filmmuseum duesseldorf nacht 250Am Dienstag, den 31. Januar 2023, ist im Kino des Filmmuseum Düsseldorf um 20:00 Uhr der Stummfilm "Die seltsamen Abenteuer des Mr. West im Lande der Bolschewiki" (UdSSR 1924) mit Livemusik zu erleben.

Wir schreiben das Jahr 1924. Der freundliche, wohlmeinende Mr. West, ein Direktor des YMCA, beschließt, eine internationale Mission zu unternehmen, um die Bolschewiken zu zivilisieren, von denen er erfahren hat, dass sie ein Rudel Wilder sind, die sich in Tierfelle kleiden und mit Hämmern und Sicheln bewaffnen. Zu seinem Schutz nimmt er seinen treuen Gefährten, den Cowboy Jeddy, als Bodyguard mit. Der edle Christ will den Krieg gegen den Bolschewismus mit Freundlichkeit und einem sanften Geist gewinnen.

Lev Kuleshov dienten die übertriebenen Verleumdungen, die damals in den westlichen Zeitungen verbreitet wurden und die Bolschewiken als "Wilde" bezeichneten, als Inspiration für seinen Film. Geschickt nutzte er für diesen augenzwinkernden Actionfilm die Techniken, die er zuerst in den von ihm so bewunderten US-amerikanischen Filmen gesehen hatte, insbesondere die schnellen Schnitte in den Komödien von Mack Sennett. Die Figur des Mr. West selbst scheint von Harold Lloyd inspiriert worden zu sein. Kuleshov machte sich nicht nur über die Konterrevolutionäre lustig, sondern nutzte den Film auch als Gelegenheit, seine seit Jahren vorbereiteten filmischen Ideen umzusetzen. Er war einer von vielen jungen Künstlern, die sich von radikalen Kunstbewegungen wie dem Konstruktivismus und dem Futurismus inspirieren ließen und sich der Revolution anschlossen.

Der Film wird im Rahmen der Reihe "Stationen der Filmgeschichte" gezeigt. Daniel Kothenschulte aus Köln begleitet live am Klavier. Eine Einführung hält Boris Podolšak vom Filmforum – Freundeskreis des Filmmuseums. mehr
Textquelle: Filmmuseum Düsseldorf; Bild: Stummfilm Magazin

filmstreifen bunt11 250Das einzige Stummfilmfestival der Schweiz zeigt im Januar und Februar 2023 wieder Filmperlen mit ausgesuchter Livemusik. Spielort ist wie gehabt das Filmpodium.

Gezeigt werden 24 Filme in 21 Kinokonzerten. Zu erleben ist unter anderem ein Serial-Marathon mit Louis Feuillades "Judex" (F 1916), Clara Bow in "It" (USA 1927), Henrik Galeens "Alraune" (D 1928) mit Brigitte Helm, Buster Keatons "Three Ages" (USA 1923) und Yasujiro Ozus "A Story of Floating Weeds" (Japan 1934). mehr
Textquelle: Filmpodium; Bild: Stummfilm Magazin

filmstreifen 02 250 bunt 1Am 18.und 19. März 2023 wird "Das neue Babylon" im Theater Freiburg gezeigt.

Grigori Kosinzew und Leonid Trauberg drehten das sowjetische Drama, das zu den großen Klassikern der Stummfilmzeit gehört, im Jahr 1929. Es spielt das Philharmonische Orchester Freiburg unter der Leitung von Günter A. Buchwald. Zur Aufführung kommt die originale Fimmusik von Dmitrij Schostakowitsch, rekonstruiert von Frank Strobel. Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit dem Kommunalen Kino Freiburg statt. mehr
Foto: Stummmfilm Magazin

tv geraet 250In der ARTE-Mediathek sind aktuell wieder einige Perlen für Freund*innen des frühen Filmerbes zu entdecken, hier eine Auswahl an Spielfilmen und Dokumentationen:

• Buster Keatons Comedyklassiker "Sieben Chancen" (USA 1925) ist bis 09. Juni 2023 in der ARTE-Mediathek verfügbar. Gespickt mit zahlreichen visuellen Gags und Stunts erzählt der Film davon, dass es nie den richtigen Moment gibt, um jemandem ein Liebesgeständnis zu machen. Es geht aber auch um die Macht des Geldes und die verfluchte Seite eines unerwarteten Geldsegens: atemberaubend inszeniert mit einer Horde von Hunderten heiratswütigen Goldgräber-Bräuten, die Jimmie verfolgen. Stummfilmgenie Buster Keaton brilliert in der Rolle des unsicheren jungen Mannes, der sich mit den überraschendsten Stunts und absoluter Körperbeherrschung immer wieder vor der Meute rettet, die ihn heiraten möchte. Nicht zuletzt, weil er eigentlich Mary will. mehr

• Bis 21. Februar 2023 ist “Das Geheimnis Georges Méliès“, die die erste umfassende Dokumentation über Leben, Werk und Wiederentdeckung des Filmpioniers Georges Méliès, abrufbar. Méliès, geboren 1861 in Paris, drehte mit seiner Produktionsgesellschaft Star Film über 500 Filme, die durch aufwendige Szenografien und innovative Spezialeffekte die Zuschauer begeisterten. Dieses einzigartige Werk galt jedoch als in großem Maße zerstört, nachdem Méliès 1923 nach dem Konkurs seiner Firma alle Negative verbrannt hatte. Das Auffinden von Negativen in der Library of Congress im Jahr 2006 lädt dazu ein, das Werk von Méliès neu zu entdecken. mehr

• Bis 03. Dezember 2027 ist in der Reihe "Geniale Frauen" die Kurzdokumentation "Alice Guy" (F 2021) online. Jeder kennt die Brüder Lumière oder Georges Méliès. Doch es gab auch weibliche Filmpioniere wie Alice Guy (1873-1968), erste Filmregisseurin der Welt und Produktionsleiterin bei Gaumont. Guy gründete in den USA ihre eigene Produktionsfirma, mit der sie den ersten Sandalenfilm der Kinogeschichte auf den Weg brachte. Und doch ist ihr Name für lange Zeit in Vergessenheit geraten. mehr

• "Jüdisches Glück" (Deutschland/Sowjetunion 1925) ist in der ARTE-Mediathek bis 25. Februar 2023 abrufbar. Der Film ist ein einmaliges Dokument der jüdisch-ukrainischen Kulturgeschichte, gedreht an Originalschauplätzen und damaligen Zentren des jüdischen Lebens wie Berdytschiw, Odessa, Letytschiw. Legendär ist die lange, im Hafen von Odessa gedrehte Traumszene, in der sich Menachem als versierter Heiratsvermittler ausgibt. Die Schauspieler kamen vorwiegend vom Jüdischen Theater Moskau. Einige Mitglieder der Filmcrew wurden später Opfer der Stalin’schen Säuberungsaktionen, wie der Autor des Drehbuchs, Isaak Babel, oder der Hauptdarsteller Solomon Michoels, der 1948 ums Leben kam. Die neue Musik stammt von der ukrainischen Komponistin Masha Khotimski. Sie hat in ihren Soundtrack authentische jüdische Gesangsaufnahmen aus den 1910er Jahren einbezogen, die im Gebiet der heutigen Ukraine bei einer Expedition der Gesellschaft für jüdische Geschichte und Ethnographie unter Leitung des jüdischen Schriftstellers Sholem An-Ski aufgezeichnet wurden. mehr

• Alexander Dowshenkos "Erde" (Ukraine 1930) erzählt von einem ukrainischen Dorf, dessen Kooperative einen Traktor angeschafft hat. Der junge Traktorist Wassil überquert mit dem Pflug die Grenze eines Feldes, das seit Generationen in Besitz von Kulaken ist, das heißt landbesitzenden Bauern, die im Zuge der Kollektivierung der Landwirtschaft ihr Land aufgeben mussten. Der Klassenkampf wird auf persönlicher Ebene ausgetragen: Der junge Kulak Choma erschießt Wassil. Der Film ist bis 03. März 2023 verfügbar. mehr
Textquelle: ARTE G.E.I.E.; Foto: Stummfilm Magazin

cinefest logo 250Vom 17. bis 26. November 2023 beschäftigt sich das XX. cinefest – Internationales Festival des deutschen Film-Erbes mit dem frühen Musikfilm.

Unter dem Titel "Achtung! Musik ... – Zwischen Filmkomödie und Musical " wird die Entwicklung von der Tonfilmoperette zur musikalischen Komödie und vom Musical bis hin zum Revuefilm zwischen Deutschland und Hollywood untersucht. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Einfluss deutscher Exilanten wie Wilhelm Thiele, Franz Schulz, Paul Abraham, Walter Jurmann und Friedrich Hollaender. Anschließend werden Teile des Programms in Berlin, Prag, Wiesbaden und weiteren Städten gezeigt. mehr
Textquelle und Bild: Veranstalter cinefest

hundeportrait 250Vom 24. November 2022 bis 31. Juli 2023 ist im Filmmuseum Düsseldorf die Sonderausstellung "Animal Actors – Tierische Stars in Film und TV" zu sehen.

"Animal Actors" widmet sich den verschiedenen Ansätzen, wie Tiere – von präkinematografischen Techniken und dem frühen Film, bis hin zum Spiel- und Dokumentarfilm sowie schließlich in CGI-gestützten Animationen – vor die Kamera gebracht, repräsentiert und durch filmische Techniken immer auch erzeugt wurden.

Das "filmische Tier" offenbart bei genauer Betrachtung ikonographische Rückgriffe auf die Kultur- und Kunstgeschichte, zeigt aber auch ein neu einsetzendes Interesse an Anatomie und Bewegung sowie an dem ebenso archaisch geprägten wie soziokulturellen Veränderungen unterworfenen Verhältnis zwischen Mensch und Tier. Das Tier ist Beobachtungsobjekt, spielerischer Gefährte, Projektionsfläche und nicht zuletzt titelgebender Star. Die Geschichten und Hintergründe von so bekannten Filmtieren wie "Lassie", "Flipper", "Fury" oder auch der "weiße Hai" geben Anlass, sich dieser Bezugnahme insbesondere über Produktionshintergründe und Einblicke hinter die Kulissen, über Franchising und Verwertung, aber auch geleitet von tierethischen Fragen zu widmen. Nicht zuletzt wird über die Thematisierung des Tieres im Film auch eine Entwicklungsgeschichte der Filmtechnik erkennbar. Begleitet wird die Schau durch eine Filmreihe. mehr
Textquelle: Filmmuseum Düsseldorf; Foto: Stummfilm Magazin

nos 100 2Die Ausstellung "Expressionismus in Kunst und Film" im Museum Georg Schäfer beleuchtet den Expressionismus über Gattungsgrenzen hinweg.

Der Stummfilm, gerade auch in Deutschland, nahm zahlreiche Motive expressionistischer Malerei und Grafik auf. Der expressionistische Film wandte sich dabei auch immer wieder aktuellen gesellschaftlichen Themen zu, verarbeitete etwa Traum und Trauma des Ersten Weltkriegs.

Die Ausstellung findet vom 13. November 2022 bis 12. Februar 2023 statt und ist eine Kooperation mit der Kunsthalle Emden, der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung und dem Institut für Kulturaustausch in Tübingen. Dazu ist ein zweisprachiger Katalog mit einem Vorwort von Prof. Dr. Wolf Eiermann erschienen, der auch die Schau in Schweinfurt kuratiert hat. mehr
Bild: Stummfilm Magazin

stummfilmfestival karlsruhe logo 250Die Jubiläumsausgabe des "Stummfilmfestival Karlsruhe" findet vom 07. bis 12. Februar 2023 statt. Die Filmtage werden dann zum zwanzigten Mal veranstaltet.

Das Thema des Festivals lautet "Kino-Landschaften". Für das Filmprogramm sind unter anderem "Das Neue Babylon" (UdSSR 1929), "The Last of the Mohicans" (USA 1920), "Berlin, Sinfonie der Großstadt" (D 1927), "Way Down East" (USA 1920), "Der Kampf der Tertia" (D 1928) und Kurzfilme aus dem Museo Nazionale di Cinema Torino im Gespräch. mehr
Bild: Stummfilmfestival Karlsruhe

filmmuseum potsdam logo 250Vom 21. Oktober 2022 bis Sommer 2023 wird im Filmmuseum Potsdam die Präsentation "Ich sehe was, was Du nicht siehst – Aus der Sammlung Werner Nekes" gezeigt. Ergänzend findet eine Vermittlungswerkstatt statt.

Die Sammlung Werner Nekes ist in ihrer Vielfalt so einzigartig wie herausragend. 25.000 Objekte lassen die Geschichte der optischen Phänomene und Künste lebendig werden. Sie dokumentieren darüber hinaus frühe Formen des visuellen Geschichtenerzählens auf verschiedenen Kontinenten. Der Experimentalfilmer und Künstler Werner Nekes (1944 – 2017) sammelte seit den 1960er Jahren und ließ sich von den historischen Apparaten inspirieren.

Dank der gemeinsamen Anstrengungen von drei Institutionen und acht Förderern konnte die Sammlung 2020 von der Theaterwissenschaftliche Sammlung der Universität zu Köln, dem DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum, Frankfurt am Main und dem Filmmuseum Potsdam, als In-Institut der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf, erworben werden.

Das Filmmuseum Potsdam präsentiert nun erstmalig 14 wertvolle Objekte der Sammlung, die mit Hilfe der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der Mittelbrandenburgischen Sparkasse den Weg nach Potsdam gefunden haben. Darunter Camera Obscura, Laterna Magica, Guckkasten, Rollpanorama, Wundertrommel, Riesen-Kaleidoskop, Anamorphose und mehr. Die Originale aus der Zeit seit dem 18. Jahrhundert zeugen von einer großen Handwerkskunst und vom damaligen Erfindungsreichtum, mit Tricks und Täuschungen das Auge zu verblüffen, lange bevor es das Kino und die neuen Medien gab.

Das Filmmuseum Potsdam möchte den Besuchenden die Möglichkeit eröffnen, selbst mit den optischen Spielzeugen und Apparaten zu experimentieren und sie auszuprobieren. Dazu stehen viele Repliken und Vermittlungsstationen bereit, die Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen einladen, sich zu amüsieren, physikalische Zusammenhänge zu erschließen oder selbst Bilder und Effekte herzustellen. In Anlehnung an Laterna Magica-Vorstellungen des 18. Jahrhunderts können die Besuchenden beispielsweise selbst historisch nachempfundene Bilder projizieren und zu passender Musik Geschichten vorlesen. mehr

Während der gesamten Laufzeit bietet das Filmmuseum Potsdam zahlreiche Vermittlungsangebote für verschiedene Altersgruppen, Schulen, Kitas und Familien an. mehr (PDF)
Textquelle: Filmmuseum Potsdam, Foto: Stummfilm Magazin

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Die Stummfilm Magazin-Redaktion hat interessante Websites zusammengestellt, die die Herzen von Stummfilmfreund*innen hoffentlich höher schlagen lassen.

Die Liste wird immer wieder ergänzt. Die Redaktion freuen sich über Tipps (Kontaktmöglichkeit hier). Gute Unterhaltung! mehr
Bild: Stummfilm Magazin

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