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das alte gesetz cover dvd absolut medien 250Im Rahmen der 68. Internationalen Filmfestspiele Berlin findet am 16. Februar 2018 im Friedrichstadtpalast die feierliche Uraufführung der erstmals vollständig restaurierten Fassung von "Das alte Gesetz" (D 1923) von E.A. Dupont mit der neuen Live Musik von Philippe Schœller statt. Parallel dazu erscheint die mit vielen Extras angereicherte DVD in der Arte Edition.

Der Klassiker um den Schauspieler, der aus dem Schtetl kam: Um 1860 verlässt Baruch gegen den Willen seines Vaters, des Rabbiners, das jüdische Ghetto in Galizien, um Schauspieler zu werden. Sein Weg, der ihn bis ans Burgtheater in Wien führt, ist lang und gesäumt von Misstrauen und Verachtung. Als er auf einer Provinzbühne den Romeo spielt, sieht ihn die Erzherzogin. Fortan fördert sie Baruch. Er wird berühmt, leidet aber unter dem Bruch mit seinem Vater.

"Das alte Gesetz", nuancenreich inszeniert von E.A. Dupont ("Varieté"), ist ein Film über Identitätssuche und Verwandlung, über die Sehnsucht nach Freiheit und Anerkennung sowie über die Vision eines harmonischen Zusammenlebens von Christen und Juden – und zugleich eine Geschichte des Verlusts.

Die Extras auf der DVD umfassen unter anderem Clips zur Restaurierung, ein Auszug aus "Der Film im Film", ein Booklet mit biografischen Angaben zu E.A. Dupont, zahlreiche Dokumente im PDF-Teil und einiges mehr. Die Hauptmusik von Philippe Schœller wird vom Orchester Jakobsplatz München unter der Leitung von Daniel Grossmann gespielt. Eine zweite Musik ist von dem Stummfilmpianisten Donald Sosin unter Mitwirkung von der Klezmer-Violinistin Alicia Svigal. Auch zu den beiden Musiken finden sich ausführliche Texte im Booklet.

Zur Restaurierung: Bereits 1984 edierte Lothar Schwab für die Deutsche Kinemathek eine Fassung des Films, die sich, soweit damals angesichts der Quellenlage möglich, der Originalfassung anzunähern suchte. Diese Rekonstruktion speiste sich aus Filmmaterialien, die bei Gosfilmofond in Moskau, dem Svenska Filminstitute in Stockholm, der Cinémathèque Royale in Brüssel, der Library of Congress und der Cinémathèque Francaise in Paris beschafft werden konnten. Vor einigen Jahren machte Prof. Cynthia Walk von der University of California, San Diego die Kinemathek darauf aufmerksam, dass inzwischen die Zensurkarte des Films gefunden wurde und eine Korrektur der bisherigen Fassung möglich sei, die den Film noch näher an die Intentionen von Dupont heranbringen, oder doch mindestens den Wortlaut der bisher nur über Rückübersetzungen zugänglichen Zwischentitel wiedergewinnen könne. Frau Prof. Walk war es auch, die den Kontakt zur Sunrise Foundation for the Education and the Arts herstellte, durch deren finanzielle Unterstützung die Neubearbeitung ermöglicht wurde. Eine erneute internationale Recherche förderte einige neue Materialien, unter anderem im Narodni Filmovy Archiv und in der Cinémathèque Francaise zutage, die zusammen mit den unterdessen im Bundesarchiv/Filmarchiv aufbewahrten Nitrokopien der vorherigen Recherche erlaubten, den Film nun mit Hilfe digitaler Technik besser zu duplizieren, die Montage zu vervollständigen und auch die Farben der zeitgenössischen Virage wiederzugewinnen.mehr

buchruecken 250Im März 2018 erscheint im Schüren Verlag das Buch "Von Träumen im Film – Visionen einer anderen Wirklichkeit".

Träume im Film – ähnlich wie Träume in der Literatur – sind konstruiert, oft erscheinen sie als dicht gefügte, bedeutungsvolle Szenenfolgen, die sonst schwerlich erkennbare Ängste und Wünsche einer Person aus dem Unbewussten ans Licht fördern. Filmerzähler stecken dabei in einem Dilemma: Der filmische Traum, wenn er denn einprägsam und Botschafter bestimmter Emotionen sein soll, braucht die `konkrete Szene´, selbst wenn das Umfeld, sozusagen die Traum-Kulissen nur angedeutet und die Physiognomien der Traumpersonen vielleicht nur halbdeutlich wiedergegeben werden. Andererseits soll sich schon an der visuellen Oberfläche und im Nacheinander der Vorgänge zeigen, dass man keine Alltagsrealität vor Augen hat. In dem Buch werden unter anderem auch die Stummfilme Geheimnisse einer Seele (D 1926) und Der letzte Mann (D 1924) analysiert. mehr

Titel: "Von Träumen im Film – Visionen einer anderen Wirklichkeit"
Autor: Thomas Koebner
SchürenVerlag
192 Seiten. Paperback
einige Abbildungen
€ 19,90
ISBN 978-3-89472-616-4
Erscheinungstermin: März 2018

Quelle: Verlagsinformation; Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

buchruecken 250Im Februar 2018 erscheint im Schüren Verlag das Buch "Ornamentale Oberflächen – Spurensuche zu einem ästhetischen Phänomen des Stummfilms".

Die visuellen Welten des Stummfilms sind vielfach durch ornamentale Oberflächen geprägt: Interieurs wie Vorhänge, Teppiche, Tapeten, Möbel, Lampen und ebenso Kostüme. Neben der Funktion als Schmuck im diegetischen Raum erfasst das Ornamentale auch die Beziehung zwischen Figur und Umgebung sowie die Komposition des Filmbildes als Ganzes. Galt das Ornament lange als `konservative´ Form, so hat sich die ihm innewohnende Abstraktionskraft als ein Prinzip der Moderne erwiesen. Entsprechend zeichnet die Studie an ausgewählten Fallbeispielen film- und stilhistorisch nach, welche Rolle ornamentgeprägte Filmbilder für die Ausformung einer innovativen Filmsprache spielten und welche Ideen des zeitgenössischen Ornament-Diskurses sich in Kunst- und Filmtheorie damit verbinden. Das Buch zeigt, wie Prinzipien des Ornamentierens – vom Kino um 1910 bis hin zur Hochphase der Avantgarde in den 1920er Jahren – in die Inszenierung des Verhältnisses von Fläche und Raum eingreifen und eine neuartige Qualität des filmisch Visuellen schaffen. mehr

Titel: "Ornamentale Oberflächen – Spurensuche zu einem ästhetischen Phänomen des Stummfilms"
Autorin: Evelyn Echle
Zürcher Filmstudien Band 41
Schüren Verlag
256 Seiten, Klappbroschur
zahlreiche, teilweise farbige Abbildungen
€ 29,90
ISBN 978-3-89472-839-7
Erscheinungstermin: Feburar 2018

Quelle: Verlagsinformation; Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

buchruecken 250Im Februar 2018 erscheint im Schüren Verlag das Buch "Leid-Bilder. Die Passionsgeschichte in der Kultur".

Die Passionsgeschichte als zentrale Narration der Evangelien löste nicht nur inner-, sondern in vielfältiger und bemerkenswerter Weise auch außerhalb der kirchlichen Traditionen unterschiedliche Rezeptionen und Reaktionen aus. Im Laufe der Europäischen Religionsgeschichte wurde sie in verschiedene Kontexte übertragen und mittels diverser Medien variantenreich umgesetzt.

Die Veröffentlichung setzt sich mit der Rezeptionsgeschichte der Passion im Film auseinander. In der Erforschung der Wechselwirkung zwischen Film und Religion, die die Filmgeschichte von Beginn an prägt, übernimmt die Passion eine zentrale Rolle. Die Liste der relevanten Werke ist lang und die damit assoziierten Themen ganz unterschiedlich: Die Palette reicht vom Drama über die Komödie bis zum Musical. Stilistisch wird ein Bogen vom Stummfilm zu den opulenten historisierenden Werken bis hin zum experimentellen Autorenkino gespannt. mehr

Titel: "Leid-Bilder. Die Passionsgeschichte in der Kultur"
Herausgeber/innen: Daria Pezzoli-Olgiati, Natalie Fritz, Marie-Therese Mäder, Baldassare Scolari
Schüren Verlag

600 Seiten
zahlreiche farbige Abbildungen
€ 38,00
ISBN 978-3-89472-715-4
Erscheinungstermin: Feburar 2018

Quelle: Verlagsinformation; Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

35 mm retro film magazin logo 250Auch in der aktuellen Ausgabe von "35 Millimeter – Das Retro-Filmmagazin" (Doppelausgabe 23/24 vom Dezember 2017) ist wieder viel Lesenswertes für Stummfilmfans dabei.

So berichtet das 76 Seiten starke Magazin über zwei Stummfilmevents in Berlin: Das Metropolis Orchester Berlin unter Leitung von Burkhard Götze vertonte am 23. Oktober 2017 im Babylon Kino Sergei Eisensteins Panzerkreuzer Potemkin (UdSSR 1925) mit der Urfassung von Edmund Meisels Originalmusik. Am 11. und 12. November 2017 lud die Komische Oper dann zur zweiten Auflage des Kino Varieté-Festivals ein: Gezeigt wurden unter anderem Die Abenteuer des Prinzen Achmed (D 1926, Regie: Lotte Reiniger) und Arsenal (UdSSR 1929, Regie: Oleksandr Dowschenko).

Im Heft ist zudem ein Interview von Christian Genzel mit Dr. Nikolaus Wostry, Geschäftsführer des Filmarchiv Austria, über die Restaurierung des österreichischen Stummfilms Die Stadt ohne Juden (1924) und die grundlegenden Herausforderungen bei der Filmbewahrung zu finden. Interessant auch der Artikel "Filmgeschichte mal anders" von Manuel Föhl über die Copyrightsituation im frühen Kino und deren Wechselwirkung mit ästhetischen und technischen Entwicklungen.

Das reich bebilderte und unterhaltsame Magazin aus dem 35 Millimeter Verlag, das sich dem Kino bis in die 1960-Jahre verschrieben hat und alle zwei Monate erscheint, kann hier online bestellt werden.

Tipp: Seit Dezember 2017 veröffentlicht der Verlag auch eine Booklet-Reihe im DIN A6-Format. Die aktuelle Ausgabe Nr. 2 widmet sich Alfred Hitchcocks Frühwerk The Lodger (GB 1927). mehr
Bild: 35 Millimeter Verlag

Von Cesare bis Major Strasser

caligari schriftzug 250

Anlässlich seines 125. Geburtstages am 22. Januar 2018 und seines 75. Todestages am 03. April 2018 würdigt Autorin Bettina Müller den legendären Schauspieler Conrad Veidt. mehr

Stummfilme bei Arte

Der deutsch-französische TV-Sender Arte hält auf seiner Internetseite immer wieder Stummfilme in voller Länge zum sofortigen Anschauen bereit. Außerdem berichtet das Magazin "Stumm" jeden Monat über den frühen Film. mehr