Der Paragraph 175 kriminalisierte sexuelle Handlungen zwischen Personen männlichen Geschlechts. Er existierte in verschiedenen Fassungen durchgehend vom 1. Januar 1872 bis zum 11. Juni 1994. 

1919, genau 75 Jahre vor dessen Abschaffung, wurde mit Anders als die Andern der erste Film gegen die Diskriminierung von Homosexuellen produziert. "Anders als die Andern" erzählt von einem Erpressungdelikt im Zusammenhang mit dem § 175. Regisseur Richard Oswald, Pionier des sogenannten Sitten- bzw. Aufklärungsfilms, führte Regie und schrieb zusammen mit dem Sexualwissenschaftler Magnus Hirschfeld auch das Drehbuch. Es spielen unter anderem Conrad Veidt und Reinhold Schünzel. Von dem Stummfilm ist nur noch ein vierzigminütiges Fragment erhalten, das bei Edition Filmmuseum mit zahlreichen ergänzenden Materialien auf DVD erschienen ist.  

filmstreifen 09 250Die österreichische Stummfilmschauspielerin Mia May wurde am 02. Juni 1884 unter dem Namen Hermine Pfleger in Wien geboren.

Unter der Regie und in Filmproduktionen ihres Mannes Joe May wurde sie zur populären Filmdiva aufgebaut. Sie spielte die Hauptrollen in aufwändigen Unterhaltumgsfilme wie dem achtteilige Serial Die Herrin der Welt (1919) und dem Zweiteiler Das indische Grabmal (Drehbuch: Fritz Lang, 1921). 1933 emigrierte sie mit ihrem Mann in die USA und starb am 28. November 1980 in Hollywood. mehr
Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

Die erste Oscarverleihung fand am 16. Mai 1929  in Los Angeles statt und stand noch ganz im Zeichen des Stummfilms. Die Veranstaltung im Hollywood Roosevelt Hotel markiert allerdings durch die Auszeichnung des Filmstudios Warner Bros. mit einem Ehrenoscar für den Nadelton-Film "The Jazzsinger" einen Wendepunkt vom "Silent Movie" zum "Talkie".

Als bester Hauptdarsteller wurde bei den "1st Annual Academy Awards" der deutsche Schauspieler Emil Jannings für seine Mitarbeit an den zwei amerikanischen Produktionen "Sein letzter Befehl (The Last Command) und "Der Weg allen Fleisches" (The Way of All Flesh) ausgezeichnet. Drei Oscars erhielt F. W. Murnaus "Sonnenaufgang – Lied von zwei Menschen" (Sunrise: A Song of Two Humans), der bei Umfragen unter Filmhistorikern regelmäßig zu den bedeutendsten Streifen der Filmgeschichte gezählt wird. Einen Ehrenoscar bei der Verleihung erhielt zudem Charles Chaplin für "Der Zirkus" (The Circus). mehr

Eadweard Muybridge starb am 8. Mai 1904 in Kingston upon Thames. Er wurde am 9. April 1830 geboren.

Muybridge war ein britischer Fotograf und Pionier der Fototechnik. Er gilt, neben Étienne-Jules Marey und Ottomar Anschütz, aufgrund seiner Reihenfotografien und Serienaufnahmen mit Studien des menschlichen und des tierischen Bewegungsablaufs als einer der bedeutendsten frühen Vertreter der Chronofotografie (Quelle Wikipedia). mehr

filmstreifen 02 250Der deutsche Regisseur und Filmhistoriker Gerhard Lamprecht starb am 4. Mai 1974 in Berlin.

Lamprecht, am 6. Oktober 1897 geboren, drehte 1931 die überaus erfolgreiche Verfilmung von Erich Kästers Buch Emil und die Detektive (Drehbuch Billy Wilder). In den 1920er Jahre schuf er mit "Die Verrufenen" (1925), "Die Unehelichen" (1926) und "Menschen untereinander" (1926) drei vielbeachtete Milieustudien.

Seine umfangreiche Sammlung an Filmmaterialien bildete das Fundament der Deutschen Kinemathek in Berlin, die von Lamprecht bis 1966 geleitet wurde. Das von ihm herausgegebene, achtbändiges Lexikon "Deutsche Stummfilme" ist ein Grundlagenwerk der Filmpublizistik. Die Edition Filmmuseum hat vier Filme von Lamprecht auf DVD veröffentlicht. mehr
Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

Der österreichische Filmregisseur und -produzen Joe May starb vor 60 Jahren, am 29. April 1954, in Hollywood, Los Angeles, Kalifornien. Er wurde am 7. November 1880 in Wien geboren.

Er drehte in der Stummfilmzeit vor allem aufwändige Unterhaltumgsfilme wie das achtteilige Serial Die Herrin der Welt (1919) und den Zweiteiler Das indische Grabmal (1921, Drehbuch Fritz Lang).  Im gelangen aber - wie etwa mit dem visuell beeindruckenden Melodram Asphalt aus dem 1928 - auch Filme mit sozilkritischen Untertönen. mehr

Charles Chaplin wurde am 16. April 1889 geboren. Der Geburtsort ist vermutlich London. Er hat mit Filmen wie "Goldrausch" (1925), "Moderne Zeiten" (1936) und "The Kid" (1921) Filmgeschichte geschrieben und unzählige Filmemacher und Komödianten beeinflusst.

Im Mittelpunkt vieler seiner Filme stand die von ihm gespielte Figur des "Tramps" (Vagabund). Oftmals verband er in seinen Filme ernste und tragisch Handlungselemente zu einem bewegenden, sentimentalen Ganzen. Chaplin wurde vom American Film Institute auf Platz 10 der größten amerikanischen Filmlegenden gewählt.

Noch zur Tonfilmzeit produzierte Chaplin mit "Lichter der Großstadt (1931) und "Moderne Zeiten" (1936) Stummfilme, für die er auch die Musik schrieb.

Chaplin starb am 25. Dezember 1977 in Vevey (Schweiz). mehr

Der deutsche Schauspieler Otto Gebühr starb vor 60 Jahren, 13. März 1954, in Wiesbaden. Berühmt wurde er als Darsteller von Friedrich, dem Großen.

Gebühr, geboren am 29. Mai 1877 in Kettwig bei Essen, spielte den Preußenkönig zwischen 1920 und 1942 in zwölf Filmen, darunter in den Stummfilmen "Die Tänzerin Barbarina" (1920), dem vierteiligen Film Fridericus Rex (1921/1922), und dem Zweiteiler Der Alte Fritz von 1928 unter der Regie von Gerhard Lamprecht. Er arbeitet unter anderem mit der Schauspielerin Asta Nielsen und den Regisseuren F. W. Murnau, Veit Harlan, Karl Grune, Otto Rippert und Ewald André Dupont zusammen. mehr

kracauer stern berlin 250Der Filmtheoretiker Siegfried Kracauer wurde am 8. Februar 1889 in Frankfurt am Main geboren. In seinen filmsoziologischen und -historischen Schriften "From Caligari to Hitler" (1947) und "Theory of Film" (1960) setzte er sich auch intensiv mit Stummfilmen auseinander.

So versuchte er in "From Caligari to Hitler" anhand der Filmgeschichte die soziale Struktur der deutschen Gesellschaft von den Anfängen des Mediums im ausgehenden 19. Jahrhundert bis zur Machtergreifung der Nazis zu deuten. Er starb am 26. November 1966 in New York. mehr

Der dänische Filmregisseur und Drehbuchautor Carl Theodor Dreyer wurde vor 125 Jahren, am 3. Februar 1889, in Kopenhagen geboren.

Er zählt zu den bedeutensten Filmschaffenden des europäischen Kinos. Zu seinen Meisterwerken aus der Stummfilmzeit gehört der Film Die Passion der Jungfrau von Orleans, den er 1928 in Frankreich drehte. Er starb am 20. März 1968 in seinem Geburtsort. mehr

Der amerikanische Regisseur und Produzent Cecil DeMille starb vor 65 Jahren, am 21. Januar 1959, in Hollywood.

Er zählt zu den erfolgreichsten Regisseuren des 20. Jahrhunderts und war besonders für seine oftmals pathetischen Monumentalstreifen berühmt. Er drehte unter anderem Die Zehn Gebote (The Ten Commandments, 1923) und König der Könige (The King Of Kings, 1927). Bei der Oscarverleihung 1950 erhielt er den Ehrenoscar und bei der Oscarverleihung 1953 den Irving G. Thalberg Memorial Award. DeMille wurde am 12. August 1881 in Ashfield im US-Bundestaat Massachusetts geboren. mehr

filmstreifen 06 250Vor 110 Jahren, am 01. Dezember 1903, wurde "The Great Train Robbery" uraufgeführt.

Regisseur Edwin S. Porters zwölfminütiger Film gilt als erster Westernfilm der Kinogeschichte und weist schon viele Stilmerkale späterer Streifen des Genres auf: Verfolgung, Überfall, Mord, Showdown und schnelle Transportmitteln. mehr
Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

Vor 110 Jahren, am 17. Oktober 1903, wurde die erste Filmadaption von Lewis Carrolls "Alice im Wunderland" uraufgeführt.

In der Titelrolle der britischen Produktion ist May Clark zu sehen. Regie führten Cecil Hepworth, der auch das Drehbuch schrieb und in der Rolle des Frosches zu sehen ist, und Percy Stow. mehr
Film auf YouTube anschauen

Am 22. August 1913, vor hundert Jahren, wurde in Berlin der Spielfilm "Der Student von Prag" uraufgeführt.

In der Titelrolle ist Paul Wegener zu sehen, der zusammen mit Stellan Rye auch Regie führte. Der Film wird als der erste Autorenfilm der Kinogeschichte bezeichnet. Die seinerzeit beeindruckenden Filmtricks führte der Kameramann und Fotograf Guido Seeber aus. mehr

filmstreifen 04 250Vor hundert Jahren, am 25. Juli 1913, wurde Max und die Liebe ("Le Duel de Max") uraufgeführt.

Der von der Firma Pathé produzierte Film des französischen Filmschauspielers, Drehbuchautors und Regisseurs Max Linder gilt als die erste abendfüllende Komödie der Kinogeschichte. mehr

Die wahrscheinlich erste US-Filmkomödie in Spielfilmlänge ist übrigens Mack Sennetts 1914 entstandener Tillie's Punctured Romance mit Marie Dressler, Charlie Chaplin und Mabel Normand.
Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

Virtuelle Ausstellung

filzinger foto dif

Die Online-Ausstellung "Das Kino des Ersten Weltkriegs: Einsichten in eine transnationale Mediengeschichte" zeigt mit historischem Film- und Fotomaterial, wie Filmausschnitte, Fotografien und Plakate, ein umfassendes Bild der Filmgeschichte des Ersten Weltkriegs zeichneten. mehr

Regensburg 2017

Vom 10. bis 19. August 2017 findet im Klosterhof des Historischen Museums die 35. Regensburger Stummfilmwoche statt. mehr

Bonn 2017

die kleine veronika foto foerderverein filmkultur bonn eV

Vom 10. bis 20. August 2017 finden die 33. Internationalen Stummfilmtage im Arkadenhof der Bonner Universität statt. mehr

Ausstellung in Wien zur Frühgeschichte des Kinos

archiv der schaulust filmarchiv wien 250 2

In der aktuellen Schau "Archiv der Schaulust" präsentiert das Filmarchiv Austria erstmals seine einzigartige Sammlung zur Geschichte des Kinos in der Donaumonarchie. Die Ausstellung läuft bis zum 31. Juli 2017. mehr

Pordenone 2017

Das international bedeutendste Stummfilmfestival "Le Giornate del Cinema Muto" wird jedes Jahr in Pordenone/Italien veranstaltet. Es findet in 2017 vom 30. September bis 07. Oktober statt. mehr ...

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