filmmuseum potsdam tanzausstellung 2017 2018 foto julietta l wehr 250Das Filmmuseum Potsdam zeigt bis zum 22. April 2018 die Sonderausstellung „Alles dreht sich … und bewegt sich. Der Tanz und das Kino“.

Besucher/innen jeden Alters sind eingeladen, in die vielschichtige Welt des Tanzens einzutauchen. Historisch begibt sich die Ausstellung auch zurück bis in die Kindertage des Films: Hier findet sich unter anderem der Reformtanz als frühe feministische Ausdrucksform im Spannungsfeld von gesellschaftlichem Fortschritt und willkürlich wütender Zensur, die die frühe Verbindung von Tanz und Kamera in die Schmuddelecke zu verbannen sucht. Zudem zelebriert die Stummfilmikone Asta Nielsen ihren abgründigen Apachen-Tanz auf großer Leinwand und durch ein Guckloch können aufgrund ihres erotischen Inhalts zensierte Tanzeinlagen beobachtet werden.

Partys und Tanzstunden ergänzen die Ausstellung und laden zum Mitmmachen ein. Ein umfangreiches Programm an Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilmen stellt den Tanz in Beziehung zu Politik und Hochkultur, zu Glamour, Kitsch und Undergroundbewegungen. Neben vielen Tonfilmvorführungen, darunter Silhouetten (Österreich 1936) unter Mitwirkung von Lotte Reiniger, gibt es auch drei Stummfilmpräsentationen:
05.08.2017 Abgründe (Schweden 1910) mit Asta Nielsen in ihrer ersten Filmrolle
30.09.2017 Salome (USA 1922) mit Alla Nazimova in der Titelrolle
10.01.2018 Der Gang in die Nacht (Deutschland 1921) von Regisseur Friedrich Wilhelm Murnau

Mehr zur Ausstellung hier

Textquelle: Filmmuseum Potsdam; Foto: Julietta L. Wehr (im Vordergrund ist Brigitte Helm in Fritz Langs "Metropolis" von 1927 zu sehen)

filmstreifen 02 250Von 10. bis 19. August 2017 lädt der Arbeitskreis Film Regensburg e.V. zu Stummfilmen mit Live-Musik im Ambiente des MuseumsCafés im Klosterhof des Historischen Museums ein.

Das Festival, eines der ältesten in Deutschland mit Schwerpunkt Stummfilm, steht unter dem Motto "Traumwelten, Phantasien, Obsessionen – und der letzte Schrei der Mode". Beginn der Vorstellungen ist jeweils um 20:45 Uhr.

Gleich zum Auftakt am 10. August 2017 wird eine Rarität geboten: Das Deutsche Filminstitut präsentiert als Premiere das frisch restaurierten Bergsteigerdrama Der Kampf ums Matterhorn (Deutschland 1928) mit Luis Trenker. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Städtischen Galerie im Leeren Beutel statt. Mit der Eintrittskarte wird ein ermäßigter Eintritt in die Ausstellung „Menschen und Welt“ von Andi Teichmann gewährt.

Das ganze Programm der 35. Regensburger Stummfilmwoche kann hier abgerufen werden.
Foto: Stummfilm Magazin

die kleine veronika foto foerderverein filmkultur bonn eVBereits zum 33. Mal  veranstaltet der Förderverein Filmkultur Bonn e.V. die alljährlich im Sommer stattfindenden "Internationalen Stummfilmtage – Bonner Sommerkino".

Open Air, bei freiem Eintritt und mit live-musikalischer Begleitung präsentiert das größte deutsche Stummfilmfestival vom 10. bis 20. August Stummfilmklassiker und frisch restaurierte Werke aus aller Welt in der einzigartigen Atmosphäre des Arkadenhof der Universität Bonn.

Zur Eröffnung ist am Donnerstag, den 10. August 2017, mit "Die kleine Veronika" (1930) einer der schönsten Stummfilme aus Österreich zu sehen, der vor Kurzem wiederentdeckt und vom Filmarchiv Austria restauriert wurde. Der Film zeigt ein Mädchen, dessen mittellose Eltern die Tochter zu ihrer Tante nach Wien schicken. Liebevoll zeichnet Regisseur Robert Land das merkwürdige Milieu, in dem die Tante lebt und arbeitet und das für die kleine Veronika allerlei Abenteuer bereithält.

Das insgesamt etwa 25 Kurz- und Langfilme umfassende Programm, das der Kurator und Leiter des Filmmuseums München Stefan Drößler und Festivalleiterin Sigrid Limprecht anlässlich einer Pressekonferenz am 12.06.2017 bekannt gaben, wartet zum einen mit großen literarischen Stoffen auf, wie dem auf Edgar Allan Poes Kurzgeschichte basierenden Klassiker Der Untergang des Hauses Usher (1928) von Jean Epstein oder der allerersten Adaption von Mary Shelleys Frankenstein, die J. Searle Dawley und Thomas Alva Edison 1910 produzierten und deren neue Restaurierung in Bonn ihre Weltpremiere feiert.

Zum anderen versammelt das Programm Ikonen des Stummfilms, neben Louise Brooks, Buster Keaton und Douglas Fairbanks senior beispielsweiseauch Pola Negri als unangepasste Femme Fatale in Malcom St. Clairs  Eine Frau von Welt, Fritz Kortner als Beethoven in Löwensteins filmischer Biografie (1927) zum 100. Todestag des Komponisten sowie Iwan Mojuskin und Carmen Boni in dem Ausstattungsfilm Der Adjutant des Zaren über einen russischen Fürsten, der sich nichtsahnend in eine Revolutionären verliebt.

Wie gehabt bieten die Internationalen Stummfilmtage auch die Möglichkeit, weniger bekannte Werke aus der Frühzeit des Kinos zu erleben: So sind mit der Slapstickkomödie "Labor´s Love" der allererste erhaltene, chinesische Stummfilm, mit Benjamin Christensens Hexen ein herausragender schwedischer essayistischer Film über Satanismus und Hexenverfolgung und mit der Liebesgeschichte Elisso (1928) ein Meisterwerk des georgischen Stummfilms zu sehen.

Die Veranstaltungen des Rahmenprogramms, das an den beiden Sonntagnachmittagen im LVR-LandesMuseum Bonn stattfindet, widmen sich unter anderem Paul Wegeners "Golem"-Filmen, der Bewegung der Suffragetten und dem Kinoliebhaber Franz Kafka, zu dem Hanns Zischler seine langjährige Recherche präsentiert.

Live-musikalisch begleitet werden die Filme von Joachim Bärenz, Neil Brand und Richard Siedhoff am Piano, von Günter A. Buchwald am Piano, auf der Viola und Violine, von Stephen Horne auf der Flöte, am Akkordeon und Piano sowie von dem Percussionisten Frank Bockius. Sein Debüt im Arkadenhof gibt außerdem der Oboist Mykyta Sierov.

Das gesamte Programm findet man ab Ende Juni auf www.internationale-stummfilmtage.de.

Die 33. Internationalen Stummfilmtage – Bonner Sommerkino werden veranstaltet vom Förderverein Filmkultur Bonn e.V. in Kooperation mit dem Filmmuseum München, der Rheinischen Friedrich- Wilhelms-Universität Bonn, der Bonner Kinemathek und dem LVR-LandesMuseum Bonn, und unterstützt von der Bundesstadt Bonn, der Film- und Medienstiftung NRW und der Bundesbeauftragen für Kultur und Medien (BKM).
Textquelle und Fotonachweis: Presseinformation Foerderverein Filmkultur Bonn e.V.

babylon kino 250Im Rahmen des StummfilmLiveFestivals 2017 vom 03. bis 13. August 2017 findet zum zweiten Mal der Internationale Kinoorgel-Wettbewerb statt.

Bis zum 16. Juni 2017 können sich Interessierte bewerben. Schauplatz des Geschehens wird das Babylon Kino in Berlin sein. Zum Wettbewerb zugelassenen werden insgesamt zehn Musiker/innen, die dann live vor Ort zu französischen Stummfilmklassikern improvisieren werden; vorgesehen sind J’accuse (1919) von Abel Gance, Entr’acte (1924) von René Clair und Nana (1926) von Jean Renoir.

Die Jury-Mitglieder sind Michael Wooldridge, Anna Vavilkina und Filip Presseisen. In zwei Runden sind die Musiker/innen gefordert: Vom 04. bis 09.08.2017 werden bei zwei Konzerten täglich drei Finalisten ausgewählt, die dann am 12.08.2017 gegeneinnander antreten werden. Der Sieger wird am 13.08.2017 ein Konzert geben. Mehr Informationen und die Teilnehmerunterlagen hier
Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

filmstreifen 06 250Vom 18. bis 26. November 2017 findet in Hamburg das cinefest 2017 – XIV. Internationales Festival des deutschen Film-Erbes statt. Es behandelt in diesem Jahr das Thema "Zwischen Revolution und Restauration Kultur und Politik 1789 - 1848 im Spiegel des Films".

Die Epoche zwischen der Französischen Revolution 1789 und der Wiederherstellung der »guten alten Ordnung« nach dem Scheitern der demokratischen Revolution in Deutschland 1848 bewegte Zeitgenossen sowie Künstler und Literaten späterer Jahre.

Das zeigt sich in den Werken revolutionärer Autoren wie Georg Forster und Georg Büchner. Während Heinrich Heine im revolutionären Paris an der deutschen Gegenwart verzagte, entwickelten Schiller und Goethe sich vom Sturm und Drang zum höfischen Establishment. In der Romantik fand sich die Verklärung der Vergangenheit ebenso wie düstere Brechungen der damaligen Gegenwart (E.T.A. Hoffmann). Ähnliche Entwicklungen traten auch in anderen europäischen Ländern auf (Percy & Mary Shelley).

Werke und Biografien dieser Künstler wurden oft von Filmschaffenden aufgegriffen, um ihre Realität unter den unterschiedlichsten Regimen zu behandeln. Die »Klassische Literatur« diente ihnen dabei auch als Verkleidung, um akute gesellschaftliche Probleme darzustellen. So spiegeln die Filme häufig die Zerrissenheit zwischen Kultur und Politik. cinefest und Kongress reflektieren damit in doppelter Brechung die filmischen Bearbeitungen künstlerischer und literarischer Werke einer politisch bewegten Zeit.

Festival und Filmhistorischer Kongress reflektieren Werke, die vor, während oder nach einem Exil in wechselnden Sprachräumen entstanden und stellen sie in einen kulturhistorischen Zusammenhang.

Teil des Festivals ist der 30. Internationale Filmhistorische Kongress (23. – 25. November 2017, Gästehaus der Universität Hamburg), bei dem die Themen des Festivals in Vorträgen und Diskussionen vertieft werden. Mögliche Themenkomplexe beim Kongress:

- Vergleich von Verfilmungen einer literarischen Vorlage in verschiedenen Epochen/politischen Gesellschaften / Spiegelung der Gegenwart in der (Literatur)Geschichte
- Ausweichen auf klassische Texte, um aktuelle (politische) Probleme zu thematisieren (z.B. DEFA-Film nach 1965)
- Sprache & Literatur als Medium nationaler Bewegungen
- Analyse von doppelten Brüchen: historisch und bei den Verfilmungen (Bsp.: »Nathan der Weise«, der Stoff ist aus 12. Jh., das Stück bezieht sich auf 19. Jh., Verfilmungen auf das 20. Jh.)
- Zentraleuropäische Adaptationen (Österreich, Frankreich, England, Tschechoslowakei, Italien, etc.)
- Revolution 1848 als europäisches Phänomen / nationale Künstler und deren Werk-Adaptationen

Der Fokus soll dabei auf Künstler und Literatur aus der Zeit liegen und nicht auf Werken, die später die historischen Ereignisse abbilden und reflektieren. Dabei soll der Ansatz nicht biografisch sein (keine Vorträge über die Lebensläufe der Künstler oder Filmmacher). Reine Historiendramen, Theaterinszenierungen sowie Verfilmungen über das Leben politischer Personen (Napoleon, Königin Luise, etc.) sollen beim Kongress nicht behandelt werden. Die Vorträge sind auf ca. 20 Minuten angesetzt, mit anschließender Diskussion. Die Konferenzsprache ist Deutsch oder Englisch (es gibt keine Live-Übersetzung). Referenten erhalten den Festival-Katalog sowie eine Kongressakkreditierung, die auch zum Besuch der Kinoveranstaltungen vom 22. – 26.11. berechtigt. Auswärtige Referenten können in der Regel mit einem Reisekostenzuschuss unterstützt werden. Im Anschluss an den Kongress sollen die überarbeiteten Vorträge in einem Buch veröffentlicht werden (Abgabetermin der Texte 31.12.2017), das im Herbst 2018 erscheint. Gerne können Vorschläge für Vorträge in Form eines Abstracts (ca. 1500 Zeichen) und einer Kurzbiografie bis zum 1. Juni 2017 an kongress (at) cinegraph.de geschickt werden. Weitere Themenvorschläge sind willkommen.

Zur Vorbereitung auf Festival und Kongress findet vom 11.– 14. Mai 2017 eine Sichtungsveranstaltung in Berlin statt. Für weitere Informationen unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

XIV. cinefest – Internationales Festival des deutschen Film-Erbes und der 30. Internationale Filmhistorische Kongress werden veranstaltet von CineGraph Hamburg und dem Bundesarchiv in Zusammenarbeit mit zahlreichen nationalen und internationalen Institutionen. mehr
Textquelle: Veranstalter; Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

filmstreifen 01 250Im Kino der Technischen Sammlungen Dresden wird vom 21. April 2017 bis 22. September 2017 die Filmreihe "Emanuel Goldbergs Kinamo und der Dokumentarfilm" gezeigt.

Die von Emanuel Goldberg, einem Begründer der Firma Zeiss Ikon, im Jahr 1921 in Dresden entwickelte Filmkamera Kinamo revolutionierte den Dokumentarfilm. Mit dem neuen kompakten Aufnahmegerät war das Filmen "aus der freien Hand" möglich geworden. Viele bedeutende Dokumentarfilme wurden mit Goldbergs Erfindung gedreht. Einige werden in der Dresdner Filmreihe vorgestellt. Der Eintritt beträgt 6 Euro (ermäßigt 5 Euro) pro Vorstellung. Das Reservierungstelefon hat die Nummer 0351/4887272. Mehr zur Filmreihe hier

Programmübersicht:
Freitag, 21.04.2017, 20.00 Uhr: Tschelowek s kinoapparatom (UdSSR 1929)
Freitag, 05.05.2017, 20.00 Uhr: Ella Bergmann-Michel – dokumentarische Filme von 1931 bis 1933
Freitag, 19.05.2017, 20.00 Uhr: Ägypten – das Land der Pharaonen
Freitag, 22.09.2017, 20.00 Uhr: Kinamo-Kurzfilme von 1924 bis 1937

carl laemmle presents ausstellungsplakatVom 09. Dezember 2016 bis zum 30. Juli 2017 wird im Haus der Geschichte Baden-Württemberg die große Sonderausstellung Carl Laemmle presents gezeigt.

Ein Leben wie im Film: Als 17-Jähriger verlässt Karl Lämmle 1884 seine Familie im oberschwäbischen Laupheim und wandert aus in die USA. 50 Jahre später ist er ein legendärer Hollywood-Produzent und Boss eines internationalen Filmkonzerns. Anlässlich seines 150. Geburtstags am 17. Januar 2017 zeigt das Haus der Geschichte Baden-Württemberg die weltweit erste umfassende Carl-Laemmle-Ausstellung. In dem Stuttgarter Museum werden zuvor noch nie ausgestellte Objekte aus den USA, aus seiner Heimat und aus anderen Ländern zu sehen sein.

Sein Aufstieg vom Laufburschen zu einem der erfolgreichsten Filmproduzenten seiner Zeit war der Realität gewordene amerikanische Traum. Carl Laemmle gründete die Universal Studios und machte Hollywood zur Traumfabrik. Das Marketinggenie schuf mediale Großereignisse wie die Eröffnung der Filmstadt Universal City in Los Angeles, erfand das Starsystem und begriff Kino früh als weltweites Geschäft. Unter seiner Ägide entwickelte sich mit Filmen wie „Das Phantom der Oper“, „Dracula“, „Die Mumie“ und „Frankenstein“ das Horrorfilm-Genre. Laemmle und seine Universal Pictures produzierten nicht nur die Masse von mehr als 10.000 Streifen binnen weniger Jahrzehnte, sondern auch weitere Klassiker wie „Onkel Toms Hütte“ und „Im Westen nichts Neues“.

Zu den Ausstellungsstücken gehören Requisiten, Filmplakate, Korrespondenzen und persönliche Gegenstände. Das Haus der Geschichte verhandelte dazu mit Laemmles Nachfahren sowie Institutionen wie dem Archiv der Academy of Motion Picture Arts and Sciences, dem Natural History Museum Los Angeles und dem National Filmcenter Tokyo. Die Schau in Stuttgart erinnert ebenso an Laemmles umfangreiches filmisches Schaffen wie an den Privatmann und sein engagiertes Wirken in seiner alten Heimat.

Der Familienmensch und Patriarch blieb Oberschwaben stets eng verbunden. Er besuchte Laupheim regelmäßig und spendete großzügig für Arme und öffentliche Bauten. Nach seinem erzwungenen Ausstieg aus der Filmbranche 1936 widmete Carl Laemmle seine letzten Lebensjahre besonders einer Rettungsmission: Während der NS-Diktatur ermöglichte er bis zu seinem Tod 1939 wahrscheinlich hunderten deutschen Juden die Auswanderung in die USA. Das Kuratorenteam des Hauses der Geschichte Baden-Württemberg beleuchtet auch mit eigenen Forschungen dieses zuvor wenig untersuchte Kapitel der Biographie Carl Laemmles. mehr
Text und Bild (Ausstellungsplakat): Haus der Geschichte Baden-Württemberg

archiv der schaulust filmarchiv wien 250 1In der aktuellen Schau Archiv der Schaulust präsentiert das Filmarchiv Austria erstmals seine weltweit größte und bedeutendste Sammlung zur Geschichte des Kinos in der Donaumonarchie. Die Schau wird bis 31. Juli 2017  im Metro Kinokulturhaus in Wien gezeigt.

In jahrelanger Spurensuche in internationalen Archiven und Privatsammlungen wurde ein einzigartiger Bestand an kinematographischen Zeitdokumenten zusammengetragen. Eine Auswahl an raren Filmen, Apparaten, Fotografien, Programmheften, Plakaten und mehr aus der k. u. k.-Ära der Jahre 1896 bis 1918 zeichnet das Werden eines neuen Mediums nach.

In der Ausstellung betonen das Medium Film und das Filmarchiv Austria ihre ideologische Komplizenschaft – beide sind Institutionen, die sich der Schaulust verschrieben haben und diese „archivieren“, um sie für die Zukunft zu bewahren und immer wieder aufs Neue lebendig werden zu lassen. So präsentieren der Film und die Ausstellung das gebannte Leben, die Träume und Wünsche, das Vergnügen, die Krisen und die Zerrissenheit – die Kulturgeschichte der k. u. k.-Zeit. Denn als Phänomen des Fin de Siècle spiegelt das Kino auch den Konflikt zwischen Tradition und Moderne wider, der in Österreich untrennbar mit dem Untergang der Monarchie verbunden ist.

Die Ausstellung lädt dazu ein, lustvoll durch die lebendigen Bilderwelten des frühen Kinos zu flanieren und in die Atmosphäre der Pionierjahre des Films einzutauchen. Von den über 500 im Filmarchiv Austria verwahrten Produktionen wird ein Kaleidoskop an Kostbarkeiten des internationalen und nationalen Schaffens gezeigt, von Lumière, Pathé, Gaumont und Méliès bis zu den ersten österreichischen Produktionen der 1906 gegründeten Wiener Saturn-Film und der ab 1910 tätigen Wiener Kunstfilm und Sascha-Filmfabrik. Diese dokumentieren die Entwicklung des Kinos – von den ganz der Schaulust verpflichteten Kurzfilm-Attraktionen der Wanderkino-Zeit über aktuelle Berichterstattung bis zu den an hochkulturellen Vorstellungen orientierten Langfilmen, die mit der Gründung ortsfester Kinos einhergingen.

archiv der schaulust filmarchiv wien 250 3Neben den medialen Zeugnissen der bewegten Bilder erzählen materielle Exponate wie Akten, Briefe, Kino und Film sind ureigene Orte der Schaulust. Damals, als das Medium Film in den Jahren 1896 bis 1918 in Österreich Fuß fasste, war der Begriff in aller Munde. Die Erfindung des Films brachte nicht nur die ganze Welt in Reichweite, das Kino revolutionierte auch die Regeln des Sehens und machte die Schaulust zum Programm. Es veränderte die Wahrnehmung der Menschen, indem es den Rhythmus der modernen Lebenswelt vorgab. Das Kino – diese technische Sensation, die man gesehen haben musste – war ein Ort, an dem sich die Menschen in Massen der Lust am Augen-Blick hingaben. Sie schwelgten in Bilderwelten, genossen den Rausch der bewegten Unterhaltung und überschritten lustvoll moralische Schranken. „Ah, c‘est magnifique“, soll Kaiser Franz Joseph 1896 bei der Vorführung des Cinématographe der Brüder Lumière im Haus Kärntnerstraße 45 ausgerufen haben. Mehr Informationen zur Ausstellung und dem Filmarchiv Austria unter www.filmarchiv.at

Die Ausstellung wird von einem Filmprogramm begleitet. Erhältlich sind zudem ein Katalog, eine DVD-Edition und ein Kalender für das Jahr 2017 (zum Shop).

Textquelle und Fotos: Filmarchiv Austria

Wer am Wochenende zufällig in der Nähe des Genfer Sees weilt, kann dem "Tramp" einen Besuch abstatten.

Das ehemalige, idyllisch gelegene Domizil von Kinolegende Charlie Chaplin wurde mehrere Jahre lang aufwändig in ein Museum umgebaut und ist seit dem 16. April 2016 für alle Interessierten geöffnet. In zwei Themenwelten werden interessante Einblicke in das private Leben und künstlerische Schaffen des Ausnahmekünstlers gegeben. 30 naturalistisch gestaltete Wachsfiguren von Chaplin und seinen Weggefährt/innen zeichnen ein lebensechtes Bild von seinem Werdegang. Ein Café und ein Museumsshop ergänzen den Ausstellungsbereich. Webseite Facebook

Luther Jahr: Der Reformator im deutschen Stummfilm

Vom 31. Oktober 2016 bis 31. Oktober 2017 wird das Luther Jahr begangen: Aufgrund seiner historischen Bedeutung und Medienwirksamkeit hat sich auch das frühe deutsche Kino dem berühmten und einflussreichen Kirchenmenschen und Bibel-Übersetzer zugewandt. mehr

Stummfilm-Quiz

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Testen Sie Ihr Stummfilmwissen mit dem Quiz rund um Stummfilmregisseure. 15 Fragen warten hier auf Sie.

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