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"100 Jahre Stummfilm-Klassiker der Weimarer Republik"

Infomationen zur Initiative von Stummfilm Magazin finden Sie hier

Die Filmschauspielerin Anna May Wong wurde am 03. Januar 1905 in Los Angeles als Wong Liu Tsong geboren.

In den von Rassismus geprägten USA der 20er-Jahre war sie die erste Schauspielerin chinesischer Herkunft, der der Aufstieg zum internationalen Filmstar gelang. Wong spielte unter anderem in den Stummfilmen Der Dieb von Bagdad (1924) und Piccadilly (1929). In der Übergangszeit vom Stummfilm zum Talkie drehte sie in Deutschland zwei Stumm- und ihren ersten Tonfilm: Schmutziges Geld (1928), Großstadtschmetterling (1929) und Hai-Tang. Der Weg zur Schande (1930). Sie starb am 02. Februar 1961 in Santa Monica. mehr

Paul Wegener wurde am 11. Dezember 1874 in Arnoldsdorf geboren. Er war ein deutscher Theater- und Filmschauspieler, Filmregisseur, Produzent und Drehbuchautor.

Er war Hauptdarsteller - und neben Stellan Rye auch Regisseur - des Stummfilmklassikers Der Student von Prag (1913). Der vor kurzem in einer restaurierten Fassung auf Arte gezeigte Film wird von Filmhistorikern als der weltweit erste Autoren- und Kunstfilm bezeichnet. Berühmt ist Paul Wegener auch für seine zwei Golem-Filme aus den Jahren 1914 und 1920. Er starb am 13. September 1948 in Berlin. mehr

filmstreifen 06 250ilmpionier Max Skladanowsky starb vor 75 Jahren, am 30. November 1939 in Berlin. Er wurde am 30. April 1863 in Pankow geboren.

Zusammen mit seinem Bruder Emil Skladanowsky erfand er ein Bioscop genanntes Filmvorführgerät. Mit dem Projektionsapparat zeigten sie am 01. November 1895 im Wintergarten in Berlin vor einem zahlenden Publikum kurze Filmsequenzen, darunter ein boxendes Känguru und einen Serpentinentanz. Nach aktuellem Stand der Wissenschaft war dies die zweite kommerzielle Filmvorführung der Kinogeschichte (siehe auch Eidoloscope). mehr
Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

Der französische Filmregisseur Marcel L’Herbier starb vor 35 Jahren, am 26. November 1979, im Alter von 91 Jahren in Paris. Dort wurde er am 23. April 1888 auch geboren.

1921 drehte er mit "El Dorado" seinen künstlerisch wohl bedeutensten Film. Für die deutsch-französische Koproduktion "Das Geld" aus dem Jahr 1928 (nach dem gleichnamigen Buch von Émile-Zola, DVD-Veröffentlichung von Eureka) arbeitete L’Herbiers unter anderem mit den Metropolis-Schauspielstars Brigitte Helm und Alfred Abel zusammen. 1943 gab er den entscheidenen Impuls zur Gründung der französischen Filmschule "Institut des hautes études cinématographiques", deren Präsident er 25 Jahre lang war. mehr

Die amerikanische Schauspielerin Fern Andra wurde vor 120 Jahren, am 24. November 1894, in Watseka (Illinois) geboren.

Andra gehörte zu beliebtesten Leinwanddiven der deutschen Stummfilmära. Ihr heute bekanntester Film ist Genuine. Die Tragödie eines seltsamen Hauses (1920) von Regisseur Robert Wiene (Das Cabinet des Dr. Caligari, 1920); der Film besticht auch heute noch durch seine expressionistische Ausstattung. Fern Andra starb am 08. Februar 1974 in Aiken im US-Bundesstaat South Carolina. mehr

Der französische Filmregisseur und Kinovisionär Abel Gance wurde am 25. Oktober 1889 in Paris geboren.

1927 drehte Gance den aufwändigen Historienstreifen Napoléon, seinen prominentesten Film. Bei der Produktion kamen für verschiedene Szenen Breitwand-, Farb- und 3D-Aufnahmen zum Einsatz; Napeléon kann so als ein Kaleidoskop filmtechnischer Möglichkeiten und Innovationen der Stummfilmzeit bezeichnet werden. Weitere bekannte Filme von Gance sind "La Roue" (Das Rad bzw. Rollende Räder - Rasendes Blut, 1923) und das Antikriegsdrama "J'accuse" (Ich klage an, 1919). Abel Gance starb am 10. November 1981 in seinem Geburtsort. mehr

Arnold Fanck, ein deutscher Regisseur und Pionier des Bergfilms, starb am 28. September 1974 in Freiburg im Breisgau. Er wurde am 6. März 1889 in Frankenthal geboren.

Luis Trenker und Leni Riefenstahl waren zwei seiner bevorzugten Hauptdarsteller. Er drehte unter anderem die Filmklassiker Der Berg des Schicksals (1924), Der heilige Berg (1926), Der große Sprung (1927) und Die weiße Hölle vom Piz Palü (1928). Mit Hans Schneeberger und Sepp Allgeier gehörten zwei weitere Pioniere des Bergfilms zu seiner Crew. mehr

filmstreifen 04 250Am 23. Oktober 1914 wurde zum ersten Mal eine deutsche Wochenschau im Kino gezeigt.

Die "Messter-Wochenschau" war aus authentischem Filmmaterial vom Kriegsgeschehen des Ersten Weltkrieges zusammengestellt und nach Oskar Messter (1866-1942), einem deutschen Filmpionier, benannt. Schon um 1900 war Messters in der Konstruktion von Filmprojektoren und in der Produktion, dem Vertrieb und der Vorführung von Filmen aktiv. mehr
Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

Der französische Filmemacher Jean Renoir wurde vor 120 Jahren, am 15. September 1894, in Paris geboren.

Er gehört zu den bedeutensten Regisseuren des internationalen Kinos. In der Stummfimzeit drehte er unter anderem Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern (La Petite marchande d’allumettes, 1928) nach dem gleichnamigen Märchen des dänischen Dichters Hans Christian Andersen. Jean Renoirs Vater war der Maler Auguste Renoir, einem der bedeutensten Maler des Impressionismus. Der Regisseur starb am 12. Februar 1979 in Beverly Hills. mehr

Vor 60 Jahren, am 11. September 1954, starb der deutsche Schauspieler und Regisseur Reinhold Schünzel in München. Er wurde am 7. November 1888 in Hamburg geboren.

In der Stummfilmzeit war er ein vielbeschäftigter Schauspieler und unter anderem in "Anders als die Andern" (1919), "Madame Dubarry" (1919), "Unheimliche Geschichten" (1919) und "Lady Hamilton" (1921) zu sehen. Zu Beginn der Tonfilmära drehte er als Regisseur die sehr erfolgreichen Filmkomödien "Viktor und Viktoria" (1933) und "Amphitryon - Aus den Wolken kommt das Glück" (1935). Nach seiner Emigration aus Nazideutschland in die USA im Jahr 1937 spielte er in Filmen von Fritz Lang und Alfred Hitchcock. mehr

stummfilmtage bonn 2012 250Zum 30. Mal lädt der Förderverein Filmkultur Bonn e.V. vom 7. bis 17. August 2014 zu den Internationalen Stummfilmtagen – Bonner Sommerkino ein und zeigt wie in den Vorjahren Stummfilme aus aller Welt mit live-musikalischer Begleitung open Air und bei freiem Eintritt im Arkadenhof der Universität Bonn.

Zum Jubiläum hat der Kurator der Stummfilmtage und Leiter des Filmmuseums München, Stefan Drößler, in Zusammenarbeit mit Archiven u.a. aus China und Tschechien, aus Schweden und den USA, wieder ein Programm mit einer außergewöhnlichen Bandbreite von Filmen zusammengestellt, die von den frühen spanischen Trickfilmen Segundo de Chomóns bis zum großen Epos des Russen Podowkin aus dem Jahr 1932 reicht. Dabei werden Ikonen des Stummfilms wie Louise Brooks und die chinesische Schauspielerin Ruan Lingyu zu sehen sein, und auch auf Charlie Chaplin, Max Davidson und Buster Keaton darf das Publikum sich freuen.

Eröffnet werden die 30. Internationalen Stummfilmtage am 7. August um 21.00 Uhr mit dem US-amerikanischen Film DER ANGEBER (THE SHOW OFF) aus dem Jahr 1926. In dieser charmanten, auf einem Broadway-Hit basierenden Komödie von Malcolm St. Clair spielt Ford Sterling, der seine Karriere als Komiker zusammen mit Charlie Chaplin im Studio von Mack Sennett begann, einen Aufschneider, der mehr sein möchte, als er ist, und seine Familie ins Unglück zu stürzen droht. Live-musikalisch begleitet wird der Film, in dem Louise Brooks in einer ihrer ersten Rollen zu sehen ist, von dem Pianisten und langjährigen Weggefährten des Bonner Sommerkinos Joachim Bärenz.

Eine programmatische Linie ist im diesjährigen Programm die filmische Reflektion des Jahres 1914, die in der erstmaligen Vorführung der rekonstruierten Fassung von Abel Gances Film ICH KLAGE AN (J’ACCUSE) ihren Höhepunkt findet. Durch die derzeitige Hybridphase, in der die internationalen Filmarchive sowohl analoge wie auch digitale Restaurations- und Projektionstechniken nutzen, können im Jubiläumsjahr wieder viele Filme in den neuesten Fassungen gezeigt werden: Mit DER BOXER wird ein verkanntes Meisterwerk von Buster Keaton erstmals wieder in seiner Originalfassung präsentiert, die rekonstruierte tschechische Komödie DIE BRÄUTE DES ALTEN GAUNERS mit originalen Einfärbungen ist zum ersten Mal außerhalb Tschechiens zu sehen und Ernst Lubitschs berühmter zweiter Tonfilm MONTE CARLO erlebt in der seinerzeit für Europa hergestellten stummen Fassung, die die Library of Congress in Washington nun restauriert hat, ihre Premiere im Arkadenhof.

Auch im LVR-Landesmuseum Bonn, wo traditionell an den Sonntagnachmittagen praxisnahe Vorträge mit Filmbeispielen Einblicke in Filmerbe, -historie und -technik bieten, wird neben der Auseinandersetzung mit Vor- und Frühformen des Kinos ein besonderes Rekonstruktionsprojekt vorgestellt. Unter der Leitung von Stefan Drößler hat das Filmmuseum München über Jahre Filmfragmente, Dokumente und Fotos der sechsteiligen Serie HOMUNCULUS von Otto Rippert gesammelt. Die Rekonstruktion dieses großen, bislang als verloren geltenden Werks des deutschen Stummfilms, in dem Frankensteinmythos, Kriegsrealität und Vorformen des Filmexpressionismus zusammenfließen, wird am 17. August zu erleben sein.

Das vollständige Programm der 30. Internationalen Stummfilmtage und alle weiteren Informationen rund um das Festival findet man auf www.internationale-stummfilmtage.de

Die 30. Internationalen Stummfilmtage – Bonner Sommerkino werden veranstaltet vom Förderverein Filmkultur Bonn e.V. in Kooperation mit dem Filmmuseum München, der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, der Bonner Kinemathek und dem LVR-LandesMuseum Bonn, mit Unterstützung der Bundesstadt Bonn, der Film- und Medienstiftung NRW und der Bundesbeauftragen für Kultur und Medien (BKM). (Quelle Pressemitteilung)

Das Bild zeigt Stephen Horne am Klavier bei den Stummfilmtagen 2012; Foto: Thilo Beu, Bonn.

jannings stern berlin 250Emil Jannings wurde am 23. Juli 1884 in Rorschach als Theodor Friedrich Emil Janenz geboren.

Er war einer der prominentesten deutschen Schauspieler in der Stummfilmzeit und brillierte zum Beispiel unter der Regie von Friedrich Wilhelm Murnau in den Filmklassikern  "Der letzte Mann" und "Tartüff". Berühmt ist er auch für seine Mitwirkung am Tonfilm "Der blaue Engel" mit Marlene Dietrich.

Er arbeitete zeitweise in Hollywood und gewann 1929 als erster Schauspieler der Filmgeschichte einen Academy Award (Oscar) als Haupdarsteller in "The Way of All Flesh" und "Sein letzter Befehl". Die originale Oscar-Statue ist in der Dauerausstellung des Berliner Filmmuseums ausgestellt. Auf dem Hollywood Walk of Fame ist Jannings mit einem Stern verewigt, ebenfalls auf dem Potsdamer Platz in Berlin. Aufgrund seiner Nähe zu den Nationalsozialisten wurde er nach 1945 von den Alliierten mit einem lebenslangen Arbeitsverbot belegt. Jannings starb am 02. Januar 1950 in Strobl (Österreich). mehr

Das Bild zeigt den Stern für Emil Jannings auf dem Potsdamer Platz in Berlin. Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

filmstreifen 08 250Die amerikanische Schauspielerin Anita Garvin starb vor 20 Jahren, am 7. Juli 1994, in Los Angeles in Kalifornien. Sie wurde am 11. Februar 1906 in New York geboren.

Garvin drehte ab 1926 in den Hal Roach Studios und war dort zusammen mit Max Davidson, Charley Chase und James Finlayson zu sehen. Auch in elf "Dick & Doof"-Filmen spielte sie, unter anderem als resolute Ehefrau, mit.

Mit Marion "Peanuts" Byron bildetet sie für einige wenige, überaus komische Kurzfilme ein "Female Comedy Team" im Stil der "Laurel & Hardy"-Streifen (erschienen als DVD bei Edition Filmmuseum). mehr
Foto: Stumfilm Magazin/Frank Hoyer

Vor 60 Jahren, am 1. Juli 1954, starb in Berlin die deutsche Drehbuchautorin und Schriftstellerin Thea von Harbou. Sie wurde am 27. Dezember 1888 in Tauperlitz geboren.

Von Harbou schrieb die Drehbücher zu einigen der bedeutensten Stummfilmen der Filmgeschichte, unter anderem zu Dr. Mabuse, der Spieler (1921), Die Nibelungen (1924) und Metropolis (1927). Sie war unter anderem für die Regisseure Friedrich Wilhelm Murnau, Joe May, Carl Theodor Dreyer und Fritz Lang tätig. Mit letzterem war sie auch mehrere Jahre verheiratet. mehr

Der Paragraph 175 kriminalisierte sexuelle Handlungen zwischen Personen männlichen Geschlechts. Er existierte in verschiedenen Fassungen durchgehend vom 1. Januar 1872 bis zum 11. Juni 1994. 

1919, genau 75 Jahre vor dessen Abschaffung, wurde mit Anders als die Andern der erste Film gegen die Diskriminierung von Homosexuellen produziert. "Anders als die Andern" erzählt von einem Erpressungdelikt im Zusammenhang mit dem § 175. Regisseur Richard Oswald, Pionier des sogenannten Sitten- bzw. Aufklärungsfilms, führte Regie und schrieb zusammen mit dem Sexualwissenschaftler Magnus Hirschfeld auch das Drehbuch. Es spielten unter anderem Conrad Veidt und Reinhold Schünzel. Von dem Stummfilm ist nur noch ein vierzigminütiges Fragment erhalten, das bei Edition Filmmuseum mit zahlreichen ergänzenden Materialien auf DVD erschienen ist.  

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