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filmstreifen 06 250Vom 18. bis 26. November 2017 findet in Hamburg das cinefest 2017 – XIV. Internationales Festival des deutschen Film-Erbes statt. Es behandelt in diesem Jahr das Thema "Zwischen Revolution und Restauration Kultur und Politik 1789 – 1848 im Spiegel des Films".

Die Epoche zwischen der Französischen Revolution 1789 und der Wiederherstellung der »guten alten Ordnung« nach dem Scheitern der demokratischen Revolution in Deutschland 1848 bewegte Zeitgenossen sowie Künstler und Literaten späterer Jahre. Das zeigt sich in den Werken revolutionärer Autoren wie Georg Forster und Georg Büchner. Während Heinrich Heine im revolutionären Paris an der deutschen Gegenwart verzagte, entwickelten Schiller und Goethe sich vom Sturm und Drang zum höfischen Establishment. In der Romantik fand sich die Verklärung der Vergangenheit ebenso wie düstere Brechungen der damaligen Gegenwart (E.T.A. Hoffmann). Ähnliche Entwicklungen traten auch in anderen europäischen Ländern auf (Percy & Mary Shelley).

Werke und Biografien dieser Künstler wurden oft von Filmschaffenden aufgegriffen, um ihre Realität unter den unterschiedlichsten Regimen zu behandeln. Die »Klassische Literatur« diente ihnen dabei auch als Verkleidung, um akute gesellschaftliche Probleme darzustellen. So spiegeln die Filme häufig die Zerrissenheit zwischen Kultur und Politik. cinefest und Kongress reflektieren damit in doppelter Brechung die filmischen Bearbeitungen künstlerischer und literarischer Werke einer politisch bewegten Zeit.

Auch in 2017 zeigt das cinefest Raritäten aus der Stummfilmzeit, zum Teil mit Live-Musikbegleitung:

Samstag, 25.11.2017, 17:00 Uhr
Hoffmanns Erzählungen (Deutschland 1916)
Regie: Richard Oswald
Darsteller: Kurt von Wolowski, Max Ruhbeck, Paula Ronay, Werner Krauß, Friedrich Kühne, Lupu Pick
Musikbegleitung: Marie-Luise Bolte

Sonntag, 26.11.2017, 17:00 Uhr
Juwelen. Sensation im Diamantenclub (Österreich 1929)
Regie: Hans Brückner
Darsteller: Oscar Beregi, Manja Sorell, Alexander Critico, Renate Tyroff
Musikbegleitung: Duo WeberWendt

Montag, 20.11.2017, 17:00 Uhr
Die Jugendgeliebte. Goethes Frühlingstraum (Deutschland 1929/30)
Regie: Hans Tintner
Darsteller: Elga Brink, Anita Dorris, Hans Stüwe, Jakob Tiedtke
Der Film wurde stumm gedreht und später mit Musik und Geräuschen vertont.

Donnerstag, 23.11.2017, 17:00 Uhr
Nathan der Weise (Deutschland 1922)
Regie: Manfred Noa
Darsteller: Werner Krauß, Carl de Vogt, Fritz Greiner, Lia Elbenschütz, Max Schreck
Musik (nicht live): Joachim Bärenz

Teil der Veranstaltung ist der 30. Internationale Filmhistorische Kongress (23. – 25. November 2017, Gästehaus der Universität Hamburg), bei dem die Themen des Festivals in Vorträgen und Diskussionen vertieft werden. mehr

In der Zentralbibliothek der Öffentlichen Bücherhallen Hamburg wird vom 13. November bis 13. Dezember 2017 ergänzend zum cinefest die Begleitausstellung "Zwischen Revolution und Restauration" gezeigt. mehr

Im Anschluss an die Hamburger cinefest-Veranstaltung gehen Teile des Filmprogramms auf Tournee nach Berlin, Wiesbaden, Prag, Wien und Zürich. cinefest und der 30. Internationale Filmhistorische Kongress werden veranstaltet von CineGraph Hamburg und dem Bundesarchiv in Zusammenarbeit mit zahlreichen nationalen und internationalen Institutionen. mehr
Mit Textmaterial des Veranstalters; Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

filmstreifen 01 250Am 09. November 2017 findet um 19:00 Uhr im Filmmuseum Potsdam die Veranstaltung "Kino im Kopf. Ein Abend mit Filmgeschichten aus der Ufa" statt.  Anlass ist die Gründung der Ufa, die sich in 2017 zum hundersten Mal jährt.

Fritz Lang kommandiert die Komparsen herum, Erich Pommer ist ständig im Stress, die Vorstandssekretärin überlastet, Heinz Rühmann duckt sich vor Goebbels weg, Hans Albers hat mit einigen Münchhausen-Dialogzeilen so seine Schwierigkeiten – und warum eigentlich ist die Feuerzangenbowle heute noch so beliebt bei Studenten? Studierende aus den Masterstudiengängen Drehbuch und Filmkulturerbe der Filmuniversität haben Kurzfilmstoffe zur Geschichte des größten deutschen Filmkonzerns entwickelt. In komischen, traurigen und nachdenklichen Szenen setzen sie sich mit Filmen, Personen und Ereignissen aus dem Studiobetrieb von Anfang der 1920er Jahre bis 1945 auseinander und geben ihren ganz eigenen Blick auf die Firma zwischen Demokratie und Diktatur wieder. Einige Autorinnen und Autoren stellen ihre Bücher in einer Lesung im Filmmuseum vor und laden das Publikum ein, »Kino im Kopf« zu machen. Die musikalische Begleitung der Veranstaltung hat Peter Gotthardt übernommen, die Gesamtleitung liegt bei Ursula von Keitz.

Bereits um 18:00 Uhr wird im Foyer des Museums die Projektpräsentation "Geliebt, vertrieben – erinnert" über die von der Ufa ab 1933 entlassenen jüdischen Filmschaffenden stattfinden. So würdigt das Filmmuseum Potsdam mit einer Hommage im Rahmen des Jüdischen Filmfestivals Berlin-Brandenburg das Schaffen des Drehbuchautors und Regisseurs Emeric Pressburger. Schon wenige Monate nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten beschloss der Ufa-Vorstand am 29. März 1933, einen Großteil ihres jüdischen Personals zu entlassen, das in den 1920er und frühen 1930er Jahren zur kreativen Blüte des Konzerns beigetragen hatte – Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Drehbuchautoren, Filmkomponisten, Schauspielerinnen und Schauspieler. Doch nicht alle konnten, wie Emeric Pressburger, im Exil weiterarbeiten und überlebten den Holocaust. Einige von ihnen wurden, wie Kurt Gerron, im KZ ermordet. Das Filmmuseum erinnert mit einer digitalen Präsentation an die Biographien der entlassenen Filmschaffenden, prominenten wie heute vergessenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und lädt dazu ein, sich mit ihnen und ihrer Arbeit auseinanderzusetzen. Die Veranstaltung findet unter Beteiligung des Filmhistoriker und Kurators Friedemann Beyer statt.

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Eine Kartenreservierung ist unter Telefon 0331-27181-12 und per E-Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! möglich.
Eintritt: 5,00 €

Textquelle: Filmmuseum Potsdam; Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

frau dorothys bekenntnis 1921 filmarchiv austria 250Im Metro Kinokulturhaus in Wien ist vom 03. bis 26. November 2017 die Retrospektive "Come And Shoot In Austria – Österreichisches Krimi-Kino" zu sehen.

Die Schaulust ist groß, wenn es darum geht, auf der Leinwand juristische und moralische Grenzen zu überschreiten und die Ordnung wiederherzustellen. Dabei hat das Krimi-Kino Österreichs mit seinen unterschiedlichen Subgenres – vom Eifersuchtsdrama zum Revuekrimi, vom Agententhriller bis zum klassischen Whodunit – den Ordnungshüter immer wieder den gesellschaftlichen Befindlichkeiten angepasst. Das Casting kennt den unbestechlichen Polizisten mit guten Manieren, es erzählt von biederen Kriminalräten und charmanten Agenten und führt schließlich in den 1960er-Jahren einen neuen Typ ein: den urbanen Grantler, der Rebell, Spießer und Schmerzensmann gleichermaßen ist.

Die Retrospektive "Come And Shoot In Austria" ist eine Kooperation von Synema und Filmarchiv Austria. Bei Synema ist das Buch "Recht und Ordnung oder »Come And Shoot In Austria. Österreichische KriminalFilmGeschichte(n)" von Christoph Fuchs schienen, das in die Genrewelt des Verbrechens einführt.

Im Rahmen der von Autor Christoph Fuchs kuratierten Filmreihe sind auch drei Stummfilmproduktionen zu sehen:

Freitag, 10. November 2017, 19:00 Uhr
"Die Tat des Andreas Harmer" (Regie: Alfred Deutsch-German, A 1930)
Einführung von Christoph Fuchs; Livemusikbegleitung von Florian C. Reithner

 Samstag, 11. November 2017, 17:00 Uhr
"Eine Dirne ist ermordet worden" (Regie: Conrad Wiene, A 1930)
"Frau Dorothys Bekenntnis" (Regie: Michael Kertész, A 1921)
Livemusikbegleitung von Florian C. Reithner

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Text und Bild: Pressematerial Filmarchiv Austria. Das Foto zeigt eine Szene aus "Frau Dorothys Bekenntis" (A 1921).

filmklappe blau 250 orange ohne soundDer amerikanische Regisseur King Vidor starb vor 35 Jahren, am 01. November 1982, in El Paso de Robles (Kalifornien). Er wurde am 08. Februar 1894 in Galveston (Texas) geboren.

Zu seinen Werken aus der Stummfilmzeit gehören The Crowd (1928), Show People (1928), Hallelujah! (1929) und vor allem sein Meisterwerk, der Antikriegsfilm The Big Parade aus dem Jahr 1925. Vidor wurde 1979 mit einem Ehrenoscar ausgezeichnet. mehr
Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

filmstreifen 02 250Im November 2017 gibt es, nach der erfolgreichen Premiere im Oktober 2015, eine Neuauflage des Stummfilmfestivals "Kino Varieté" in der Komischen Oper in Berlin.

Am Samstag, den 11.11.2017, widmet sich die zweitägige Veranstaltung ab 19:30 Uhr dem Thema "Voyage Oriental". Gezeigt wird der Silhouetten-Trickfilm Die Abenteuer des Prinzen Achmed (1926, Regie: Lotte Reiniger). Eingebettet ist das poetisch-märchenhafte Meisterwerk in ein buntes Rahmenprogramm aus Musik und Show, so wie es vor allem in den 1920er Jahren in vielen größeren Kinos üblich war.

Die Eintrittskarte für den Film am 11.11.2017 beinhaltet auch die anschließende Party mit DJ Yuriy Gurzhy ab 22:30 Uhr am gleichen Ort sowie das Symposium "Roter Rummel" am Sonntag, den 12.11.2017, um 14:00 Uhr. Das Symposium beleuchtet die Russische Revolution und ihre Folgen in Kunst und Gesellschaft; es wird gemeinsam vom Deutschen Historischen Museum und der Komischen Oper Berlin durchgeführt (für das Symposium gibt es auch ein Kombi-Ticket ausschließlich für das Rahmenprogramm). Am Abend des 12.11.2017 steht dann um 19:30 Uhr der Spielfilm Arsenal (1929, Regie: Oleksandr Dowschenko) im Zentrum der zweiten "Kino Varieté"-Show. mehr
Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

filmklappe blau 250 neuDer amerikanische Filmproduzent Louis B. Mayer starb vor 60 Jahren, am 29. Oktober 1957, in Los Angeles. Er wurde am 12. Juli 1884 in Minsk (damals Russisches Kaiserreich, heute Weißrussland) geboren.

Sein von ihm geleitetes Filmunternehmen, das ab 1924 unter dem Namen Metro-Goldwyn-Mayer (MGM) firmierte, vertrieb und produzierte bereits in der Stummfilmzeit vielbeachtete und oftmals überaus finanziell erfolgreiche Filme wie The Birth Of A Nation (1915) Greed (1924), Die große Parade (1925) und Ben Hur (1925). Mayer gehörte zu den Initiatoren der 1927 gegründeten Academy of Motion Picture Arts and Sciences, die seit 1929 den Filmpreis Academy Award ("Oscar") vergibt. mehr
Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

filmrestaurierung 250 03Der 27. Oktober ist "Welttag des audiovisuellen Erbes". Die Unesco hat den Tag im Jahr 2005 ausgerufen, in Deutschland wird er seit 2007 begangen.

Die Unesco will mit dem Welttag auf die Notwendigkeit zum Erhalt von analogen und digitalen Medien, wie zum Beispiel Fotos, Filme und Tonaufnahmen, aufmerksam machen. Deutschland ist mit über zwanzig Beiträgen im "Memory of the World"-Register der UNESCO berücksichtigt, darunter die Gutenberg-Bibel, Goethes literarischer Nachlass und – als erster Film weltweit – Fritz Langs monumentaler Science-Fiction-Film Metropolis aus dem Jahr 1927. mehr

Veranstaltungshinweise zum "Welttag des audiovisuellen Erbes" (Auswahl):

• 27.10.2017, Hamburg, 17:00 Uhr, Vortrag in die Zentralbiliothek der Bücherhallen Hamburg: Annika Souhr-Könighaus vom Bundesarchiv stellt das Internetportal www.filmothek.bundesarchiv.de vor mehr (PDF)

• 27.10.2017, Berlin, Verleihung des Kinopreises des Kinematheksverbundes im Rahmen der Veranstaltung "Film:ReStored" (26. bis 29. Oktober 2017) und anlässlich des "Welttag des audiovisuellen Erbes" mehr

• 27.10.2017, Potsdam, 19:00 Uhr, Programm unter dem Titel "Licht und ratternde Projektoren? Materialität im Kino": Gezeigt werden die Kurzfilme "Black" (Belgien 2015)  und "Camera Threat" (Indien/D 2017), anschließend findet ein Gespräch mit den Filmemacher/-innen Anouk de Clercq und Bernd Lützeler statt (Moderation: Sophia Wetzke vom rbb) mehr

• 27. 10.2017, Frankfurt/Main, 18:00 Uhr, Filmvorführung von "Kirmes" (D 1960, Regie Wolfgang Staudte) im Kino des Deutschen Filmmuseums mehr
Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

buchruecken 250Der Willy Haas-Preis zeichnet jährlich im Rahmen des cinefest – Internationales Festival des deutschen Film-Erbes bedeutende internationale Publikationen zum deutschsprachigen Film in den Bereichen Buch- und DVD-Edition aus.

2017 wird der nach dem deutsch-tschechischen Literaten, Drehbuchautor und Filmkritiker Willy Haas benannte Preis zum dreizehnten Mal vergeben. In diesem Jahr besteht die Jury aus Peter Bossen (Hamburg), Adelheid Heftberger (Potsdam ), Uli Jung (Trier), Heike Klippel (Braunschweig) und Fabian Tietke (Berlin). Die Juro/innen haben aus den Neuerscheinungen der letzten 24 Monate fünf Kandidaten pro Kategorie für den Preis nominiert, darunter den vom Filmarchiv Austria veröffentlichten Ausstellungskatalog Archiv der Schaulust. Eine Geschichte des frühen Kinos in der K.u.K. Ära 1896–1918.

Die jeweiligen Sieger in den beiden Kategorien werden bei der Eröffnung des 30. Internationalen Filmhistorischen Kongresses am 22 . November 2017 im Hamburger Kino Metropolis bekannt gegeben. Die Gewinner erhalten jeweils eine Urkunde sowie eine Original-Grafik des Künstlers und Filmmachers Franz Winzentsen. Weitere Informationen zur Preisverleihung und zum cinefest hier
Textquelle: Pressemitteilung Veranstalter cinefest; Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

filmstreifen 08 250Die Autorin Heike Goldbach liest im November 2017 aus ihrer im Frühjahr 2017 veröffentlichten Biografie Willy Fritsch – ein Feuerwerk an Charme und gibt dabei einen profunden Einblick in das Leben und Schaffen eines der populärsten Schauspieler der deutschen Kinogeschichte.

Willy Fritsch (1901-1973) war über 40 Jahre im Filmgeschäft aktiv. In der Stummfilmära spielte er unter anderem in den beiden Fritz Lang-Klassikern Spione (1928) und Frau im Mond (1929). Sein Name ist eng mit dem Filmunternehmen Ufa verbunden, das in 2017 sein hundertjähriges Gründungsjubiläum begeht – Anlass genug, den berühmten Leinwanddarsteller mit einer aktuellen Biografie zu würdigen.

An den drei Lesungsterminen wird ergänzend zu den Ausführungen der Autorin jeweils ein ausgewählter Film mit Willy Fritsch oder eine Multimediapräsentation zu sehen sein:
02.11.2017, Quedlinburg, Palais Salfeldt mehr
08.11.2017, Frankfurt/Main, Deutsches Filmmuseum mehr
22.11.2017, Berlin, Nicolaische Buchhandlung mehr

Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

cinefonie tag 2017 buchwald foto veranstalterBereits zum dritten Mal vereinte der jährlich stattfindende Cinefonie-Tag in Saarbrücken auf unkonventionelle Weise klassisches Kino mit vielfältigen Musikstilen.

Auf zwei Stockwerke der Eventlocation Garelly-Haus wurde am 14. Oktober 2017 ein dichtes Programm geboten: Im Erdgeschoss traten Bands auf, während eine Etage darüber Stummfilme mit Begleitprogramm liefen.

Den Festivalauftakt machte der Mainzer Filmwissenschaftler und -journalist Jens Dehn, der aus seinem Buch Victor Sjöström – Film can be Art vortrug, das Anfang des Jahres im 35-Millimeter-Verlag veröffentlich wurde. Victor Sjöström (1879–1960) gilt als einer der innovativsten Regisseure der 1910er Jahre und als der "Vater des schwedischen Stummfilms". In seiner Lesung legte Dehn einen Schwerpunkt auf Sjöströms Spätwerk und jene Werke, die er ab 1923 in Hollywood drehte. Die Lesung bot viele Hintergrundinformationen und so die passende Einstimmung für die anschließende Filmvorführung: Mit The Wind bekam das Publikum einen hierzulande äußerst selten gezeigten Sjöström-Film zu sehen, der als das Hauptwerk seiner amerikanischen Phase gilt. Begleitet wurde das Geschehen auf der Leinwand von dem renommierten Stummfilmmusiker Günter A. Buchwald (Foto). Dieser hatte vor Kurzem eigens eine neue Musik für den Film komponiert, die erst Ende September 2017 beim Stummfilmfestival in Pordenone ihre Weltpremiere mit Orchesterbegleitung feierte. Platz für ein vielköpfiges Ensemble bot das Garelly-Haus in Saarbrücken nicht, doch Buchwalds klassisches Spiel auf dem E-Piano war mitreißend und akzentuierte die Handlung auf den Punkt.

Mundorgel, Percussions und E-Gitarre sind dagegen eher ungewöhnliche Instrumente für eine Stummfilmbegleitung. Doch was das Bandprojekt Vortex zu Carl Theodor Dreyers (1989–1968) Vampyr - Der Traum des Allan Gray (D 1932) bot, war auch weit mehr als ein gewöhnliches Stummfilmkonzert. Mit wabernden Sounds und energetischen Rhythmen kreierten die Musiker Marcus Stiglegger und Oliver Freund eine Atmosphäre, die mit der Alptraumhaftigkeit der Erzählung Dreyers eine perfekte Sympiose einging. Ein gleichermaßen filmisches wie musikalisches Erlebnis, zu dem sich der eigens für den Cinefonie-Tag eingerichtete Kinosaal bis auf den letzten Platz füllte.

Abgerundet wurde der gelungene Stummfilm-Programmschwerpunkt des Cinefonie-Tages mit „Gedanken zum Film Metropolis‘“, die sich der Frankfurter Künstler Siegfrid Kärcher machte. Zu Bildern aus Fritz Langs Sci-Fi-Monumentalepos lieferte Kärcher ein elektronisches Klangbett, das anfangs einer Improvisationsperformance glich. Dann bekam Kärcher Unterstützung von der Musikerin Trautonia Capra am Theremin und der Vocalistin Pia La Musica, die nicht nur den gesanglichen Part übernahm, sondern auch Filmtexte aus „Metropolis“ rezitierte. Außergewöhnlich, doch eine interessante Fortschreibung des Tages von der klassischen Stummfilmbegleitung bei „The Wind“ über das moderne „Vortex“-Konzert bis hin zum Experimentellen.

Veranstaltet wird der Cinefonie-Tag von Jörg Matthieu, dem Herausgeber des 35 Millimeter Retro Filmmagazins. Stummfilm Magazin ist Medienpartner des Cinefonie-Tag 2017.
Foto: Veranstalter

filmstreifen 04 250Am 23. Oktober 2017 um 20:00 Uhr vertont das Metropolis Orchester Berlin im Babylon Kino Sergei Eisensteins Panzerkreuzer Potemkin

Das Kino-Meisterwerk wurde am 21. Dezember 1925 im Bolschoi-Theater Moskau als offizieller Jubiläumsfilm zur Feier der russischen Revolution (1905) uraufgeführt. "Panzerkreuzer Potemkin" wird bei Umfragen unter Filmkritikern immer wieder unter die bedeutensten zehn Filme der Kinogeschichte gewählt. Legendär ist die Massaker-Szene auf der Treppe zum Hafen von Odessa, die durch ihren virtuosen, dynamischen Schnitt beeindruckt. mehr
Bild: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

filmklappe blau 250 orange ohne soundDie Deutsche Kinemathek in Berlin bietet in den Herbstferien 2017 den Workshop "Auf den Spuren von Prinz Achmed. Animation mit Schere, Licht und Fantasie" an.

Am Samstag, den 28. Oktober 2017, können die Teilnehmer/innen von 12:00 bis 16:00 Uhr einen eigenen kleinen Trickfilm produzieren. Als Inspiration dient der legendäre Silhouetten-Animationsfilm Die Abenteuer des Prinzen Achmed aus dem Jahr 1926. Der Film gilt als weltweit ältester noch erhaltener Trickfilm in Spielfilmlänge. Regisseurin Lotte Reiniger schuf mit dem Werk einen überaus einflussreichen Film, der auch heute noch durch seinen Fantasiereichtum und die poetische Anmutung der Bilder in seinen Bann zieht.

Die Anmeldung zum Workshop, der sich an Interessierte ab 10 Jahren richtet, erfolgt über den Museumsdienst Berlin unter der Telefonnummer 030 24749-888 oder E-Mail museumsinformation (at) kulturprojekte.berlin. Die Teilnahme ist kostenfrei.
Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

Im Schüren Verlag ist vor Kurzem das Buch "The Great Gun of the Lantern. Lichtbildereinsatz sozialer Organisationen in Großbritannien (1875-1914)" erschienen.

Lichtbildvorträge wurden im ausgehenden 19. Jahrhundert von vielen sozialen Organsiationen – insbesondere in Großbritannien, dem Ursprungsland dieser präfilmischen Projektionsform – zur Aufklärung, aber auch zur Propaganda eingesetzt. Autorin Karen Eifler analysiert diese Präsentationspraxis am Beispiel von sieben in Großbritannien tätigen, teilweise konfessionellen Or­ganisationen. "The Great Gun of the Lantern" ist Band 75 aus der Reihe "Marburger Schriften zur Medienforschung" (ISBN 978-3-89472-955-4). mehr

DVD-Tipp: Auf der von der Edition Filmmuseum herausgegebenen Doppel-DVD "Screening the Poor 1888-1914" ist unter anderem die Rekonstruktion des englischen Lichtbildvortrages "The Magic Wand" aus dem Jahr 1889 über Armut in London enthalten. mehr 
Textquelle: Schüren Verlag GmbH

filmklappe 250Im Casablanca-Kino in Oldenburg werden an zwei aufeinanderfolgenden Tagen Filmklassiker von Friedrich Wilhelm Murnau mit live Musikbegleitung gezeigt.

Am Mittwoch, den 18.10.2017, steht um 19:00 Uhr Tabu (USA 1931) auf dem Programm, Murnaus letzter Film, der kurz nach seinem Tod in die Kinos kam. Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens (D 1922) ist dann am Donnerstag, den 19.10.2017, um 19:00 Uhr zu sehen. Beide Filme werden vom rumänischen Ensemble Trio Contraste begleitet. Die Musik stammt von Prof. Violeta Dinescu von der Universität Oldenburg. mehr
Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

sjoestroem buch 250Filme, Livemusik und einiges mehr hat der Cinefonie-Tag am 14. Oktober 2017 im Programm. 

So wird der Autor Jens Dehn Victor Sjöström – Film Can Be Art, die erste deutschsprachige Monografie über den schwedischen Regisseur Victor Sjöström (1879–1960), vorstellen. Sjöström gehört zu den bedeutensten Filmschaffenden des frühen Kinos. Die Publikation enthält neben verschiedenen Abhandlungen eine kommentierte Filmografie seiner Regiearbeiten. Passend zur Lesung wird am Cinefonie-Tag aus Sjöstroms Œuvre die amerikanische Produktion The Wind (1928) mit Lillian Gish zu sehen sein, live musikalisch begleitet von Günter A. Buchwald.

Mit dem Dänen Carl Theodor Dreyer (1989–1968) ist in Saarbrücken noch ein weiterer, weltweit einflussreicher und geschätzter skandinavischer Filmschaffender vertreten: Gezeigt wird seine deutsch-französische Horrorfilm-Produktion Vampyr – Der Traum des Allan Gray (1932). Das Werk beeindruckt auch heute noch durch seine beklemmende Atmosphäre und wird vor Ort von dem Dark-Ambient-Projekt "Vortex" des Musikers und Filmwissenschaftlers Marcus Stiglegger akkustisch interpretiert.

Der Cinefonie-Tag findet in 2017 mittlerweile zum dritten Mal statt, in diesem Jahr erstmalig in der Eventlocation Garelly-Haus, um noch mehr außergewöhnliche Formen der Film- und Musikpräsentation zu ermöglichen. So entwickeln einige Künstler für die Veranstaltung spezielle Auftrittskonzepte. Ein Filmsammlermarkt, der am 15.10.2017 ebenfalls im Garelly-Haus stattfindet, rundet das Event ab.

Programm
Internetseite
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Pressebericht in der Saabrücker Zeitung

Das Festival wird vom 35 Millimeter-Verlag, Herausgeber des 35mm Retro Filmmagazins, veranstaltet. Stummfilm Magazin ist Medienpartner des Cinefonie-Tag 2017.
Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

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Anlässlich seines 125. Geburtstages am 22. Januar 2018 und seines 75. Todestages am 03. April 2018 würdigt Autorin Bettina Müller den legendären Schauspieler Conrad Veidt. mehr

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