Anlässlich ihres fünfzigjährigen Bestehens veröffentlicht die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung eine DVD- bzw. Blu-ray-Jubiläumsedition mit sechs Filmen aus ihrem Bestand.

Darunter sind auch die Stummfilme Zapatas Bande (1914) von Regisseur Urban Gad (und mit der unvergleichlichen Asta Nielsen in der Hauptrolle), Als ich tot war (1915) von Ernst Lubitsch und Asphalt (1929) von Joe May. Aus der Sparte Tonfilm sind "Viktor und Viktoria" (1933) von Reinhold Schünzel, "Romanze in Moll" (1943) von Helmut Käutner und "Madeleine und der Legionär" (1957) von Wolfgang Staudte berücksichtigt. Die Veröffentlichung beinhaltet ein Booklet und erscheint am 25. November 2016 als DVD und Blu-ray. mehr

Die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung wurde 1966 gegründet und verwaltet die Produktionen der ehemaligen Firmen Ufa, Universum-Film, Bavaria, Terra, Tobis und Berlin-Film. Zum Bestand gehören Meisterwerke wie "Metropolis" (1927), "Nosferatu - Eine Symphonie des Grauens" (1922) und "Das Cabinet des Dr. Caligari" (1920).

Der Willy Haas-Preis zeichnet jährlich im Rahmen des "cinefest – Internationales Festival des deutschen Film-Erbes" bedeutende internationale Publikationen zum deutschsprachigen Film in den Bereichen Buch- und DVD-Edition aus.

2016 wird der, nach dem deutsch-tschechischen Literaten, Drehbuchautor und Filmkritiker Willy Haas benannte Preis zum dreizehnten Mal vergeben. Dieses Jahr besteht die internationale Jury aus Peter Bossen (Hamburg), Adelheid Heftberger (Wien), Uli Jung (Trier), Heike Klippel (Braunschweig) und Fabian Tietke (Berlin).

Die Jury hat aus den Neuerscheinungen der letzten 24 Monaten je Kategorie fünf Kandidaten für den Preis nominiert. Der endgültige Sieger wird im Rahmen der Eröffnung des 29. Internationalen Filmhistorischen Kongresses am Mittwoch, den 23. November 2016, im Hamburger Kino Metropolis bekannt gegeben.

Für die Shortlist der Kategorie DVD wurde Der Student von Prag, erschienen in der Edition Filmmuseum, nominiert. Die Doppel-DVD präsentiert den Filmklassiker (1913) mit Paul Wegener in restaurierter Fassung. Das Bonusmaterial enthält ein 20-seitiges Booklet in drei Sprachen, die originale Klavieruntermalung des Films sowie eine Version der Orchestermusik. Weitere Informationen zur Preisverleihung unter www.cinefest.de
Videotrailer Cinefest 2016

XIII. Internationales Festival des deutschen Film-Erbes, Hamburg, 19.–27. November 2016
Internationaler Filmhistorischer Kongress, Hamburg, 24.–26. November 2016

cyankali dvd cover absolut medien 2016 250Am 23. September 2016 erscheint die Doppel-DVD "Cyankali", unter anderem mit der Filmversion von 1930 des gleichnamigen Schauspiels.

Das Theaterstück Cyankali des Arztes, Schriftstellers und kommunistischen Politikers Friedrich Wolf hatte im September 1929 am Berliner Lessingtheater Premiere. Statt der Strafverfolgung bei Schwangerschaftsabbruch forderte der Autor in dem seinerzeit vieldiskutierten Bühnenwerk eine am Selbstbestimmungsrecht der Frauen orientierte Gesetzgebung. Ideologisch eingebettet war Wolfs Forderung nach Abschaffung des § 218 in den Kampf der Arbeiterschaft gegen den rücksichtslosen Kapitalismus der Weimarer Republik. Schon 1930 folgte die Filmversion von Regisseur und Produzent Hans Tintner, mehrfach verboten und schließlich von der Zensur freigegeben.

Tintners Cyankali ist im Rückblick nicht nur ein zeithistorisch interessantes Sozialdrama über den Kampf um den Abtreibungsparagrafen und über die politisch und wirtschaftlich überaus schwierigen Verhältnisse im Deutschland der 1920/30er Jahre. Auch filmtechnisch ist der Film bemerkenswert, denn er dokumentiert augenfällig den Übergang von der Stummzeit in die Tonfilmära: Noch als Stummfilm begonnen, sind die letzten Minuten des Films stellenweise als Tonfilm produziert. In die Kinos kam „Cyankali“ dann seinerzeit in einer in weiten Teilen mit Musik unterlegten und mit Zwischentiteln versehenen Fassung.

In dieser Version erscheint der Film nun von Absolut Medien im Rahmen der Reihe „Arte Edition“. Die Ausstattung lässt keine Wünsche offen: Neben diversen Dokumenten auf zwei DVD-ROM-Teilen enthält die Doppel-DVD auch eine für das DDR-Fernsehen im Jahr 1977 inszenierte Fernsehversion von „Cyankali“, die TV-Diskussion „Probleme und Gedanken“ (die einen Tag nach der Ausstrahlung der TV-Fassung von „Cyankali“ im DFF ausgestrahlt wurde) und einen Radiobeitrag aus dem Jahr 1978.

Im 20-seitigen, schön bebilderten Booklet wird ein Abriss über die Geschichte des Abtreibungsparagrafen 218 und ein kurzer Einblick in die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse der Weimarer Zeit gegeben. Bemerkenswert ist der im Einleitungstext geäußerte politische Anspruch der Herausgeber, namentlich dem Filmmuseum Potsdam, das in seinen Einleitungsworten einen Bogen von 1930 in die Jetztzeit schlägt: Eine Verschärfung des § 218 würden rechtskonservative Kräfte, allen voran die Partei AfD, derzeit verstärkt fordern. Und hier gelte es für alle demokratischen Kräfte, entschieden Gegenposition zu beziehen. So betrachtet hat diese rundum gelungene DVD-Edition nicht nur historischen, sondern auch aufklärerischen Wert.
Bild: Absolut Medien

schatten dvd 2016 250Eine der herausragendsten und wichtigsten DVD-Neuerscheinungen in diesem Herbst für Freunde des frühen Kinos: Absolut Medien veröffentlicht am 09. September 2016 in seiner DVD-Reihe "Arte Edition" den Stummfilm Schatten - eine nächtliche Halluzination.

Der von Regisseur Arthur Robison visuell beeindruckend inszenierte Klassiker des expressionistischen Films wurde am 16. Oktober 1923 im Berliner U.T. am Nollendorfplatz uraufgeführt. In dem ohne Zwischentitel produzierten Liebesdrama spielen unter anderem Fritz Kortner, Ruth Weyher, Gustav von Wangenheim und Fritz Rasp. Die Filmrestaurierung erfolgte 1998 durch Luciano Berriatua im Auftrag der Murnau-Stiftung. Die Musik aus dem Jahr 2016 wurde von Johannes Kalitzke komponiert und im Auftrag von WDR und ZDF/ARTE vom Ensemble Ascolta eingespielt. mehr mehr

Termintipp: Das Ensemble Ascolta wird am 5. November 2016 in der Stuttgarter Liederhalle Kalitzkes Komposition live zu "Schatten" performen. mehr 
Bild: Absolut Medien

Auf der Berlinale feiert die digitale Restaurierung von Fritz Langs "Der müde Tod" (1921) am 12. Februar 2016 ihre Weltpremiere. Einen Monat später ist die neue Fassung mit einer Länge von 98 Minuten auf DVD erhältlich.

Die Edition erscheint bei Universum Film und enthält diverse Extras, unter anderem einen Vergleich der deutschen und der russischen Fassung. Die digitale Restaurierung wurde ermöglicht durch die Unterstützung von Bertelsmann als Hauptsponsor sowie mit Mitteln aus der Digitalisierungsoffensive der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und vom Förderverein „Freunde und Förderer des deutschen Filmerbes e.V.“

Die Präsentation bei den Berlinale Classics ist eine Kooperation der Internationalen Filmfestspiele Berlin mit der Deutschen Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen, ZDF/Arte und dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin unter der Leitung von Frank Strobel. Für die Weltpremiere sowie die Auswertungen in TV, Kino, DVD und Blu-ray komponierte Cornelius Schwehr eine neue Filmmusik (Quelle: Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung). mehr

Der Fernsehsender Arte zeigt die "Berlinalefassung" von Der müde Tod am Montag, den 15.02.2016, um 23:55 Uhr. mehr

Dokumentation über die Restaurierungsarbeiten

Vergleich vor und nach der Restaurierung

Filmauschnitte aus der restaurierten Fassung: 1 2 3

Zwei Stummfilme aus dem Bestand der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung sind vor Kurzem auf DVD erschienen.

Es handelt sich dabei um die fast vollständig wiederhergestellte Ufa-Großproduktion Zur Chronik von Grieshuus aus dem Jahr 1925 (Regie: Arthur von Gerlach) und Die Frau nach der man sich sehnt von 1929 (Regie: Kurt Bernhardt) mit der damals 28-jährigen Marlene Dietrich. Zu beiden Filmen gibt es Bonusmaterial. mehr

Der Todestag von Hans Brausewetter jährte sich im April 2015 zum 70. Mal. Das Magazin HIStory des Centrum Schwule Geschichte (CSG) erinnert aus diesem Anlass in seiner aktuellen Ausgabe 03/2015 an den deutschen Schauspieler.

Brausewetter spielte in der Stummfilmzeit unter anderem in G. W. Pabsts Spielfilmdebüt Der Schatz (1923), F. W. Murnaus Faust - eine deutsche Volkssage (1926) und dem französischen Kriegsfilm Verdun (1928). In der Tonfilmzeit konnte er seine Karriere mühelos, etwa in den aufwändigen Agfacolor-Streifen Münchhausen (1943) und Die Fledermaus (1944), fortsetzen. Während des Nationalsozialismus kam er wegen seiner Homosexualität mit der damaligen antihomosexuellen Gesetzgebung in Konflikt. Brausewetter wurde am 27. Mai 1899 in Malaga/Spanien geboren und starb bei einem Bombenangriff am 29. April 1945 in Berlin.

Artikel über Hans Brausewetter in HIStory als PDF lesen

Das Magazin HIStory des Centrum Schwule Geschichte mit Sitz in Köln bietet Informationen über die schwule Community und zu Aktivitäten, Projekten und Veranstaltungen des CSG. Es stellt Fundstücke aus dem Archiv des CSG ebenso wie Neuerscheinungen schwuler Literatur vor und weist auf Gedenktage und Ausstellungen hin. Das CSG besteht seit mehr als 30 Jahren und hat sich durch zahlreiche Veröffentlichungen und Ausstellungen bundesweit als eine der ersten Adressen für schwule Geschichtsforschung etabliert. mehr

Freunde und Förderer des deutschen Filmerbes e.V.

lars grein foerderverein murnau stiftung 250

Der Erhalt des filmischen Erbes ist eine der großen archivarischen und kulturellen Herausforderung unserer Zeit. Der Förderverein "Freunde und Förderer des deutschen Filmerbes e.V." unterstützt die Arbeit der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, die einen bedeutenden Teil des deutschen Filmerbes pflegt. Stummfilm Magazin stellt den Verein vor und hat sich mit dem Vorsitzenden Lars Grein (Foto) unterhalten. mehr

Von Cesare bis Major Strasser

caligari schriftzug 250

Anlässlich seines 125. Geburtstages im Januar 2018 und seines 75. Todestages im April 2018 würdigte Autorin Bettina Müller den legendären Schauspieler Conrad Veidt. mehr