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braunschweig filmfestival 2021 250Mit der Uraufführung der für großes Orchester rekonstruierten Originalmusik zu "Der Golem, wie er in die Welt kam" startet das Braunschweig International Film Festival (BIFF) am 01. November 2021.

Der große, einflussreiche Klassiker des Weimarer Kinos, der am 29. Oktober 1920 in Berlin seine Premiere hatte, konnte annähernd hundert Jahre lang nicht mit seiner Originalmusik aufgeführt werden. Die Partitur von Dr. Hans Landsberger galt als verschollen, der jüdische Komponist, der 1941 in einem Internierungslager starb, geriet in Vergessenheit.

2018 entdeckte der Stummfilmmusiker Richard Siedhoff (Foto) die Komposition  wieder – jedoch nur die Klavierdirektion mit einigen Stimmenfragmenten. Er rekonstruierte die fehlenden Teile und schuf eine Version für großes Orchester, die nun erstmals in Braunschweig live erklingen wird. Für seine herausragende Arbeit wurde Siedhoff 2020 mit dem Deutschen Stummfilmpreis ausgezeichnet.

richard siedhoff 2 250"Landsberger steht ganz in der Tonsprache seiner Zeit. Die Musik ist durchweg spätromantisch, jedoch an vielen Stellen sehr eigenwillig in der Harmonik und den Effekten. Sie bewegt sich auf ausgesprochen hohem musikalischen Niveau und streift dabei gerne hin und wieder die Moderne. Es gibt Passagen, die erinnern stark an Wagner, dann an Brahms, dann kommt eine parodistische Gavotte und überschwängliche Liebesszenen. Die Golem-Figur selbst wird martialisch begleitet, mit stampfenden Tritonus und Wechselbass. Also eindeutig etwas für die Pauke, um das Stampfen des Koloss zu untermalen", so Siedhoff über die Musik.

Bei der "Golem"-Premiere im Großen Haus des Staatstheaters Braunschweig wird das Staatsorchester Braunschweig unter Leitung des renommierten Stummfilm-Dirigenten Burkhard Götze spielen. Gezeigt wird eine vom Filmmuseum München aufwändig erstellte Rekonstruktion des Film, die in weiten Teilen auf einem Originalkameranegativ beruht, das in der Cinematek – Royal Belgian Film Archive verwahrt wird.

Das BIFF zeigt vom 01. bis 07. November eine facettenreiche Auswahl an Kurz- sowie Langfilmen und wird erstmals in seiner Geschichte mit einem hybriden Veranstaltungskonzept durchgeführt. mehr
Bilder: BIFF (Logo), privat (Richard Siedhoff)

kuespert kollegen 250 1Am Freitag, den 12. November 2021, ist im Rahmen des 4. Classical & Beyond Festivals in Ottobrunn ein "Laurel & Hardy"-Kurzfilmprogramm mit Livemusik von Küspert & Kollegen zu erleben.

Das Jazz-Ensemble Küspert & Kollegen mit dem Echo-Preisträger Bastian Jütte am Schlagzeug, dem Kontrabassist Andreas Kurz, dem Saxophonist und Klarinettist Till Martin (Preis der deutschen Schallplattenkritik, Bayerischer Kunstförderpreis) und Komponist und Leiter Werner Küspert an der Gitarre spielen zu Comedyklassikern wie "From Soup To Nuts" und "Liberty" mit extra für das Programm komponierter Musik. mehr
Fotonachweis: Küspert & Kollegen

filmrestaurierung 250 04Mit einer Sonderausstellung vom 27. Oktober 2021 bis 02. Mai 2022 würdigt die Deutsche Kinemathek das komplexe Handwerk der Filmrestaurierung und beleuchtet die Bemühungen zur Bewahrung des kollektiven Bildgedächtnisses.

Raumgreifende Projektionen vor Werkstattkulissen und interaktive Installationen mit Lupe und Leuchttisch laden die Besucher*innen dazu ein, sich in die investigative Welt der Restaurierungsarbeit zu begeben.

Die Ausstellung eröffnet mit der Projektion fast völlig zerstörter Bilder aus dem Stummfilm "Das alte Gesetz" von E. A. Dupont aus dem Jahr 1923. Er erzählt die Geschichte eines jungen jüdischen Mannes, der mit seiner strenggläubigen Familie bricht, um Schauspieler zu werden – und ist ein wichtiges Dokument jüdischen Lebens zwischen Tradition und Assimilation. Der Bereich "Überlieferung" dokumentiert anschließend die durch Vernachlässigung oder Verlust entstandenen Lücken in den Archiven und zeigt, wie aufwendig Restaurator*innen weltweit recherchieren müssen, um noch vorhandenes Filmmaterial aufzufinden. Als prominentestes Beispiel dient hier Fritz Langs Stummfilmklassiker "Metropolis".

tv geraet 250In der Nacht von 25. auf 26. Oktober 2021 ist um 00:05 Uhr auf ARTE "Hoffmanns Erzählungen" (A 1923) von Max Neufeld zu sehen. Vom vom 24. Oktober 2021 bis 23. November 2021 ist der Klassiker auch in der ARTE-Mediathek abrufbar.

„Hoffmanns Erzählungen“ ist eine Adaption der gleichnamigen Oper von Jacques Offenbach. Basierend auf Erzählungen E.T.A. Hoffmanns verschmelzen biographische und fantastische Episoden zu einer traumhaften, schaurigen Abenteuerreise, die Hoffmann seinen Kumpanen an einem Abend im Wirtshaus erzählt. Der Film hat sich einzig in der französischen Exportversion erhalten. Dank einer neu aufgetauchten Nitro-Kopie konnte der Film, der bislang nur in einer stark beschädigten Filmkopie zu sehen war, umfassend digital mit den historischen Viragen restauriert werden.

geige farbig 250Das vom Deutschen Musikrat getragene Bundesjazzorchester beteiligt sich mit dem Programm "Klingende Utopien – #2021JLID / Das Cabinet des Dr. Caligari" am bundesweiten Themenjahr „#2021JLID – Jüdisches Leben in Deutschland“.

Die jungen Musiker*innen setzen sich hier mit Werken der jüdischen Film-Avantgarde von gestern und der Jazz-Avantgarde von heute auseinander. Im Zentrum der multimedialen Konzerte unter der künstlerischen Leitung von Niels Klein steht der Stummfilm "Das Cabinet des Dr. Caligari" (1920) in einer Neuvertonung des renommierten amerikanischen Hollywood-Filmkomponisten Jeff Beal (u.a. "House of Cards"). Der Hauptfilm wird ergänzt durch einige kurze neu vertonte Original-Werbefilme aus den Jahren 1912 bis 1927 der Agentur Julius Pinschewer. Mit der Auswahl dieser Filme möchte das Bundesjazzorchester die bahnbrechenden Leistungen jüdischer Filmschaffender der Weimarer Republik (u.a. Drehbuchautor Carl Mayer, Regisseur Robert Wiene, Werbefilmpionier Julius Pinschewer) im Jubiläumsjahr würdigen.

Stummfilme, Jazzorchester und Vokalensemble begegnen sich einander in einem multimedialen Format. Neben der Neukomposition von Jeff Beal stehen Werke von Hendrika Entzian, Miho Hazama, Oded Lev-Ari, Florian Ross und Ansgar Striepens auf dem Programm. Die Auswahl der Filme traf die Kuratorin Prof. Dr. Reinhild Steingröver von der Eastman School of Music (Rochester, New York) in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung Wiesbaden und der Deutschen Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen Berlin. Gefördert wird das Programm durch #2021JLID – Jüdisches Leben in Deutschland e.V. aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM). mehr

Textquelle: Deutscher Musikrat gGmbH über www.presseportal.de; Bild:Stummfilm Magazin

filmstreifen 08 250 buntDer Förderverein Filmkultur startet in Zusammenarbeit mit seinem neuen Kooperationspartner Beethovenhaus Bonn am 14. November 2021 die Filmreihe "Leinwandkonzert – Großes Kino für die Ohren" im Bonner Kammermusiksaal.

Gezeigt wird Friedrich Wilhelm Murnaus "Sunrise – A Song Of Two Humans" (USA 1927). Musikalisch begleitet wird der visuell atemberaubende Stummfilmklassiker von den beiden Violoncellon-Spielern Paul Rittel und Tobias Stutz, bekannt als Duo Cellophon. mehr
Foto: Stummfilm Magazin

arte logo 250Bis Ende 2021 hat ARTE TV wieder einige Stummfilmraritäten im Programm, die mit neuen Musikeinspielungen und in frischen Restaurierungen gezeigt werden.

So ist am 27. September 2021 "Carmen" (D 1918) von Meisterregisseur Ernst Lubitsch mit einer vom Ensemble Kontraste eingespielten Neukomposition von Tobias Schwencke zu sehen. Der von der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung und mit Unterstützung von Bertelsmann aufwändig restaurierte Ausstattungsfilm war ein Highlight der Ufa-Filmnächte im August 2021. mehr

Am 25. Oktober 2021 steht dann "Hoffmanns Erzählungen" (A 1923, Regie: Max Neufeld) mit einer neuen Musik von Johannes Kalitzke an; hier spielt das Konzerthausorchester Berlin zu einer Restaurierung des Filmarchiv Austria. Der Sensationsfilm "Mr. Radio" (D 1924) von Nunzio Malasomma wird dann am 22. November 2021 mit einer Aufnahme des MDR-Sinfonieorchester gezeigt. Der Klangkörper spielt eine Komposition von Bernd Thewes.

Und in der Vorweihnachtszeit, am 13. Dezember 2021, wird Erich von Stroheims "Blind Husbands" (USA 1919) ausgestrahlt. Das ensemble recherche hat dafür eine neue Musik von Andreas E. Frank eingespielt. Die Live-Uraufführung der Musik ist am Sonntag, den 03. Oktober 2021, um 19:30 Uhr im Großen Saal des Konzerthaus Wien.

Nach der Ausstrahlung stehen die Produktionen für kurze Zeit auch online in der ARTE-Mediathek zur Verfügung. Zudem bietet der Sender dort ein wechselndes Online-Stummfilmprogramm. ARTE ist der einzige Sender in Europa, der dem Stummfilm einen festen Sendeplatz bietet und hier auch viel Raum für (musikalische) Experimente lässt. mehr
Bild: Arte TV

filmstreifen 01 250Unter dem Slogan "Grosse Erwartungen" findet in Bielefeld vom 22. Oktober bis 07. November 2021 das 31. Film+MusikFest der Friedrich Wilhelm Murnau-Gesellschaft statt.

"Sie haben große Erwartungen? Das Film+MusikFest erfüllt sie! Versprochen!", kündigen die Organisator*innen ihr Stummfilmfestival mit Augenzwinkern an. Spielorte werden die Rudolf-Oetker-Halle sowie das Lichtwerk Kino im Ravensberger Park sein.

Auf dem Programm stehen sieben Stummfilmereignisse: "Menschen am Montag" (D 1930), "Madame Dubarry" (D 1919), "Die Stadt ohne Juden" (AT 1924), "The Goose Woman" (USA 1925), "Showpeole" (USA 1928), "Shy Girl" (USA 1924) und ein Kurzfilmprogramm für Kinder, Eltern und Großeltern. Alle Filme werden mit live Musikbegleitung prominenter Stummfilmusiker*innen gezeigt. mehr

bubikopf 1920 er jahre 250Um Lust und Lachen im amerikanischen Stummfilm der 1920er Jahre geht es in der Filmreihe "Flapper, It-Girls, Funny Ladies", die von 17. September bis 19. Dezember 2021 im Zeughauskino Berlin gezeigt wird.

Wer den Stummfilm und das Lachen liebt, den erwarten bei der von Philipp Stiasny und Frederik Lang kuratierten Filmreihe die komischen, anarchischen Filme des Jazz Age. Mabel Normand und Marion Davies, Gloria Swanson und Clara Bow, Colleen Moore und Norma Talmadge waren in den 1920er Jahren weltberühmt. An Witz, Schlagfertigkeit und Körperkomik nahmen sie es locker mit ihren männlichen Kollegen Charlie Chaplin, Buster Keaton, Stan Laurel & Oliver Hardy auf. Ihre Komödien drehen sich um romantische Verwicklungen, um finanzielle Unabhängigkeit, Freude am Konsum und an der eigenen Körperlichkeit. Sie präsentieren neue Rollenbilder und begehren auf gegen Konventionen, Patriarchen und antiquierte Lebensverhältnisse.

Die Filme parodieren und persiflieren, ihre weiblichen Figuren sind rebellisch, eigensinnig und lebensfroh. Sie sind Höhepunkte der komischen Kunst. Die Filme der amerikanischen Stars gingen um die Welt. Auch in Berlin waren sie zu sehen und dienten jungen Frauen als Vorbilder in Fragen zeitgenössischer Mode, der Selbstermächtigung und sexuellen Ausstrahlung. Für all das steht die Figur des quicklebendigen Flappers, die auch im deutschen Kino auf große Resonanz stieß.

Heute erwachen die Filme der "Funny Ladies" zu neuem Leben, beflügelt durch die Archivforschungen von Maggie Hennefeld, Steve Massa und Kristen A. Wagner, die im Rahmen der Filmreihe auch Einführungen halten werden. Zum Vorschein kommt eine vielfältige Schauspielkunst, die Gendervorstellungen über den Haufen wirft und Normen sprengt.

Rückenwind bekommen die Komikerinnen durch Musiker*innen aus dem In- und Ausland: Sie begleiten die Filme live und verwandeln das Zeughauskino in einen Konzertsaal, öfter auch in einen heißen Jazzclub. Die Reihe "Flapper, It-Girls, Funny Ladies" wird gefördert vom Hauptstadtkulturfonds.

Textquelle: Pressemitteilung Deutsches Historisches Museum/Kinemathek und Zeughauskino; Bild: Stummfilm Magazin

remake festival logo 250Das Filmfestival "Remake. Frankfurter Frauen Film Tage" findet vom 23. bis 28. November 2021 in der "Pupille", dem Universitätskino der Stadt Frankurt am Main, statt.

Die dritte  Festivalausgabe steht unter dem Schwerpunktthema ", …weil nur zählt, was Geld einbringt‘ – Frauen, Arbeit und Film" . Das Programm erkundet den Themenkomplex Arbeit im Film, denn obwohl Arbeitsumgebungen und -situationen zum "Standardrepertoire" von Filmen gehören, bleibt Arbeit selbst meist eigentümlich unsichtbar. Dies gilt insbesondere für die von Frauen geleistete Arbeit. In Arbeitswelten verdichten sich Geschlechter-, Migrations- und Klassenverhältnisse sowie Diskriminierungen. Das Programm wird kuratiert von Karola Gramann und Heide Schlüpmann.

Höhepunkt von "Remake" ist auch in 2021 ein CineConcert, das am 25. November um 19.30 Uhr im Schauspiel Frankfurt zu erleben ist: Die Uraufführung einer Auftragskomposition von Maud Nelissen zu Lois Webers "Shoes" (USA 1916). Der Stummfilm über die Lebenswirklichkeit eines jungen "Ladenmädchens" in der modernen Großstadt zählt zu den bedeutendsten feministischen Filmen in der Geschichte des Kinos.

Das Gesamtprogramm und Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen und Filmen von "Remake" sind ab Mitte Oktober 2021 auf www.remake-festival.de zu finden.
Textquelle und Bild: Kinothek Asta Nielsen e.V.

Rubrikenübersicht

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