stummfilmmusik buchcover schueren 2017 250Im Schüren Verlag ist aktuell der Titel `Stummfilmmusik – Theorie und Praxis im "Allgemeinen Handbuch der Film-Musik“ (1927)´ von Maria Fuchs erschienen.

In der Stummfilmära wurden Filmvorführungen in unterschiedlicher instrumentaler Besetzung live begleitet. Dabei war eine maßgeschneiderte, von der Filmproduktionsfirma zur Verfügung gestellte Begleitmusik eine Besonderheit – wie etwa die Komposition von Camille Saint-Saëns zu Die Ermordung des Herzogs von Guise (1908) oder Gottfried Huppertzs Metropolis-Musik von 1927. Die Musikillustratoren im Kino mussten daher in der Lage sein, sich auf unterschiedliche Filme schnell einzustellen.

Hilfreich war hierfür das "Allgemeinen Handbuch der Film-Musik" von Hans Erdmann, Ludwig Brav und Giuseppe Becce, das 1927 beim Berliner Verlag Schlesinger erschien. Die Publikation ist die umfangreichste und wohl bedeutendste Dokumentation der Musikpraxis des Stummfilms der 1920er Jahre in Deutschland. Es enthält unter anderem ein thematisches Skalenregister, das eine ausgereifte, künstlerische Methode für die Musikillustration des Stummfilms bot.

Das „Allgemeine Handbuch der Film-Musik“ ist Ausgangspunkt der Autorin Maria Fuchs bei der Beschreibung der unterschiedlichen theoretischen und praktischen Diskurse der Stummfilmmusik in ihrem Buch `Stummfilmmusik – Theorie und Praxis im "Allgemeinen Handbuch der Film-Musik“ (1927)´. Verlagsinformation

Titel: Stummfilmmusik – Theorie und Praxis im "Allgemeinen Handbuch der Film-Musik“ (1927)
Autorin: Maria Fuchs

Schüren Verlag
Marburger Schriften zur Medienforschung [68]
240 Seiten, diverse Abbildungen
29,90 €
ISBN 978-3-89472-619-5

Textquelle und Abbildung: Schüren Verlag

bonner stummfilmtage 2017 plakat 250Bereits zum 33. Mal  veranstaltet der Förderverein Filmkultur Bonn e.V. die alljährlich im Sommer stattfindenden "Internationalen Stummfilmtage – Bonner Sommerkino".

Open Air, bei freiem Eintritt und mit live-musikalischer Begleitung präsentiert das größte deutsche Stummfilmfestival vom 10. bis 20. August Klassiker und frisch restaurierte Werke aus aller Welt in der einzigartigen Atmosphäre des Arkadenhofs der Universität Bonn.

Zur Eröffnung ist mit "Die kleine Veronika" (1930) ein wunderbarer Stummfilm aus Österreich zu sehen, der vor Kurzem wiederentdeckt und vom Filmarchiv Austria restauriert wurde. Der Film zeigt ein Mädchen, dessen mittellose Eltern die Tochter zu ihrer Tante nach Wien schicken. Liebevoll zeichnet Regisseur Robert Land das merkwürdige Milieu, in dem die Tante lebt und das für die kleine Veronika allerlei Abenteuer bereithält.

Das insgesamt etwa 25 Kurz- und Langfilme umfassende Programm, das der Kurator und Leiter des Filmmuseums München Stefan Drößler und Festivalleiterin Sigrid Limprecht anlässlich einer Pressekonferenz am 12.06.2017 bekannt gaben, wartet zum einen mit großen literarischen Stoffen auf, wie dem auf Edgar Allan Poes Kurzgeschichte basierenden Klassiker Der Untergang des Hauses Usher (1928) von Jean Epstein oder der allerersten Adaption von Mary Shelleys Frankenstein, die J. Searle Dawley und Thomas Alva Edison 1910 produzierten und deren neue Restaurierung in Bonn ihre Weltpremiere feiert.

Zum anderen versammelt das Programm Ikonen des Stummfilms, neben Louise Brooks, Buster Keaton und Douglas Fairbanks senior beispielsweiseauch Pola Negri als unangepasste Femme Fatale in Malcom St. Clairs  Eine Frau von Welt, Fritz Kortner als Beethoven in Löwensteins filmischer Biografie (1927) zum 100. Todestag des Komponisten sowie Iwan Mojuskin und Carmen Boni in dem Ausstattungsfilm Der Adjutant des Zaren über einen russischen Fürsten, der sich nichtsahnend in eine Revolutionären verliebt.

Wie gehabt bieten die Internationalen Stummfilmtage auch die Möglichkeit, weniger bekannte Werke aus der Frühzeit des Kinos zu erleben: So sind mit der Slapstickkomödie "Labor´s Love" der allererste erhaltene, chinesische Stummfilm, mit Benjamin Christensens Hexen ein herausragender schwedischer essayistischer Film über Satanismus und Hexenverfolgung und mit der Liebesgeschichte Elisso (1928) ein Meisterwerk des georgischen Stummfilms zu sehen.

Die Veranstaltungen des Rahmenprogramms, das an den beiden Sonntagnachmittagen im LVR-LandesMuseum Bonn stattfindet, widmen sich unter anderem Paul Wegeners "Golem"-Filmen, der Bewegung der Suffragetten und dem Kinoliebhaber Franz Kafka, zu dem Hanns Zischler seine langjährige Recherche präsentiert.

Live-musikalisch begleitet werden die Filme von Joachim Bärenz, Neil Brand und Richard Siedhoff am Piano, von Günter A. Buchwald am Piano, auf der Viola und Violine, von Stephen Horne auf der Flöte, am Akkordeon und Piano sowie von dem Percussionisten Frank Bockius. Sein Debüt im Arkadenhof gibt außerdem der Oboist Mykyta Sierov.

Das gesamte Programm findet man auf www.internationale-stummfilmtage.de (Programmheft als PDF anschauen)

Die 33. Internationalen Stummfilmtage – Bonner Sommerkino werden veranstaltet vom Förderverein Filmkultur Bonn e.V. in Kooperation mit dem Filmmuseum München, der Rheinischen Friedrich- Wilhelms-Universität Bonn, der Bonner Kinemathek und dem LVR-LandesMuseum Bonn, und unterstützt von der Bundesstadt Bonn, der Film- und Medienstiftung NRW und der Bundesbeauftragen für Kultur und Medien (BKM).
Textquelle und Fotonachweis: Presseinformation Foerderverein Filmkultur Bonn e.V.

Die amerikanische Schauspielerin Norma Shearer wurde vor 115 Jahren, am 10. August 1902, in Montréal (Kanada) geboren.

In den 1930er Jahren gehörte sie zu den populärsten weiblichen Stars von Hollywood. Bereits in der Stummfilmzeit war sie eine der beliebtesten Schauspielerinnen des Metro- bzw. MGM-Studios. So trat sie unter anderem in Victor Sjöstroms Der Mann, der die Ohrfeigen bekam (1924) und in Ernst Lubitschs Alt-Heidelberg (1927) auf. 1930 wurde sie mit einem Oscar ausgezeichnet. Shearer starb am 12. Juni 1983 in Woodland Hills (Kalifornien). mehr

filmstreifen 09 250Im Verlag Hentrich & Hentrich ist aktuell die Biografie "Erich Pommer – Filmproduzent zwischen Kunst, Industrie und Unterhaltung" erschienen.

„Das Beste ist gerade gut genug für das Publikum“, schärfte Erich Pommer seinen Mitarbeitern gerne ein. Er produzierte den expressionistischen Film Das Cabinet des Dr. Caligari (1920). Fest verbunden ist sein Name mit der Ufa, mit Filmen von Friedrich Wilhelm Murnau und Fritz Lang ebenso wie mit frühen Tonfilmen wie Der blaue Engel (1930) und Der Kongreß tanzt (1931). Er war ein Freund der Schauspieler, förderte Marlene Dietrich, Lilian Harvey, Maureen O'Hara und Hildegard Knef. Emil Jannings, Willy Fritsch, Hans Albers und Charles Laughton betraute er mit großen Rollen.

1889 in Hildesheim geboren, emigrierte er 1933 nach Frankreich, England und schließlich in die USA. Im Nachkriegsdeutschland engagierte er sich für den Wiederaufbau der Filmindustrie und starb 1966 in Los Angeles. Pommer besaß ein unvergleichliches Gespür für Stoffe und Talente, agierte als Geschäftsmann und war doch auch Künstler.

Für das Buch wurde erstmals die umfangreiche Korrespondenz Pommers von 1906 bis in die frühen 1950er Jahre ausgewertet. Zudem konnten bislang nicht erschlossene Akten der Ufa aus dem historischen Archiv der Deutschen Bank herangezogen werden. mehr

Titel: Erich Pommer – Filmproduzent zwischen Kunst, Industrie und Unterhaltung
Autor: Wolfgang Jacobsen
Aus der Reihe "Jüdische Miniaturen", Band 208
Sprache: Deutsch
82 Seiten, Broschur
11 Abbildungen
ISBN: 978-3-95565-217-3
8,90 €

Text: Verlagsinformation; Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

filmklappe blau 250 bunt ohne soundDer amerikanische Filmschauspieler Oliver "Babe" Hardy starb vor 60 Jahren, am 07. August 1957, in Hollywood. Er  wurde vor 125 Jahren, am 18. Januar 1892, in Harlem (US-Bundesstaat Georgia) geboren.

Weltberühmt wurde er gemeinsam mit Stan Laurel (1890 – 1965) als Komikerduo Laurel und Hardy, dass von 1921 bis 1951 in über 100 Filmkomödien zu sehen war. Im deutschsprachigen Raum ist das Paar auch unter den Namen "Stan & Ollie" und "Dick" & Doof" bekannt. Ihr Kurzfilm The Music Box aus dem Jahr 1932 wurde mit einem Oscar prämiert. Vor der Zusammenarbeit mit Laurel war Hardy bereits in ca. 270 Stummfilmen zu sehen. mehr 
Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

filmstreifen 02 250Bis heute steht der Name Ufa für deutsches Kino – im Guten wie im Schlechten. Die Ufa, im Jahr 1917 gegründet, hat alles produziert: visionäres Kino ebenso wie perfide Propaganda, in ihren Produktionen spiegelt sich die deutsche Geschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wider.

Der deutsch-französische Fernsehsender ARTE zeigt anlässlich des Gründungsjubiläums der Ufa vor hundert Jahren ab Ende August 2017 eine repräsentative Filmreihe, die den großen Bogen von der Stummfilmzeit bis heute schlägt. Die Ufa-Retrospektive, die ARTE in Zusammenarbeit mit dem ZDF im Fernsehen präsentiert, umfasst rund 20 Spielfilme und zwei neu produzierte Dokumentarfilme.

In drei Sendestaffeln, im August, September und Dezember, dazu begleitend auf der Homepage von ARTE, stellt sie wichtige Regisseure der Ufa vor: Georg Wilhelm Pabst, Friedrich Wilhelm Murnau, Detlef Sierck, Josef von Sternberg oder Robert Siodmak. Filme mit den legendären Stars der Ufa zeigen die ganze Vielfalt. Eine breite Auswahl an Genres ist vertreten: Kostümfilm und Komödie, Krimi und Melodram, Kulturfilm aber auch ein Propagandafilm; die Filme sind in aktuellen Restaurierungen der Friedrich-Wilhelm- Murnau-Stiftung zu sehen.

Ein begleitender Online-Auftritt dokumentiert die wichtigsten Ereignisse des Ufa-Jubiläumsjahres mit Ausstellungen und Vorträgen und sieht die Live-Übertragung des von Bertelsmann und Ufa organisierten Filmfestivals UFA Filmnächte auf der Berliner Museumsinsel im August 2017 vor. mehr
Quelle: ARTE-Presseinformation; Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

leuchtreklame gute unterhaltung 250Von 10. bis 19. August 2017 lädt der Arbeitskreis Film Regensburg e.V. zu Stummfilmen mit Live-Musik im Ambiente des MuseumsCafés im Klosterhof des Historischen Museums ein.

Das Festival, eines der ältesten in Deutschland mit Schwerpunkt Stummfilm, steht unter dem Motto "Traumwelten, Phantasien, Obsessionen – und der letzte Schrei der Mode". Beginn der Vorstellungen ist jeweils um 20:45 Uhr.

Gleich zum Auftakt am 10. August 2017 wird eine Rarität geboten: Das Deutsche Filminstitut präsentiert als Premiere das frisch restaurierten Bergsteigerdrama Der Kampf ums Matterhorn (Deutschland 1928) mit Luis Trenker. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Städtischen Galerie im Leeren Beutel statt. Mit der Eintrittskarte wird ein ermäßigter Eintritt in die Ausstellung „Menschen und Welt“ von Andi Teichmann gewährt.

Das ganze Programm der 35. Regensburger Stummfilmwoche kann hier abgerufen werden.
Foto: Stummfilm Magazin

babylon kino 250Unter dem Motto "Vive La France!" zeigt das Berliner Babylon Kino vom 03. bis 13. August 2017 meisterhafte Stummfilme aus französischer Produktion.

Begleitet werden die insgesamt 50 Kinoklassiker, die im Rahmen des StummfilmLiveFestivals gezeigt werden, entweder auf der hauseigenen Kinoorgel oder auf dem Klavier. Zu sehen sind unter anderem Filme von René Clair, Abel Gance, Marcel L’Herbier und Germaine Dulac. Der Eröffnungsfilm ist Nana (1926) von Jean Renoir. Kuratiert wird die Veranstaltung von Friedemann Beyer. Der Eintritt ist frei. mehr
Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

magdeburg caligari 2017 250 aAm Samstag, den 22. Juli 2017, vertont Dj D'dread Das Cabinet des Dr. Caligari im Rahmen eines Sommernachtskinos in Magdeburg.

Regisseur Robert Wienes berühmter Klassiker des expressionistischen Films wurde am 27. Februar 1920 uraufgeführt. In den Hauptrollen sind Lil Dagover, Conrad Veidt und Werner Krauß zu sehen. Die außergewöhnlichen Filmkulissen wurden von Hermann Warm, Walter Reimann und Walter Röhrig kreiert.

Der Leipziger Musiker Dj D'dread vertont bereits seit neun Jahren Stummfilme mit einem modernen, jungen Sound. Nach der Vorführung ist Party angesagt, bei der neben Dj D'dread auch DJ Jan Goerzt auflegt. mehr 
Foto: Veranstalter

murnau stern berlin 250Von heute bis gestern, von den 2010er Jahren zurück bis in die ersten Kino-Dekaden betrachtet die Reihe "Zurück in die Zukunft – Filmgeschichte im Doppelpack" des Filmmuseum Potsdam internationale Filmgeschichte mit ihren vielfältigen Querverweisen.

Historische Referenzen werden aufgemacht – von inhaltlichen und formalen Analogien und Bezugnahmen über Hommagen, Kontinuitäten, Neuinterpretationen und Remakes zu mehr oder weniger eindeutigen Zitaten. Über Gattungs- und Genregrenzen hinweg wird Filmgeschichte durchleuchtet, um deutlich zu machen, wie wichtig die Cinephilie und die Auseinandersetzung mit Filmgeschichte nicht nur für die Wissenschaft, sondern auch und gerade für (angehende) Filmschaffende sind.

Auf dem Programm stehen am 21. Juli 2017 um 18:00 Uhr Nosferatu - Phantom der Nacht (1978) von Werner Herzog und um 20:00 Uhr  Friedrich Wilhelm Murnaus Stummfilmklassiker Nosferatu - Eine Sinfonie des Grauens (1922), dem Herzog mit seiner Neuverfilmung Reverenz erweist. Murnaus Dracula-Version wird von Susanne Schaak an der Welte-Kinoorgel begleitet. mehr 
Textquelle: Pressestelle Filmmuseum Postdam
Das Bild zeigt den Stern für Friedrich Wilhelm Murnau auf dem Potsdamer Platz in Berlin. Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

filmstreifen 04 250Am Freitag, den 21. Juli 2017, hält um 20:30 Uhr Anke Mebold, Filmrestauratorin am Deutschen Filminstitut, im Filmmuseum Frankfurt den Vortrag "Rot aber tot. Obsolete Farben im Film".

In den ersten drei Jahrzehnten der Filmgeschichte wurden Farbfilme produziert, indem man etwa schwarzweißen Bildaufzeichnungen nachträglich Farbe auftrug: Tausende Einzelbilder der 35mm-Filme wurden durch Hand- und Schablonenkolorierung, Tinting und Toning polychrom. Die Farbenpracht der kolorierten Bilder ermöglichte beeindruckende und magische Momente im Kinodunkel.

In Ergänzung zum Vortrag wird eine Auswahl früher Farbfilme aus dem Filmarchiv des Deutschen Filminstituts gezeigt, die überwiegend in 2016 mit Fördermitteln der Beauftragen der Bundesregierung für Kultur und Medien digitalisiert wurden und die Farbenvielfalt im frühen Kino deutlich macht. Die Vorführung erfolgt mit Live-Musikbegleitung. mehr

Das Filmprogramm:
"An Atlantic Yoyage", Von Hamburg zu den Niagarafällen mit Schnelldampfer Kaiser Wilhelm II (DE 1920er Jahre / GB 1903 / FR ca.1907, 18 Min.)
"Wiederbelebung von Scheintoten" (DE ca. 1921, 11 Min.)
"Das Leben der Pflanze von der Blüte zur Frucht" (DE ca. 1925, 9 Min.)
"Liebe im Tierreich" (DE ca. 1925, 9 Min.)
"Kolko, die Geschichte eines Rübenprotests" (DE 1926, 10 Min.)
Farbfilmversuche: Demo-Film für das Sirius-Farbverfahren (DE ca. 1930, 6 Min.)

Textquelle: Filmmuseum Frankfurt; Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

Der deutsche Filmproduzent und Schauspieler Paul Davidson starb vor neunzig Jahren, am 18. Juli 1927, in Ebenhausen. Er wurde am 30. März 1867 in Lötzen geboren.

Bereits 1906 eröffnete er sein erstes Kino. Ab 1912 produzierte er dann auch Filme, unter anderem mit Ernst Lubitsch, Emil Jannings, Henny Porten, Asta Nielsen und vielen weiteren Stars. Seine Produktionsfirma Projektions-AG Union (PAGU) ging 1917 in der Ufa auf. Dort begleitete er für einige Jahre die Position eines Generaldirektors. Zu seinen Produktionen gehören Klassiker und Erfolgsfilme wie Madame Dubarry (1919), Der Golem, wie er in die Welt kam (1920), Anna Boleyn (1920) und viele mehr.  mehr

lubitsch stern berlin 250Im Rahmen der Reihe Lecture & Film hält Christine Korte am 20. Juli 2017 um 20:15 Uhr im Filmmusem Frankfurt den Vortrag "Genau das, was der Doktor verschrieben hat: Männlichkeit, Veranlagung und Komödie in Ernst Lubitschs Meyer aus Berlin".

Der Vortrag wird in englischer Sprache gehalten. Um ca. 21.15 Uhr ist der Film dann mit Live-Musikbegleitung von Uwe Oberg zu sehen.

In der 1919 erschienener Komödie "Meyer aus Berlin" parodiert Lubitsch die Fantasie des furchtlosen "deutschen" Bergsteigers und verwendet eine höchst theatralische Vorstellung der Natur als Kulisse anti-heroischer Possen und des Gaunertums. In diesem Film ist seine eigene künstlerische Ausbildung, unter der Ägide von Regisseur Max Reinhardt, eine wichtige Quelle der Inspiration für die flüchtige Sinnlichkeit der Natur. Bei genauerer Untersuchung wird deutlich, dass diese skurrile Komödie der Irrungen viel über die Fantasie- und Identitätspolitik der Deutschen in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg verrät. Dr. Freud lässt grüßen! mehr

Christine Korte vollendet derzeit ihre Dissertation an der York University in Toronto. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im politischen Theater der Weimarer Republik sowie der historischen und zeitgenössischen Volksbühne in Berlin.
Textquelle: Presseabteilung von Deutsches Filminstitut - DIF e.V. und Deutsches Filmmuseum
Das Bild zeigt den Stern für Ernst Lubitsch auf dem Potsdamer Platz in Berlin; Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

make more noise suffragetten im film foto foerderverein filmkultur bonn e VOpen Air, bei freiem Eintritt und mit live-musikalischer Begleitung präsentiert der Förderverein Filmkultur Bonn e.V. vom 10. bis 20. August 2017 überwiegend frisch restaurierte und selten aufgeführte Stummfilme aus der ganzen Welt im Arkadenhof der Universität Bonn.

Neben den Vorführungen in dieser einzigartigen Kulisse, in der dieses Jahr 25 Kurz- und Langfilme zu erleben sind, charakterisiert das größte deutsche Stummfestival auch ein Rahmenprogramm mit Filmen und Vorträgen, das im LVR-LandesMuseum Bonn stattfindet und dem Publikum praxisnahe Einblicke in die Filmgeschichte gewährt. Es vermittelt einen lebendigen Eindruck der Arbeit, die Archive und Kinematheken in der ganzen Welt durch die Rekonstruktion und Aufbereitung von Filmmaterial leisten, um filmisches Erbe zu bewahren und zugänglich zu machen.

So widmet Stefan Drößler sich am Sonntag, 13. August 2017, um 15:00 Uhr Paul Wegeners zwischen 1915 und 1921 entstandenen Filmen um den Golem, diese mystische, zum Leben erweckte Lehmfigur aus dem Prager Ghetto. Er berichtet über die erhaltenen und neu gefundenen Materialien aus den drei Filmen sowie über ihre langwierige Rekonstruktion und zeigt Ausschnitte. Der zweite Teil des Nachmittags nimmt die Suffragetten in den Blick: Frauen, die sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts vor allem in England und den USA für ihre Rechte, u.a. die Einführung des Frauenwahlrechts, einsetzten, wurden in der von Männern dominierten Filmbranche verspottet. Eine Sammlung des British Film Institute mit frühen Filmdokumenten und Komödien, die um 17:00 Uhr präsentiert wird, zeigt die Anfänge des bis heute andauernden Kampfes der Suffragetten um Gleichberechtigung.

Der Nachmittag des 20. August 2017 steht im Zeichen des Schriftstellers Franz Kafka, der ab 1908 regelmäßig ins Kino ging. Der Autor und Publizist Hanns Zischler hat in umfassender Recherche alle Referenzen auf Kinobesuche in Kafkas Schriften, Tagebüchern und Briefen untersucht und zahlreiche Filme identifiziert, die das Filmmuseum München in Zusammenarbeit mit einem Dutzend internationaler Archive aufwändig restaurierte. In einer unterhaltsamen Lesung mit Filmausschnitten, Bildern und Dokumenten stellen Zischler und Drößler ihre Arbeit zu Kafka vor. Dieser besuchte zuweilen auch die zu Anfang des 20. Jahrhunderts entstandenen Kaiserpanoramen, in denen bis zu 25 Personen gleichzeitig 3D-Bilderserien sichten konnten. 2015 hat Regisseur Nikolai Vialkowitsch die seinerzeit populären Bilderserien aus dem Ersten Weltkrieg digitalisiert und als Grundlage für einen beeindruckenden 3D-Film verwandt, der um 17 Uhr vorgeführt wird. Für das Rahmenprogramm sind Tageskarten zum Preis von 7€, ermäßigt 5€ erhältlich, die beim Förderverein Filmkultur Bonn e.V. (Telefon 0228/47 85 68) reserviert werden können.

Das gesamte Festivalprogramm finden man unter www.internationale-stummfilmtage.de.

Die 33. Internationalen Stummfilmtage – Bonner Sommerkino werden veranstaltet vom Förderverein Filmkultur Bonn e.V. in Kooperation mit dem Filmmuseum München, der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität​ Bonn, der Bonner Kinemathek und dem LVR-LandesMuseum Bonn, und unterstützt von der Bundesstadt Bonn, der Film- und Medienstiftung NRW und der Bundesbeauftragen für Kultur und Medien (BKM).
Textquelle und Foto: Förderverein Filmkultur Bonn e.V

filmstreifen 08 250Am Freitag, den 14. Juli 2017, hält um 20:30 Uhr Prof. Dr. Ulrich Rüdel im Filmmuseum Frankfurt einen Vortrag über die Virage unter dem Titel "Leuchtendes Schweigen, historische Stummfilmfarben". Ergänzend werden ein Fragment aus Das Rätsel von Bangalor in verschiedenen Farbversionen und der SF-Film Rocketship X-M gezeigt.

So wie das stumme Kino nie stumm war, sondern nur schweigend, so waren auch die Bilder des frühen Kinos selten schwarzweiß. Bei der Farbstoffvirage tauchte man das schwarzweiße Silberkorn-Filmbild in Farbe: So wurden Nächte blau und Feuer tiefrot. Farben, die Filmrestaurator/innen seit den 1980er Jahren haben wiederauferstehen lassen. Das orange viragierte Stummfilmfragment "Das Rätsel von Bangalor" (Deutschland 1918), die einzigen überlieferten bewegten Bilder der Schauspielerin Gilda Langer, wurde 2010 in verschiedenen Methoden restauriert. Ein Vergleich der verschiedenen Versionen bietet Aufschluss über Farbe und Restaurierung im Film. Anschließend ist "Rocketship X-M" von 1950, der eine viragierte Sequenz enthält, zu sehen. mehr

Prof. Dr. Ulrich Rüdel ist Chemiker und Professor für Konservierung und Restaurierung mit dem Schwerpunkt moderne Medien an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin. Er forscht und arbeitet auf den Gebieten Filmrestaurierung, analytische Chemie und Farbwissenschaft.
Textquelle: Filmmuseum Frankfurt am Main, Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

Tanz und Kino

filmmuseum potsdam tanzausstellung 2017 2018 foto julietta l wehr 250

Das Filmmuseum Potsdam zeigt bis zum 22. April 2018 die Sonderausstellung „Alles dreht sich … und bewegt sich. Der Tanz und das Kino“. mehr

Virtuelle Ausstellung

filzinger foto dif

Die Online-Ausstellung "Das Kino des Ersten Weltkriegs: Einsichten in eine transnationale Mediengeschichte" zeigt mit historischem Film- und Fotomaterial, wie Filmausschnitte, Fotografien und Plakate, ein umfassendes Bild der Filmgeschichte des Ersten Weltkriegs zeichneten. mehr

Pordenone 2017

Das international bedeutendste Stummfilmfestival "Le Giornate del Cinema Muto" wird jedes Jahr in Pordenone/Italien veranstaltet. Es findet in 2017 vom 30. September bis 07. Oktober statt. mehr ...

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