gerhart Hauptmanns gleichnamigen Theaterstück Die Weber (D1927) mit Paul Wegener, Theodor Loos und Wilhelm Dieterle. 1933 emigrierte Friedrich Zelnik mit seiner Frau, der Schauspielerin Lya Mara, aus Nazideutschland und war ab dann vor allem in den Niederlanden und England tätig. Er wurde am 17. Mai 1885 in Czernowitz (Ukraine) geboren. mehr
Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

filmstreifen 08 250Die österreichische Schauspielerin Liane Haid starb am 28. November 2000 in Wabern bei Bern. Sie wurde am 16. August 1895 in Wien geboren.

Ihre Filmkarriere startete 1915 unter dem Regiseur Jakob Fleck. Richard Oswald besetzte sie 1921 für die Titelrolle in "Lady Hamilton" an der Seite von Conrad Veidt, Werner Kraus und Reinhold Schünzel; der Film machte sie zum Star. 1923 brillierte sie in "Schlagende Wetter" von Karl Grune. In der Tonfilmzeit konnte sie ihre Karriere fortsetzen. Mit dem Filmband in Gold wurde sie 1969 geehrt. mehr
Bild: Stummfilm Magazin

filmstreifen 02 250Die österreichische Stummfilmschauspielerin Mia May starb am 28. November 1980 in Hollywood. Sie wurde am 02. Juni 1884 unter dem Namen Hermine Pfleger in Wien geboren.

Unter der Regie und in Filmproduktionen ihres Mannes Joe May wurde sie zur populären Filmdiva aufgebaut. Sie spielte die Hauptrollen in aufwändigen Unterhaltungsfilme wie dem achtteiligen Serial Die Herrin der Welt (D 1919) und dem Zweiteiler Das indische Grabmal (D 1921). 1933 emigrierte sie mit ihrem Mann in die USA. mehr

filmklappe blau 250 bunt ohne soundAm 27. November 1920 wurde in New York City der Mantel-und-Degen-Film "The Mark of Zorro" uraufgeführt.

Die erste Produktion des Filmstudios "United Artists" war ein großer Erfolg an den Kinokassen und machte den Schauspieler Douglas Fairbanks sen. zum Hollywoodstar. An seiner Seite sind Noah Beery, Charles Hill Mailes und Marguerite De La Motte zu sehen. Der Film entstand nach dem Fortsetzungsroman "The Curse of Capistrano" von Johnston McCulley. Regie führte Fred Niblo. mehr
Bild: Stummfilm Magazin

computer maus 250 11Der Verein "Köln im Film" hat seine Internetseite runderneuert und bietet in modernem Design einen umfassenden Überblick über die Filmgeschichte der Domstadt.

Neben Informationen zu Filmen, Filmschaffenden und Kinos gibt es in einer Mediathek viele Filmperlen zu entdecken, darunter auch bewegte Bilder von Köln aus der Frühzeit des Films. So kann man "Am Kölner Dom nach dem Hauptgottesdienst" verweilen sowie den "Feierabend in einer Kölner Fabrik" und die "Ankunft eines Eisenbahnzuges" anschauen.

Köln im Film e.V. gibt es seit 2013. Der Verein widmet sich der Erforschung und Präsentation der Kölner Kino- und Filmgeschichte und hat in den letzten Jahren immer wieder Film(ausschnitt)e entdeckt und zugänglich gemacht, die die Geschichte der Stadt weiter erhellen. mehr
Foto: Stummfilm Magazin

filmstreifen bunt 10 250Rudolf Klein-Rogge, geboren als Friedrich Rudolf Klein-Rogge am 24. November 1885 in Köln und gestorben am 29. Mai 1955 im österreichischen Wetzelsdorf, war ein deutscher Schauspieler.

Legendär ist Klein-Rogges Darstellung als Wisschenschaftler Rotwang in Metropolis (D 1927), wie er einen künstlichen Menschen erschafft. Auch als Dr. Mabuse kam er, ebenfalls unter der Regie von Fritz Lang, zum Einsatz. Klein-Rogge war unter anderem mit der Drehbuchautorin Thea von Harbou verheiratet. mehr
Foto: Stummfilm Magazin

filmstreifen bunt 10 250Der deutsche Schauspieler und Schriftsteller Walter Rilla starb am 21. November 1980 in Rosenheim.

In der Stummfilmzeit war er unter anderem in Friedrich Wilhelm Murnaus Die Finanzen des Großherzogs, Paul Czinners Der Geiger von Florenz und Robert Lands Prinzession Olala zu sehen. Zu seinen Filmpartner*innen gehörten Marlene Dietrich, Hans Albers, Elisabeth Bergner, Conrad Veidt und Harry Liedtke.

Nach seiner Emigration aus Nazi-Deutschland konnte er sich auch in England als Darsteller etablieren. Ab den 1950er-Jahren war er erneut in Deutschland aktiv und etwa in "Edgar Wallace"- und "Dr. Mabuse"-Filmen zu sehen. 1966 wurde Rilla mit dem Filmband in Gold ausgezeichnet. Er wurde am 22. August 1894 in Neunkirchen/Saar geboren. mehr
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: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

filmstreifen 08 250 buntVom 26. bis 29. November 2020 ist auf dem Vimeo-Channel des Filmmuseums München Geschlecht in Fesseln (D 1928) zu sehen.

Der Sitten- und Aufklärungsfilm hat als Untertitel "Sexualnot der Gefangenen", der programmatisch für die seinerzeit pikante Handlung steht. Wilhelm Dieterle, der sich nach seiner Übersiedlung in die USA William Dieterle nannte und dort einer der profiliertesten Hollywood-Regisseure seiner Zeit wurde, führte nicht nur die Regie bei "Geschlecht in Fesseln", sondern war auch einer der Hauptdarsteller. Neben ihm sind Gunnar Tolnæs, Mary Johnson, Paul Henckels und Hans Heinrich von Twardowski auf der Leinwand bzw. dem Bildschirm zu sehen.

Die Restaurierung des Filmmuseums München wird mit einer eingespielten Musik von Joachim Bärenz präsentiert. Hier geht es zum Vimeo-Channel: https://vimeo.com/filmmuseummuenchen
Bild: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

filmspule bunt 250 1Aktuelle und interessante Veröffentlichungen rund um das Thema "Früher Film" gibt es im Netz zu entdecken. Hier eine frische Auswahl. Viel Spaß beim Lesen!

♦ Der Berliner Kurier stellt in der Reihe "100 Jahre Weltstadt Berlin" fünf Frauen vor, "die Berlin bewegten". Darunter ist auch die Schauspielerin Brigitte Helm, die als "Maschinenweib" in Fritz Langs "Metropolis" (D 1927) zur Filmikone wurde. mehr

♦ Einen Rückblick auf die Online-Livebegleitung von "Panzerkreuzer Potemkin" am 09.11.2020 durch Stephan Graf von Bothmer findet man hier.

♦ Über "Berlins fast vergessene Filmstadt", die "Johannisthaler Filmanstalten", berichtet das neue deutschland. Foto: Stummfilm Magazin

filmstreifen 08 250 buntAm 16. November 2020 wird auf Arte The Broken Butterfly (USA 1919) gezeigt.

Der französische Regisseur Maurice Tourneur drehte das Drama mit Lew Cody, Mary Alden und Pauline Starke in den Hauptrollen. Das Drehbuch basiert auf dem Roman "Marcène" von Penelope Knapp. Der Film ist vom 16. November bis 15. Dezember 2020 auch in der Mediathek von Arte abrufbar. mehr
Bild: Stummfilm Magazin

filmspuele lila 250Am 16. November 1925 wurde Ewald André Dupons "Varieté" in Berlin im UFA Palast am Zoo uraufgeführt.

In dem seinerzeit an den Kinokassen ausgesprochen erfolgreichen Eifersuchtsdrama sind Emil Jannings, Maly Delschaft, Lya de Putti und Kurt Gerron zu sehen. An der "entfesselten Kamera" waren die Kameramänner Karl Freund und Carl Hoffmann. Eine von der Murnau-Stiftung aufwändig rekonstruierte und restaurierte Fassung von Varieté, die auch auf Blu-ray erhaltlich ist, wurde während der Berlinale 2015 erstmals gezeigt. mehr
Foto: Stummfilm Magazin

filmrestaurierung 250 03Der Ehrenpreis des Kinematheksverbundes für die Verdienste um die Filmkultur und das Filmerbe, der im Rahmen des Festivals "Restored 2020" verliehen wurde, geht an die Filmrestauratorin Anke Wilkening.

Sie war von 2002 bis 2019 bei der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung in Wiesbaden tätig. Ihre Forschungen zur Überlieferung von Originalnegativen und Vintage-Prints haben die Tür zu qualitativ neuen Restaurierungen klassischer deutscher Filme weit aufgestoßen. Filme wie "Metropolis", "Spione" und "Der müde Tod" von Fritz Lang, "Der Golem, wie er in die Welt kam" von Paul Wegener oder Robert Wienes "Das Cabinet des Dr. Caligari" wurden durch Wilkenings Arbeit in einer Bildqualität wieder erlebbar, die man zuvor nicht für möglich gehalten hätte.

Der Ehrenpreis gilt dem in der Arbeitsweise von Anke Wilkening für alle sichtbar werdenden idealen Verbund von philologischer Genauigkeit, detektivischem Spürsinn beim Auffinden von Originalmaterial und technischem wie ästhetischem Verständnis für die Werke, denen sie sich widmet. mehr
Textquelle: Deutsche Kinemathek; Foto: Stummfilm Magazin

geige farbig 250Der Komponist Edmund Meisel starb am 14. November 1930 im Alter von 36 Jahren in Berlin. Er wurde am 14. August 1894 in Wien geboren.

Mit seiner Komposition zu Sergei Eisensteins "Panzerkreuzer Potemkin" (UdSSR 1925), die anlässlich der deutschen Premiere des Filmes im Jahr 1926 entstand, schuf er eine der bedeutensten und vielbeachtesten Stummfilmmusiken.

Zudem schrieb er musikalische Werke zu "Überflüssige Menschen" (D 1926, Regie: Alexander Rasumny), "Der heilige Berg" (D 1926, Regie: Arnold Fanck), "Berlin – Die Sinfonie der Großstadt" (D 1927, Regie: Walther Ruttmann), "Oktober" (UdSSR 1928, Regie: Sergei Eisenstein") und "Der blaue Express" (D 1929, Regie: Ilja Trauberg). mehr
Foto: Stummfilm Magazin

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Neuerscheinung

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Der österreichische Stummfilm "Beethoven" (1927) ist nun auf Blu-ray und DVD erschienen. mehr