klavier 1 250Am Dienstag, den 01. März 2022, ist im Arsenal Kino am Potsdamer Platz in Berlin die Komödie "Ich möchte kein Mann sein" mit live Musikbegleitung zu sehen.

Der turbulente Ernst-Lubitsch-Film rüttelt mit großer Lust an den Geschlechterverhältnissen und beschert dem seinerzeit beliebten "Backfisch der Nation", der Schauspielerin Ossi Oswalda, eine dankbare Hosenrolle. Als Vorfilm wird "Fräulein Piccolo" (D 1914) von Regisseur Franz Hofer und mit der Schauspielerin Dorrit Weixler, ebenfalls in einer Crossdressing-Rolle, gezeigt. Beide Filme werden in 35 mm-Kopien projiziert. Das Geschehen auf der Leinwand vertont Eunice Martins am Flügel. mehr
Foto: Stummfilm Magazin

lang stern berlin 250Am 25. und 26. Februar 2022 wird in der Tonhalle Maag Zürich Fritz Langs zweiteiliges Epos "Die Nibelungen" (D 1924) gezeigt.

Es spielt das Tonhalle-Orchester Zürich unter der Leitung von Frank Strobel. Zur Aufführung kommt die Originalmusik von Gottfried Huppertz, die im Jahr 2010 von Frank Strobel und Marco Jovic zu einer Restaurierung der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung eingerichtet wurde. Die Filmhandlung nach einem Drehbuch von Fritz Lang und Thea von Harbou orientiert sich an der ursprünglichen nordischen Volkssage. mehr 
Das Bild zeigt den Stern für Fritz Lang auf dem Potsdamer Platz in Berlin. Foto: Stummfilm Magazin

100 jahre stummfilm klassiker logo 250Am 23. Februar 1922 wurde "Die Gezeichneten" von Carl Theodor Dreyer in den Berliner Primus-Palast-Lichtspielen uraufgeführt.

"Wie in fast allen seinen Filmen liegt Dreyers Augenmerk auch in 'Die Gezeichneten' auf einem genauen Studium menschlicher Seelenzustände, vor allem von Charakteren, die unter großen emotionalen Belastungen stehen oder spirituelle Krisen durchleben. Dreyer ist hierbei ein überaus feinfühliger Beobachter und ein Meister darin, die Ergebnisse seiner psychologischen Analysen auf zuweilen geradezu niederschmetternde Art in Filmbilder umzusetzen", so unser Autor Arndt Pawelczik in seiner Würdigung für die Stummfilm Magazin-Initiative 100 Jahre Stummfilm-Klassiker der Weimarer Republik. Hier geht es zur ganzen Filmbesprechung.
Bild: Stummfilm Magazin

100 jahre stummfilm klassiker logo 250Am 21. Februar 1922 wurde der Monumentalfilm "Das Weib des Pharao" in New York uraufgeführt. Die Deutschlandpremiere war am 14. März 1922 im Berliner Ufa-Palast am Zoo.

"Nicht nur, dass Lubitsch 'Das Weib des Pharao' ganz nach dem Muster seiner früheren internationalen Kassenknüller drehte, er griff dazu auch zum letzten Mal auf die einzigartigen Standortvorteile in Deutschland zurück. In den Jahren vor der Währungsreform 1923 ließen sich in Berlin Monumentalfilme verwirklichen mit einem Budget, für das man andernorts nicht einmal eine Kurzkomödie hätte herunterkurbeln können. In und um Berlin entstanden so für den Film aufwendigste Kulissen, die das Publikum mühelos an die Ufer des Nils zu transportieren vermochten. Um diese gewaltigen Fassadenbauwerken herum tummelten sich Tausende von Statisten", so unser Autor Arndt Pawelczik in seiner Würdigung für die Stummfilm Magazin-Initiative 100 Jahre Stummfilm-Klassiker der Weimarer Republik. Hier geht es zur ganzen Filmbesprechung.
Bild: Stummfilm Magazin

gruener vorhang 250Das Filmarchiv Austria veranstaltet vom 04. bis 27. März 2022 im METRO Kinokulturhaus die Filmschau "Max Reinhardt und das Kino".

Sein Name sorgt schon zu Lebzeiten (1873–1943) für Bewunderung, sein Ruf als genialer Theatermacher reicht weit über die Landesgrenzen hinaus, und noch heute bürgt all das, was mit Max Reinhardt in Verbindung gebracht wird, für außerordentliche Qualität. Er verhilft dem Regietheater zum Durchbruch und revolutioniert die Arbeit mit den Schauspieler*innen, denen einzig und allein "das Theater gehört". Und er begeistert sich als einer der wenigen seiner Zunft für das junge Medium Film, dessen Möglichkeiten er bereits in den 1910er-Jahren auszuschöpfen und damit ein kulturbürgerliches Publikum anzuziehen beginnt.

Die Retrospektive präsentiert nicht nur die vier erhaltenen Regiearbeiten Reinhardts, sondern rückt anhand einiger ausgewählter Filme mit Blick auf "seine" Darsteller*innen den Einfluss dieses "Bühnenmagiers" in den Kontext des Kinos seiner Zeit.

kracauer stern berlin 250Bis 17. März 2022 ist in der ARTE- Mediathek "Von Caligari zu Hitler" abrufbar.

Die fast zweistündige Dokumentation von Rüdiger Suchsland aus dem Jahr 2014 bezieht sich inhaltlich auf das gleichnamige, 1947 erschienene Buch des Filmtheoretikers Siegfried Kracauer. Darin interpretierte Kracauer den deutschen Filmexpressionismus als unterbewusste Vorahnung der Machtergreifung und der Terrorherrschaft der Nazis. mehr
Das Bild zeigt den Stern für Siegfried Kracauer auf dem Potsdamer Platz in Berlin. Foto: Stummfilm Magazin

Im Kampf mit dem Berge 01 Quelle Friedrich Wilhelm Murnau Stiftung 250Vom 09. bis 12. März 2022 finden die 7. Dresdner Stummfilmtage statt.

Zu sehen ist unter anderem "Nosferatu – eine Symphonie des Grauens" (D 1922) als Kopfhörerkonzert mit einer Neukomposition von Matthias Hirth. Zudem wird "Beethoven" (AT 1927) mit einer live Musikbegleitung von Richard Siedhoff gezeigt. Das komplette Programm mit Angaben zu den verschiedenen Veranstaltungsorten ist zu finden unter: www.dresdnerstummfilmtage.de
Bild: Stummfilm Magazin

kamera zeichnung 3 250Noch bis 20. Februar 2022 ist in der ARTE-Mediathek die Dokumentation "Auge, Pinsel und Kinematograf – Wie das Kino entstand" abrufbar.

Kinoatmosphäre, Kamerafahrt, Panoramaansicht, Vogel- und Froschperspektive, Bildeinstellung, Bildverschiebung, Standbild – diese Art des Sehens haben wir uns alle bewusst oder unbewusst angeeignet und wenden sie auf die Art und Weise an, wie wir Bilder produzieren und empfangen, ob als Künstler*in oder Zuschauer*in.

1895, das Jahr der ersten öffentlichen und kostenpflichtigen Filmvorführung mit dem Cinématographe Lumière gilt allgemein als das Geburtsjahr des Kinos. Doch der "kinematografische Blick" entstand bereits vorher. Das 19. Jahrhundert ist das Jahrhundert des Blicks, des Flaneurs und des Beobachters, das Jahrhundert des schweifenden Auges, der Sehmaschinen und der beginnenden "Spektakularisierung" der Welt.

Wie bildete sich dieser Blick quer durch Malerei, Bildhauerei, Fotografie und die Anfänge des Kinos heraus? Welche Berücksichtigung in diesen unterschiedlichen Medien fanden Bewegung und zeitlicher Rhythmus im Raum? Welche Experimente wurden gemacht, mit dem Ziel, eine "erweiterte" Realität zu schaffen?

Die französische Dokumenation aus dem Jahr 2020 beginnt im 19. Jahrhundert, als im Zuge der Industrialisierung die Eisenbahn erfunden wurde, und endet im halbdunklen Kinosaal eines Lichtspielpalastes, der zum Ruhme jener gerade entstehenden Verbindung von darstellender Kunst und Filmkunst erbaut wurde. Mit Claude Monet, den Brüdern Caillebotte, Henri Rivière, den Brüdern Lumière, Alice Guy, Georges Méliès und Max Linder wie auch aus der Sicht von Zuschauer*innen erzählt die Dokumentation die Geschichte der Entstehung des modernen Blicks. mehr
Textquelle: Arte TV; Bild: Stummfilm Magazin

filmmuseum potsdam fotonachweis F J Leopold FMP 250Am Samstag, den 19. Februar 2022, ist um 19:30 Uhr "Die seltsamen Abenteuer des Mr. West im Lande der Bolschewiki" (1924) mit live Musikbegleitung im Kino des Filmmuseum Potsdam zu erleben.

Der sowjetische Stummfilmklassiker wird im Rahmen einer Filmreihe mit Höhepunkten des jährlich stattfindenden Bonner Stummfilmfestivals gezeigt. Lev Kulesovs berühmteste Filmarbeit ist eine Westernkomödie auf russischem Boden, in der der "Vorzeigeamerikaner" John West in die Sowjetunion reist und dort – ganz wie der Titel besagt – allerlei Abenteuer erlebt.

Gezeigt wird eine 2016 vom Österreichischen Filmmuseum in 2K digitalisierte Fassung. Die Pianistin Sabine Zimmer spielt live zum Geschehen auf der Leinwand. Begrüßungsworte hält Oliver Hanley, Kurator des Bonner Stummfilmfestivals. Die Aufführung findet in Zusammenarbeit mit dem Förderverein Filmkultur Bonn e.V. statt. Der Veranstalter bittet um die Beachtung der aktuellen Umgangsverordnung zu SARS-CoV-2 und empfiehlt eine rechtzeitige Ticketreservierung.

Ausblick: In der Stummfilmreihe ist am 26. März 2022 die schwedische Crossdressing-Komödie "Mädchen im Frack. Eine sommerleichte Filmgeschichte" (1926) von Regisseurin Karin Swanström zu sehen. mehr
Textquelle: Filmmuseum Potsdam; Foto: F. J. Leopold/Filmmuseum Potsdam

filmspule bunt 250 1Aktuelle und interessante Veröffentlichungen rund um das Thema "früher Film" gibt es im Netz zu entdecken. Hier eine frische Auswahl. Viel Spaß beim Lesen!

♦ kino-zeit.de erinnert an Alfred Hitchcocks "The Pleasure Garden" von 1927. mehr

Die Badische Zeitung berichtet unter dem Titel "Klingendes Räderwerk" über eine Aufführung des Chaplin-Klassiker "Modern Times" mit Günter Buchwald, Preisträger des Deutschen Stummfilmpreises, am Dirigentenpult (Bezahlschranke). mehr

♦ Die Stadt Potsdam würdigt mit einer Pressemitteilung "110 Jahre Film in Potsdam". mehr

♦ In der Emder Kunsthalle beleuchtet die neue Ausstellung "Ein Bild der Zeit" wie der Expressionismus in der bildenden Kunst und im Film seinen Ausdruck fand und wie sich die verschiedenen Kunstgattungen gegenseitig beeinflussten. Die Süddeutsche Zeitung berichtet. 

♦ SRF nimmt "Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens" (D 1922) zum Anlass, um die "Erfolgsgeschichte Horrorfilm" zu erzählen (Text und Video). mehr

♦ Das Aljoscha-Zimmermann-Ensemble hat eine neue Internetseite. Benannt nach dem bekannten, im Jahr 2009 verstorbenen Stummfilmmusiker Aljoscha Zimmermann, interpretieren Sabrina Zimmermann Hausmann (Geige) und Mark Pogolski (Klavier) als das "Aljoscha Zimmermann Ensemble" seit vielen Jahren Stummfilme. Sie führen dabei auch das kompositorische Erbe von Aljoscha Zimmermann fort. mehr
Foto: Stummfilm Magazin

metro 1 250Am 16. und 17. Februar 2022 wird in der Kölner Philharmonie "Metropolis" mit dem Gürzenich-Orchester unter Leitung von François-Xavier Roth, in Zusammenarbeit mit IRCAM und mit einer computer-musikalischen Realisation von Thomas Goepfer präsentiert.

Gespielt wird in Uraufführung eine überarbeitete Komposition von Martin Matalon aus dem Jahr 2010. Der monumentale Science-Fiction-Film wurde von Regisseur Fritz Lang in den Jahren 1925 bis 1926 in Deutschland gedreht und ist einer der teuersten Filme seiner Zeit. Das herausragende Werk der Filmgeschichte ist ein Klassiker des deutschen Expressionismus. Auch heute noch übt der Film Einfluss auf Filmschaffende aus und ist Gegenstand zahlreicher filmhistorischer Anlaysen. Als erster Film weltweit wurde "Metropolis" in das Weltdokumentenerbe der UNESCO aufgenommen. Auf der Leinwand sind Brigitte Helm, Gustav Fröhlich, Alfred Abel, Fritz Rasp, Rudolf Klein-Rogge und Heinrich George zu sehen. mehr
Bild: Stummfilm Magazin

filmstreifen bunt15 250Der Schauspieler und Musiker Louis Brody wurde als M'bebe Mpessa am 15. Februar 1892 in Duala (Kamerun) geboren. Er starb am 11. Februar 1951 in Berlin.

Brody war in über sechzig Kinofilmen zu sehen und wurde dabei aufgrund seiner Hautfarbe meist in kleineren stereotypisierten und klischeehaften Rollen eingesetzt. Zu einer seinen bemerkenswertesten und eindrücklichsten Darstellungen aus der Stummfilmzeit gehört die tragende Nebenrolle als Diener in Robert Wienes expressionistischen Film Genuine (D 1920). Zudem war er in Fritz Langs Der müde Tod (D 1921), Joe Mays monumentalen Zweiteiler Das indische Grabmal (D 1921), dem May-Serial Die Herrin der Welt (D 1919) und dem frühen Hitchcock-Film Irrgarten der Leidenschaft (GB/D 1925) zu sehen. mehr und mehr
Foto: Stummfilm Magazin

filmklappe blau 250 bunt ohne soundAm 12. Februar 1912 fiel die erste Klappe auf dem Gelände einer ehemaligen Kunstblumenfabrik in Neubabelsberg für den Film Der Totentanz mit Asta Nielsen in der Hauptrolle.

Fünf politische Systeme hat das Studio überdauert. Bioscop, Ufa, DEFA und die Studio Babelsberg AG haben Filme und Stars mit Weltruhm hervorgebracht. Vor Kurzem hat die TPG Real Estate Partners die Beteiligung an der Studio Babelsberg AG übernommen.

Das Filmmuseum Potsdam ist dem Erbe des Studios eng verbunden. Es bewahrt, präsentiert und vermittelt dessen wechselvolle Geschichte, nicht zuletzt mit der ständigen Ausstellung „Traumfabrik. 100 Jahre Film in Babelsberg“, die 2011 im Art Department des Studio Babelsberg gebaut wurde. Neben dem Filmmuseum in der Innenstadt werden die Sammlungen des Museums ab Herbst 2022 in direkter Nachbarschaft zum Studio Babelsberg archiviert sein.

Im Mai 2022 wird das Filmmuseum Potsdam anlässlich des Jubiläums eine umfassende Asta Nielsen-Retrospektive mit allen verfügbaren Filmen in seinem Kino präsentieren. mehr
Textquelle: Filmmuseum Potsdam; Bild: Stummfilm Magazin

filmrestaurierung 250 03Die neue Fassung des Stummfilms "Brüder" (D 1929) feiert am 13. Februar 2022 seine Weltpremiere im Berliner Friedrichstadt-Palast anlässlich der 72. Internationalen Filmfestspiele Berlin.

Die digitale Restaurierung der Deutschen Kinemathek entstand in Kooperation mit dem Filmarchiv Austria. Die neue Musik stammt vom Berliner Komponisten Martin Grütter und wird von Mitgliedern der Berliner Philharmoniker unter der Leitung von Raphael Haeger dargeboten.

Ergänzend zur Premiere findet 13. Februar 2022 um 18:00 Uhr ein Podiumsgespräch statt, das die Bedeutung von Digitalisierung und Restaurierung für eine neue Sichtbarkeit des deutschen Filmerbes thematisiert. Es diskutieren der Filmemacher Andres Veiel, Markus Kirsch von der Media Services GmbH und die Restauratorin Maxi Zimmermann am Beispiel von "Brüder", Moderator ist Rainer Rother. mehr
Foto: Stummfilm Magazin

klavier 1 250Der deutsche Komponist Gottfried Huppertz starb am 07. Februar 1937 in Berlin. Er wurde am 11. März 1887 in Köln geboren.

Huppertz schrieb die Musik für den Stummfilm Zur Chronik von Grieshuus (1925) von Arthur von Gerlach. Zuvor hatte er schon für Fritz Langs Zweiteiler Die Nibelungen (1924) den Soundtrack komponiert. Seine heute bekannteste Filmmusik schuf er für den Science-Fiction Monumentalstreifen Metropolis (1927), ebenfalls von Lang inszeniert. mehr
Foto: Stummfilm Magazin

Neuerscheinung

der mann der lacht wicked vision cover a 250

Am 27. Juni 2022 erscheint "Der Mann, der lacht" (1928) als Collector’s Edition bei Wicked Vision. mehr

Spendenaktion

filmspule 250 4

Das bedeutende ukrainische Filmarchiv Dovzhenko Centre in Kiew ist in seiner Existenz bedroht. Spenden zur Unterstützung sind möglich unter https://gofund.me/a6d1f28d

Jubiläum

deutscher stummfilmpreis auszeichnung 1 250

Ein "unsterblicher" Horrorfilm ist 100. mehr

Berlin

stummfilmtage bonn 250a

Mit einer Sonderausstellung bis 04. Juli 2022 würdigt die Deutsche Kinemathek das komplexe Handwerk der Filmrestaurierung. mehr