cyankali dvd cover absolut medien 2016 250Der österreichische Schauspieler, Filmregisseur und Filmproduzent Hans Tintner starb am 28. September 1942 im Konzentrationslager Auschwitz.

Tintner inszenierte unter anderem das seinerzeit umstrittene, an den Kinokassen erfolgreiche Sozialdrama Cyankali (1930). Während der Dreharbeiten wurde der stumm konzipierte Film auf Ton umgestellt. Davon zeugen zwei im Tri-Ergon-Verfahren (Lichtton) aufgenommene Tonfilm-Passagen und die Ausstattung des übrigens Films mit Musik. Tintner wurde am 28. November 1894 in Wien geboren. mehr

DVD-Tipp: Bei absolut Medien ist die Doppel-DVD "Cyankali", unter anderem mit der Filmversion von 1930, veröffentlicht worden (derzeit nur antiquarisch erhältlich). mehr

Lesetipp: "Filmhistorisches Fundstück in „Cyankali“ (1930): Frühe Darstellung einer lesbischen Frau und einer Homosexuellenzeitschrift" mehr
Bild: absolut Medien

ellenrichter dff 240 3Vom 14. Oktober bis 06. November 2022 lädt das Berliner Arsenal Kino dazu ein, die lange vergessene Filmdiva Ellen Richter mit ihren Actionfilmen, Krimis und Komödien zu entdecken.

Wer war Ellen Richter? "Meine Eltern waren jüdische Bürgersleute aus Ungarn, die aus mir eine brave Hausfrau machen wollten. Wie groß war ihre Verwunderung, als ihre Tochter ihnen einige Jahre später mitteilte, dass sie Schauspielerin werden wolle", erinnert sich Richter 1928 an ihre Anfänge. Zu diesem Zeitpunkt ist Ellen Richter – geboren 1891 als Käthe Weiß in Wien – einer der populärsten Stars des Weimarer Kinos. Auch außerhalb von Deutschland hat sie viele Anhänger*innen. Ihr Name steht für Witz und Charme, für eine neue Weiblichkeit, furchtlos, abenteuerlustig, eigensinnig. Stets mobil und modebewusst. Oft blitzt bei aller Emotionalität eine leicht ironische Auffassung ihrer Rollen durch, eine lässige Souveränität.

Lesetipp: Interview mit Filmhistoriker Philipp Stiasny über Ellen Richter

Eine brave Hausfrau wurde Richter nie, auch nicht, nachdem sie 1915 in Berlin den Zahnarzt und Librettisten Willi Wolff geheiratet hatte. Fortan bildete sie mit Wolff als Autor und Regisseur eine ungeheuer produktive Arbeitsgemeinschaft, die ein Leben lang hielt. Verkörperte Richter mit ihrem dunklen Haar und dunklem Teint zu Beginn ihrer Filmlaufbahn noch oft die Rolle einer "Exotin", so änderte sich das, als sie 1920 mit Wolff ihre eigene Produktionsfirma gründete. Danach bestimmte sie selbst, wen und was sie spielen wollte. Dazu zählten berühmte Frauen aus der Geschichte wie Lola Montez sowie die Heldinnen großangelegter Reise- und Abenteuerfilme, die Richter und Wolff nach Südeuropa, Nordafrika, Indien und die USA führten. In dieser Zeit erwarb sie sich den Ruf einer Actiondarstellerin. Mit Vorliebe spielte sie auch Detektivinnen, Künstlerinnen und Revuestars, schlüpfte in Männerkostüme, spielte mit ihren Rollen.

ellenrichter dff 240 2Der Wechsel vom Stummfilm zum Tonfilm gelang der ausgebildeten Theaterschauspielerin ohne Schwierigkeiten. 1933 führte die Diskriminierung und Verfolgung der Juden nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten zum abrupten Ende ihrer Karriere. Sie emigrierte mit Willi Wolff nach Österreich, Frankreich und schließlich in die USA, wo sie den Holocaust überlebte. Nie wieder trat sie im Film auf. 1969 starb Ellen Richter weitgehend vergessen in Düsseldorf.

Von den gut 70 Filmen, in denen Ellen Richter zwischen 1913 und 1933 mitspielte, ist nur ein Bruchteil überliefert. Erst mit dem wachsenden Interesse an Frauen in der Filmgeschichte ist es in den letzten Jahren gelungen, mehrere ihrer Filme in Filmarchiven zu entdecken und zu restaurieren. Nun sind ihre Filme erstmals wieder in Deutschland auf der Leinwand zu sehen – mit Live-Musik von einigen der besten Stummfilmmusiker*innen Europas. Die Retrospektive wird kuratiert von Oliver Hanley, Lihi Nagler und Philipp Stiasny und gefördert vom Hauptstadtkulturfonds. mehr
Textquelle: Arsenal Kino Berlin; Fotos: DFF - Deutsches Filminstitut & Filmmuseum

filmspule bunt 250 1"Stummfilm-Revolutionen" heißt eine Filmreihe, die die Stadt Halle (Saale) 2019 gemeinsam mit dem Puschkino ins Leben gerufen hat und auch in 2022 fortführt.

Kurator Thomas Jeschner hat sich bei der aktuellen Filmauswahl an dem Motto des diesjährigen Kulturellen Themenjahres "Macht der Emotionen" von Halle orientiert und hält zu jedem Film eine Einführung. 

"Das Kino der Moderne und die Stummfilmära waren eine hochinnovative Zeit mit dramaturgisch und filmtechnisch hochinteressanten Filmen, die der Sachlichkeit, dem Realismus, dem Surrealismus oder dem Expressionismus zuzuordnen sind. Aber in erster Linie sind es Filmkunstwerke, die auch heute noch faszinieren", so die Fachbereichsleiterin Kultur der Stadt, Jane Unger.

Die Filmreihe startet am Mittwoch, den 05. Oktober 2022, um 19:00 Uhr im Puschkino unter dem Motto "Bergfilm" mit Ausschnitten aus Klassikern des deutschen Bergfilms des Regisseurs Arnold Franck: "Der heilige Berg" (D 1926), "Die weiße Hölle vom Piz Palü" (D 1929) und "Stürme über dem Mont Blanc" (D 1931). Freunde*innen der Alpinistik finden Vergnügen an historischen Klettertechniken und Ausrüstung, Filmfreund*innen an den dramatisch inszenierten Aufnahmen. Live zum Leinwandgeschehen spielen Simon, Nolan und Brian Quinn. Im Anschluss findet in Zusammenarbeit mit "ÖTZI - Outdoor Equipment+" ein Gespräch über Klettern gestern und heute statt.

Am Dienstag, den 25. Oktober 2022, um 19:00 Uhr ist dann die amüsant-groteske Komödie "Die Austernprinzessin" (D 1919) von Ernst Lubitsch zu sehen. Der 1929 erschienene Großstadtfilm "Asphalt" von Joe May, der am Montag, den 14. November 2022, um 19:00 Uhr gezeigt wird, gilt als Meisterwerk des Deutschen Realismus. mehr
Textquelle: Presse Stadt Halle (Saale); Foto: Stummfilm Magazin

babylon kino 250Das Berliner Babylon Kino lädt am Sonntag, den 20. November 2022, um 16:00 Uhr zu einer Gala anlässlich der Uraufführung von Fritz Langs "Dr. Mabuse, der Spieler" vor hundert Jahren ein.

Gespielt wird eine Neukomposition von Mark Scheibe mit dem Babylon Orchester Berlin und der Sängerin Friederike Harmse. Gesamtdauer der Veranstaltung inklusive Pause ist ca 4 1/2 Stunden. Im Eintrittspreis von 33,- Euro sind Schaumwein und ein Austern-Snack enthalten. mehr
Foto: Stummfilm Magazin

filmstreifen 08 250 buntIm Besucherzentrum Bernau bei Berlin werden im Herbst 2022 Klasssiker des Stummfilms gezeigt.

Am 01. Oktober 2022 sind Teil 3 und 4 der Kulturfilmreihe "Wie wohnen wir gesund und wirtschaftlich?" (D 1926-1928) zu sehen. Im Anschluss wird Michael Siebenbrodt den Vortrag "Wohnen. Arbeiten. Leben – Soziale Wohnprojekte der Moderne (UNESCO-Welterbestätten)" halten.

Am 14. Oktober 2022 folgen dann Charlie Chaplins "Moderne Zeiten" (USA 1936), am 18. Oktober 2022 Friedrich Wilhelm Murnaus "Nosferatu - Eine Symphonie des Grauens" (D 1922), am 04. November 2022 Walter Ruttmanns "Berlin – Die Sinfonie der Großstadt" (D 1927) und am 18. November Fritz Langs "Metropolis" (D 1927). Alle vier Teile der Dokumentarfilmreihe "Wie wohnen wir gesund und wirtschaftlich?" (D 1926-1928) werden dann am 02. Dezember gezeigt. Mehr Infos über die Vorführungen und das Besucherzentrum Bernau, das Teil des UNESCO-Weltkulturerbe Bauhaus ist, gibt es hier.
Foto: Stummfilm Magazin

filmspule bunt 250 2"Le Giornate del Cinema Muto" im Teatro Comunale Giuseppe Verdi in Pordenone ist das weltweit bedeutendste Stummfilmfestival und findet vom 01. bis 08. Oktober 2022 bereits zum 41. Mal statt.

Die Filmschau startet mit einer Voreröffnung am 30. September 2022 im Teatro Zancanaro und endet am 09. Oktober 2022 mit einer Abschlussveranstaltung im Teatro Verdi. Ein Teil des Programms ist auch für kurze Zeit kostenpflichtig online abrufbar.

Eröffnet wird das Festival mit der Weltpremiere einer neuen Restaurierung von Tod Brownings "The Unknown" (USA 1927). In dem so legendären wie morbiden, mit Horrorelementen durchsetzten Filmdrama brillieren Lon Chaney, Joan Crawford und Norman Kerry. Die in Pordenone zu sehende Fassung ist zehn Minuten länger als die bislang längste bekannte Version und wurde durch einen Filmfund im Národní Filmový Archiv in Prag ermöglicht. Die Restaurierung führte das George Eastman Museum in Rochester durch.

Weitere Highlights des Festivals, um nur einige zu nennen, sind "The Manxman" (GB 1929), "The Prisoner of Zenda" (USA 1913), "Sui gradini del trono" (ITA 1912), "Three Weeks" (USA 1924), "Höghet shinglar" (SWE 1928) und "The Runaway Princess" (GB 1929). Abgerundet wird die Veranstaltung durch Seminare, Präsentationen, Meisterklassen, Treffen und Auszeichnungen. mehr
Foto: Stummfilm Magazin

filmspule bunt 250 1Aktuelle und interessante Veröffentlichungen rund um das Thema "früher Film" gibt es im Netz zu entdecken. Hier eine frische Auswahl. Viel Spaß beim Lesen!

♦ SWR2 stellt in einem ausführlichen Audiobeitrag den Stummfilmmusiker Tobias Rank und sein Wanderkino vor. mehr

♦ Radio Dreyeckland berichtet von einer Stummfilmvorstellung mit dem japanischen Benshi (Filmerzähler) Ichirô Kataoka und hat einen Live-Audiomitschnitt davon veröffentlicht. mehr

♦ Die Wiener Zeitung berichtet über die "Richard Koszarski – Erich von Stroheim Collection" im Österreichischen Filmmuseum. mehr

♦ Greta Garbo drehte 1922, vor hundert Jahren, ihren ersten Film. Schmusa stellt die legendäre Schauspielerin vor.

♦ Über den kommenden Kinospielfilm "Babylon" mit Brad Pitt schreibt die FAZ. mehr

♦ "Nosferatu" lässt grüßen: Die Nosferatuspinne ist stärker verbreitet als bisher bekannt. Der Volksfreund berichtet.
Foto: Stummfilm Magazin

gruener vorhang 250Das Gramm Art Project mit Julian Gramm an der Gitarre und Thomas Bugert am Kontrabass kombiniert bei seinen Stummfilmkonzerten, die sie seit 2017 duchgeführen, historische Kinofilme mit moderner, jazzig-avantgardistischer Klanggestaltung.

Gleichermaßen Liebhaber des klassischen Lichtspiels als auch Jazzfans kommen hier auf ihre Kosten. Auf Grund des Wechsels zwischen eigens komponierter Filmmusik und improvisierten Szenen bleiben die Vorführungen auch bei mehrmaligem Betrachten stets fesselnd und abwechslungsreich. Bis Ende 2022 sind folgende Konzerttermine des Gramm Art Project angesetzt:

• „Die Bergkatze“ (D 1921) am 04.11.2022 in Heidelberg
• „Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens“ (D 1922) am 20.10.2022 in Marburg, am 12.11.2022 in Wiesloch, am 23.11.2022 in Frankfurt am Main, am 03.12.2022 in Westhofen und am 04.12.2022 in Echternach
• „Tabu“ (USA 1931) am 18.11.2022 in Tübingen, am 20.11.2022 in Karlsruhe und am 02.12.2022 Heidelberg
• "Die Abenteuer des Prinzen Achmed" (D 1926) am 04.12.2022 in Echternach

Mehr Informationen zum Gramm Art Project und den oben genannten Terminen findet man unter www.grammartproject.com.
Foto: Stummfilm Magazin

filmstreifen bunt15 250Am 23. September 1927 wurde "Sunrise – A Song Of Two Humans" uraufgeführt.

Friedrich Wilhelm Murnau drehte mit "Sonnenaufgang – Lied von zwei Menschens", so der deutsche Titel, seinen ersten Film in den USA. George O’Brien und Janet Gaynor spielten die Hauptrollen in diesem künstlerisch herausragenden Meisterwerk voller optischer Raffinesse. Bei der ersten Oscar-Verleihung im Jahr 1929 erhielt der Film drei Trophäen. In Hitlisten zu den besten Werken der Filmgeschichte rangiert  "Sunrise" regelmäßig auf den vorderen Plätzen. mehr
Foto: Stummfilm Magazin

filmstreifen 02 250 bunt 1Walther Ruttmanns "Berlin – Die Sinfonie der Großstadt" wurde am 23. September 1927 in Berlin uraufgeführt.

Der Dokumentar- und Montagefilm zeigt chronologisch einen Tag in Berlin in dynamisch zusammengeschnittenen Aufnahmen und Bildkompositionen. Ruttmann war einer der einflussreichsten deutschen Experimentalfilmer. Beteiligt am Drehbuch und an der Kameraarbeit war unter anderem Karl Freund. "Berlin – Die Sinfonie der Großstadt"  ist heute einer der populärsten, meistgezeigten Werke der Stummfilmära. mehr
Foto: Stummfilm Magazin

filmmuseum duesseldorf 250 1In der Black Box, dem Kino des Filmmuseum Düsseldorf, ist in der monatlichen Reihe "Stummfilm + Musik" am Samstag, den 24. September 2022, um 20:00 Uhr "Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens" (D 1922) mit Livemusik von Wilfried Kaets und Norbert Krämer zu erleben.

Thomas Hutter, Sekretär eines Maklers in der Hafenstadt Wisborg, reist nach Transsylvanien, um mit den Grafen Orlok über einen Hauskauf zu verhandeln. Der Graf erweist sich als der Vampir „Nosferatu“. Erst die selbstlose Hingabe von Hutters junger Gattin kann das Unheil bannen.

Friedrich Wilhelm Murnaus Horrorfilm hatte 1922, vor hundert Jahren, im Marmorsaal des Zoologischen Gartens Berlin seine Uraufführung und ist heute einer der bedeutendsten expressionistischen Stummfilme. In Zusammenarbeit mit Henrik Galeen hat Murnau Motive von Bram Stokers Schauerroman Dracula verwendet und mit Kameramann Fritz Arno Wagner ein sublimiertes Grauen entworfen: "Der Nosferatu-Film ist eine Sensation … Die Geschichte vom gespenstischen Vampir Nosferatu, der Tod, Pest und Entsetzen verbreitet, ist mit bannender Eindringlichkeit hier zum Lichtspiel gestaltet. Stimmung schaffende Elemente sind herausgeholt, wo sie immer die Linse fand: düstere Hochgebirgsklüfte, wildbrausende See, sturm gepeitschtes Gewölk, unheimliches Gemäuter." (Hans Wollenberg, 1922)

Vertont wird der Stummfilmklassiker mit einer Neukomposition von Wilfried Kaets für Kinoorgel, simultanes Klavier, großes Schlagwerk, Gongbatterie, Midivibraphon und Live-Elektronik. Die Musik ist als Reminiszenz an die großen Stummfilmmusiken der 1920er-Jahre angelegt. Sie soll trotz "moderner" Klangfarben strukturell so klingen, wie sie 1922 in einem Kino üblich war. Neben dem Komponisten wird auch Norbert Krämer musizieren. Krämer und Kaets gestalten seit mehr als 25 Jahren gemeinsam Stummfilme. Die Aufführung findet in Kooperation mit Stummfilm Magazin statt.

Weitere Filme in der Düsseldorfer Reihe "Stummfilm + Musik" bis Ende 2022: Am 22. Oktober wird Ernst Lubitschs Monumentalstreifen "Das Weib des Pharao" (D 1922) gezeigt. Am 19. und 20. November steht der Fritz Lang-Zweiteiler "Dr. Mabuse, der Spieler" (D 1922) auf dem Programm. Und Werner Hochbaums Arbeiterfilm "Brüder" (D 1929) ist am 17. Dezember zu sehen. mehr
Textquelle: Filmmuseum Düsseldorf; Foto: Stummfilm Magazin

oesterreichisches filmmuseum logo 250Das Österreichische Filmmuseum hat im Frühjahr 2022 eine bedeutende Sammlung über den legendären österreichisch-amerikanischen Regisseur Erich von Stroheim (1885–1957) vom US-Filmhistoriker Richard Koszarski erworben. Damit bringen der Sammler und das Filmmuseum den Meister des Stummfilms in seine Geburtsstadt zurück.

Geboren in Wien-Neubau als Erich Oswald Stroheim, erfand sich "Von" (wie er in Hollywood oft genannt wurde) mit seiner Ankunft in Ellis Island, New York, neu. Aus dem jüdischen Handwerkersohn wurde ein adeliger Kavallerieoffizier: Hollywoods oberster Alte-Welt-Bösewicht, "the man you love to hate", und zugleich einer der größten Regisseure der Stummfilmzeit, dessen Inszenierungsstil Filmemacher wie Sergei Eisenstein, Jean Renoir oder Alfred Hitchcock beeinflusste. Immer wieder kreist Stroheims Werk um seine Heimatstadt Wien, etwa in "Merry-Go-Round" (1923) oder "The Wedding March" (1926–28).

Die Verbundenheit des Österreichischen Filmmuseums mit der Person und Arbeit von Erich von Stroheim war auch ein schlagendes Argument für die Übergabe der Sammlung an die Institution. Seit der Gründung des Filmmuseums im Jahr 1964 wird das Werk dieses Meisters der Kinokunst hier regelmäßig gezeigt (zuletzt 2022 im Rahmen unserer Reihe "Collection on Screen”, studiert und in Form von Buch- und DVD-Editionen präsentiert: "Erich von Stroheim" von Jon Barna, 1966; "Blind Husbands", Edition-Filmmuseum #3, 2006). 2021 konnte das Team der Filmsammlung ein großes internationales Restaurierungsprojekt zum Abschluss bringen und damit die älteste und vollständigste Fassung von Blind Husbands in einer Rekonstruktion präsentieren, die der Originalfassung von 1919, wie sie im "Continuity Script" dargestellt ist, entspricht.

Nach jahrelangen Vorgesprächen zwischen Direktor Michael Loebenstein und dem amerikanischen Filmhistoriker Richard Koszarski konnte das Filmmuseum nun im Frühjahr 2022 dessen bedeutende Sammlung über Erich von Stroheim erwerben. Das Filmmuseum übernimmt damit eine strukturierte Sammlung, die mit einem professionellen Interesse zu Forschungszwecken über lange Zeit zusammengetragen wurde – eine Sammlung, die nicht nur die Erforschung von Erich von Stroheims Leben und Werk ermöglicht, sondern auch einen spannenden Einblick in die Filmindustrie der 1910er, 20er und 30er Jahre und das zeitgenössische Studiosystem bietet. Damit ist sie filmhistorisch nicht nur für das Filmmuseum, sondern auch für die Stadt Wien, in der Stroheim geboren wurde, und für alle Forscher*innen, die sich für den Stummfilm allgemein und diesen bedeutenden Filmemacher im Besonderen interessieren, mit Sicherheit von einem unschätzbaren Wert.

Die "Richard Koszarski – Erich von Stroheim Collection" wird vom Filmmuseum im Laufe der kommenden Jahre bearbeitet und erschlossen. Das Ziel des Filmmuseums ist es, diese Ende 2024 als digital zugängliche Studiensammlung online der Öffentlichkeit präsentieren zu können. Darüber hinaus plant das Filmmuseum 2023 zur Erschließung der Sammlung und für den Ankauf weiterer (mittlerweile neu restaurierter) Filme Stroheims ein Patenschaftsprojekt ins Leben zu rufen.
Textquelle und Bild: Österreichischen Filmmuseums/news aktuell

filmstreifen gelb 03 250Das 32. Film + Musikfest in Bielefeld findet vom 21. Oktober bis 06. November 2022 statt.

Die Stummfilmtage werden von der Friedrich Wilhelm Murnau-Gesellschaft Bielefeld e.V. veranstaltet. Sie stehen unter dem Motto "Lost & Found: Das Fundbüro der Träume" und spielen damit auf die vielen Verluste, aber auch die Wiederentdeckung verschollen geglaubter Filme an. Hier eine Programmübersicht:

Freitag, 21.10.2020, 20:00 Uhr, Rudolf-Oetker-Halle
"The Lost World" (USA 1925)
Begleitung: Metropolis Orchester Berlin, Komposition und Dirigat: Robert Israel

Sonntag, 23.10.2022, 17:00 Uhr, Rudolf-Oetker-Halle
"Der Golem, wie er in die Welt kam" (D 1920)
Begleitung: Braunschweiger Staatsorchester, Dirigat: Burkhard Götze

Donnerstag, 27.10.2022, 20:00 Uhr, Lichtwerk
"Die Carmen von St. Pauli" (D 1928)
Begleitung: Natalie Böttcher (Akkordeon)

Sonntag, 30.10.2022, 15:00 Uhr, Rudolf-Oetker-Halle
"Kino für Kurze"
Kurzfilmprogramm für Kinder, Eltern und Großeltern
Begleitung: Alma Gröning (Violine), Sebastian Pank (Saxofon, Bassklarinette), Tobias Rank (Piano)

Donnerstag, 03.11.2022, 20:00 Uhr, Lichtwerk
"Lonesome" (USA 1928)
Vorfilm "The Land beyond the Sunset" (USA 1912)
Begleitung: Daniel Kothenschulte (Klavier)

Freitag, 04.11.2022, 20:00 Uhr, Rudolf-Oetker-Halle
"Phantom" (D 1922)
Begleitung: Bielefelder Philharmoniker, Komposition: Robert Israel, Dirigat: Bernd Wilden

Sonntag, 06.11.2022, 17:00 Uhr, Rudolf-Oetker-Halle
"The Navigator" (USA 1924)
Vorfilm "The Blacksmith" (USA 1922)
Begleitung: Cinematografisches Orchester, Komposition und Dirigat: Axel Goldbeck

Mehr Infomationen zum Programm und zum Ticketerwerb gibt es hier.
Foto: Stummfilm Magazin

nos 100 2 250Das Kino im Burg Theater feiert 2022 sein 111-jähriges Bestehen.

Im Rahmen des Jubiläumsprogramms wird am Freitag, den 28. Oktober 2022, um 20:00 Uhr "Nosferatu" mit live Musikbeleitung von Jonas Wilfert gezeigt. Das Lichtspielhaus in 39288 Burg (nähe Magdeburg) ist Deutschlands ältester bis heute durchgängig betriebener Kinobau.

Friedrich Wilhelm Murnaus Horrorfilm hatte am 04. März 1922 im Marmorsaal des Zoologischen Garten Berlin seine Uraufführung. Der Vampirfilm zählt zu den großen Klassikern des Weimarer Kinos. Die Darstellung von Max Schreck als grotesk-dämonischer Vampir ist eine Ikone des Horrorfilms und vielzitiert in der Populärkultur. mehr
Foto: Stummfilm Magazin

filmspule 250 3Die siebte Ausgabe von "Film Restored – Das Filmerbe-Festival" findet vom 21. bis 25. September 2022 wie gehabt in Berlin statt.

Seit 2015 widmet sich die Veranstaltung dem Filmerbe im digitalen Zeitalter. Digitale Restaurierungen erleben hier Premieren, Filmemacher*innen und Restaurator*innen berichten über praktische Aspekte der digitalen Filmbearbeitung und Expert*innen diskutieren über politische und ästhetische Fragen, die im Rahmen von Digitalisierungsmaßnahmen eine Rolle spielen.

In 2022 thematisiert das Festival unter dem Titel "For real?!" die vielschichtigen Ebenen der dokumentarischen Form. Als Ergänzung zum physischen Festival steht ab dem 21. September eine Vielzahl der Festivalfilme sowie ein Bonusprogramm für 14 Tage auf Film Restored Online bereit. Auch die Veranstaltungen des Festivals (Werkstattberichte, Podiumsrunden und Einführungen zu den Filmen) werden aufgezeichnet und dort per Streaming übertragen. Akkreditierte Teilnehmer*innen werden nach dem Anlegen eines Accounts automatisch freigeschaltet. Nicht-Akkreditierte können sich im Rahmen der Verfügbarkeit für unser Online-Programm registrieren.

Film Restored ist eine Veranstaltung der Deutschen Kinemathek für den Kinematheksverbund und wird gefördert vom BKM und unterstützt von FIAF und Arsenal – Institut für Film und Videokunst. mehr 
Textquelle: Deutsche Kinemathek; Foto: Stummfilm Magazin

Zürich

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Das Stummfilmfestival im Zürcher Filmpodium zeigt im Januar und Februar 2023 wieder Filmperlen mit ausgesuchter Livemusik. mehr

Karlsruhe

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Das 20. Stummfilmfestival Karlsruhe findet vom 07. bis 12. Februar 2023 statt. mehr

Mediathek

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In der ARTE-Mediathek sind aktuell wieder einige Perlen für Freund*innen des frühen Filmerbes zu entdecken. mehr

Sammlung Werner Nekes

Bis Sommer 2023 wird im Filmmuseum Potsdam die Präsentation "Ich sehe was, was Du nicht siehst – Aus der Sammlung Werner Nekes" gezeigt. Ergänzend findet eine Vermittlungswerkstatt statt. mehr

Spendenaktion

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Das bedeutende ukrainische Filmarchiv Dovzhenko Centre in Kiew ist in seiner Existenz bedroht. Spenden zur Unterstützung sind möglich unter https://gofund.me/a6d1f28d