golem weimar 2020 1Der Golem ist besiegt und die letzten dramatischen Töne erklingen zu den sich schließenden Toren in windschiefen Stadtmauern.

Im ausverkauften Deutschen Nationaltheater Weimar brandet begeisterter Applaus auf: 100 Jahre nach ihrer Premiere im Oktober 1920 in Berlin macht die außergewöhnliche Originalmusik zu Paul Wegeners Stummfilm "Der Golem, wie er in die Welt kam" wieder von sich Reden.

Bis vor Kurzem galt die Komposition von Dr. Hans Landsberger, die wohl 1925 letztmalig in einem Kino zu hören war, als verschollen. Im Rahmen des Weimarer Kunstfestes und der Stummfilm-Retrospektive "Überreizung der Phantasie" wurde die rekonstruierte Fassung nun in einer Doppelpremiere am 03. September 2020 erstmals mit der ebenfalls frisch rekonstruierten Filmfassung gezeigt.

filmspuele lila 250Am Sonntag, den 13. September 2020, ist im Ignatz Bubis-Gemeindezentrum in Frankfurt am Main "Der Geiger von Florenz" (D 1926) zu sehen.

Regiseur Paul Czinner drehte die heitere Komödie mit Elisabeth Bergner, Conrad Veidt und Walter Rilla. Als Vorfilm ist "Visit Frankfurt with Uncle Rosenberg" zu sehen, ein Amateurfilm von 1926. Gezeigt wird "Der Geiger von Florenz" in einer Restaurierung der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung aus dem Jahr 2018. 

Eine Begrüßung hält Marc Grünbaum, Kulturdezernent und Mitglied des Vorstands der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main. Eine Einführung geben Christiane von Wahlert, Vorstand der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, und die Filmredakteurin Nina Goslar (ZDF/ARTE). Die Veranstaltung findet im Rahmen der Jüdischen Filmtage (02. bis 13. September 2020) statt.

Live zum Film spielen die Musiker Diego Ramos (Violine, Mandoline, Melodika), Nathan Watts (Violoncello, Melodika), Miharu Ogura (Klavier, Synthesizer) und Uwe Dierksen (Posaune, Melodika, auch Komposition). mehr
Foto: Stummfilm Magazin/Klaus Regel

filmstreifen 08 250Der deutsche Filmpionier Carl Froelich wurde am 05. September 1875 in Berlin geboren.

Zu Beginn seiner Tätigkeit in der Filmbranche arbeitete er als Konstrukteur bei Oskar Messter. Später war er als Produzent (Der Schatz, Regie G. W. Pabst, 1923), Kameramann (Material für die Messter-Wochenschauen) und Regisseur (Die Brüder Karamasoff, 1920) aktiv und drehte häufig mit Henny Porten.

Froelich war in die Produktion der ersten deutschen Tonspielfilme und auch des ersten deutschen Farb-Kurzspielfilms Das Schönheitsfleckchen (1936), gedreht in Agfacolor, involviert. Ab 1933 diente er sich den Nationalsozialisten an und war ab 1939 bis zum Kriegsende Präsident der Reichsfilmkammer (RFK). mehr
Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

filmspule bunt 250 1Der amerikanische Stummfilmschauspieler Robert Emmett Harron starb am 05. September 1920 in New York. Er wurde dort am 12. April 1893 geboren.

Harron gehörte zu den Stamm-Schauspieler*innen von D. W. Griffith und war unter anderem in "Die Geburt einer Nation" (USA 1915), "Intoleranz" (USA 1916) und "True Heart Susie" (USA 1919) zu sehen. mehr
Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

filmspule bunt 250 1Die amerikanische Schauspielerin Olive Thomas starb am 10. September 1920 in Neuilly-sur-Seine (Frankreich). Sie wurde als Oliveretta Elaine Duffy am 20. Oktober 1894 in Charleroi (US-Bundesstaat Pennsylvania) geboren.

Von 1916 bis 1920 war sie in zwei Dutzend Filmen zu sehen und konnte aufgrund ihrer jugendlich-frisch-frechen Leinwandausstrahlung ein größeres Publikum für sich begeistern. Ab 1918 stand sie bei der Selznick Pictures Company unter Vertrag. Bis zu ihrem Tod durch eine tödliche Dosis Quecksilber(II)-chlorid war sie mit dem Schauspieler Jack Pickford verheiratet. mehr
Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

filmspule bunt 250 1Aktuelle und interessante Veröffentlichungen rund um das Thema "Früher Film" gibt es im Netz zu entdecken. Hier eine frische Auswahl. Viel Spaß beim Lesen!

♦ Das Westfalenblatt berichtet über die Ausstellung "Die große Illusion – Bielefelder Kinogeschichte(n) aus 125 Jahren", die im Historischen Museum Bielefeld gezeigt wird. mehr

♦ Der russische Stummfilm "Sturm über Asien" (1928) wurde bei den Bonner Stummfilmtagen 2020 von Elizabeth-Jane Baldry (Harfe) and Stephen Horne (Klavier) vertont. Eine Würdigung der Aufführung findet man hier.

♦ "SWR2 am Morgen" berichet über die Uraufführung der rekonstruierten Originalmusik zu "Der Golem, wie er in die Welt kam" (D 1920). Den Audiobericht mit Stummfilmmusiker Richard Siedhoff findet man hier.

♦ Die Berliner Zeitung stellt Wolfgang Mays Buch "Berlins vergessene Traumfabrik – Johannisthaler Filmgeschichte(n)" vor. mehr

♦ Die Süddeutsche Zeitung schreibt über die "Unesco-Filmstadt Potsdam: Das deutsche Hollywood". mehr
Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

filmspule bunt 250 2Der amerikanische Filmschauspieler Max Davidson starb am 04. September 1950 in Woodland Hills (Kalifornien). Er wurde am 23. Mai 1875 in Berlin geboren.

In den Jahren 1927 und 1928 war er Star einer Comedy-Filmreihe der Hal-Roach-Studios. Er spielte in ca. 200 Filmen mit, unter anderem in Intolerance (Regie: G. W. Griffith, 1916), Der große Diktator (Regie: Charles Chaplin, 1940) und Auch Henker sterben (Regie: Fritz Lang, 1943). Die Edition Filmmuseum würdigt Davidson mit einer DVD-Edition.
Foto: Stummfilm Magazin

filmspule bunt 250 1Auch in 2020 veranstaltet das Lichthaus Kino Weimar in Kooperation mit dem Kunstfest Weimar, der Bauhaus-Universität Weimar und dem Stadtarchiv Weimar die Stummfilm-Retrospektive "Überreizung der Phantasie – Filme der Weimarer Republik in den Weimarer Kinos".

In seiner zweiten Ausgabe blickt die Filmschau einhundert Jahre zurück, in das Jahr 1920. Vom 02. bis 10. September 2020 laufen im Lichthaus die Kassenschlager, die die Spielpläne des Jahres 1920 dominierten, aber heute eher selten im Stummfilm-Kanon auftauchen: Sensationsfilme, Kriminalfilme, Historienfilme, exotische Abenteuer und dänischer Science Fiction. Stummfilm Magazin ist Medienpartner der Stummfilm-Retrospektive "Überreizung der Phantasie".

filmstreifen gelb 03 250Im Hamburger Metropolis-Kino ist vom 05. bis 17. September 2020 ein Retrospektive mit Filmen des Schauspielers und Regisseurs Karel Lamač (1897-1952).zu sehen.

Zu sehen sind unter anderem die zwei Stummfilme "Der Raub des Bankiers Fuchs" (CS 1923) und "Fangt ihn! Der ungeschickte Räuber" (CS 1924). Beiden Komödien sind frühe Beispiele für die später noch intensivere Zusammenarbeit von Karel Lamač mit der Schauspielerin Anny Ondra.

Veranstaltungsflyer als PDF

Die Filme werden mit live Musikbegleitung von Marie-Luise Bolte und Einführungen gezeigt. Veranstaltet wird die Filmschau von CineGraph – Hamburgisches Centrum für Filmforschung zusammen mit dem Národní Filmový Archiv (NFA) in Prag und dem Metropolis-Kino. Anlass für die Reihe ist das 30-jährige Jubiläum der Städtepartnerschaft von Hamburg und Prag. mehr
Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

filmmuseum berlin 250Im September 2000 öffnete das von der Deutschen Kinemathek getragene "Filmmuseum Berlin" zum ersten Mal seine Pforten.

Sechs Jahre später wurde ergänzend eine Abteilung zur Fernsehgeschichte hinzugefügt und die Einrichtung in "Museum für Film und Fernsehen" umbenannt. Zu den vielen Highlights der Dauerausstellung gehören Exponate aus dem Nachlass der Filmdiva Marlene Dietrich, darunter viele mondäne Filmkostüme. Auch der im Jahr 1929 an Emil Jannings überreichte Oscar als bester Hauptdarsteller in "Der Weg allen Fleisches" (USA 1927) und "Sein letzter Befehl" (USA 1928) ist dort zu sehen. mehr
Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

oesterreichisches filmmuseum logo 250Vom 03. September bis 22. Oktober 2020 zeigt das Österreichische Filmmuseum ausgesuchte Werke aus 100 Jahren animierter Filmkunst: Von Hermína Týrlovás verliebtem Wassermann über den kleinen Maulwurf Krtek hin zu Karel Zemans Baron Münchhausen-Adaption.

Jiří Trnka, "Walt Disney des Ostens" und Jan Švankmajer, "Godfather of Animation" gelten als zentrale Figuren des tschechoslowakischen Animationsfilms. Ihnen und zahlreichen ihrer Kolleg*innen widmet das Museum eine umfangreiche Werkschau. Unterschiedliche Präsentationsformen werden geboten: von abendfüllenden Filmen und monografischen Programmen, die sich ausgewählten Künstlern widmen, über Kurzfilm-Zusammenstellungen bis zu Live-Auftritten und illustrierten Vorträgen. mehr
Textquelle und Bild: Österreichisches Filmmuseum

filmspule bunt 250 1Der deutscher Filmregisseur Franz Hofer starb am 05. Mai 1945 in Berlin. Er wurde am 31. August 1882 als Franz Wygand Wüstenhöfer in Saarbrücken geboren.

Er gilt als einer der ersten deuitschen Autorenfilmer und führte bei 85 Produktionen Regie. Seine erfolgreichste Schaffensphase hatte Hofer in den 1910er-Jahren. Seit 2002 verleiht das Filmhaus Saarbrücken den Franz-Hofer-Preis für herausragende Leistungen im Film. mehr
Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

richard siedhoff 1 250Im Rahmen des Kunstfestes Weimar und der Stummfilmretrospektive "Überreizung der Phantasie" findet am 03. September 2020 im großen Saal des Deutschen Nationaltheaters Weimar die Weltpremiere der rekonstruierten Originalmusik von Paul Wegeners Stummfilmklassiker Der Golem, wie er in die Welt kam statt.

Die Rekonstruktion und Bearbeitung von Hans Landsbergers Orginalmusik wurde von dem Stummfilmmusiker Richard Siedhoff (Foto) durchgeführt. Es spielt die Staatskapelle Weimar unter der Leitung von Burkhard Götze. Zu sehen ist der Film in der vom Filmmuseum München digital restaurierte Langfassung, die alle originalen, expressionistisch gestalteten Zwischentitel enthält. Der Film wird am 03.09.2020 zwei Mal gezeigt, um 18:00 Uhr und um 21:00 Uhr.

Ergänzend hält Sfefan Drößler, Leiter des Filmmuseums München, am 04. September 2020 um 18:00 Uhr im Weimarer Lichthaus Kino den Vortrag "Auf der Suche nach dem Golem". Darin gibt Drößler einen Enblick in die Entstehung von Paul Wegeners drei Golem-Filmen und die Filmrekonstruktion. Richard Siedhoff spricht zudem über die Arbeit an der wiederentdeckten Originalmusik von Hans Landsberger. mehr und mehr

Lesetipp: Autor Arndt Pawelczik stellt den Film im Rahmen der Stummfilm Magazin-Initiative 100 Jahre Stummfilm-Klassiker der Weimarer Republik vor. Zur Filmbesprechung
Foto: privat

filmstreifen 04 250Vom 11. September bis 21. Oktober 2020 wird in Wien die Retrospektive "Wien wie noch nie – Teil II" gezeigt.

Auch bei der Fortsetzung des Sommerkinos sind einge Stummfilmperlen berücksichtigt. Begleitend zu den Vorstellungen im Metro Kinokulturhaus werden im digitalen Heimkino kostenlos weitere ausgewählte Programme gezeigt. Kuratiert ist die Schau von Florian Widegger. mehr
Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

100 jahre stummfilm klassiker logo 250Anfang September 1920 wurden die Stummfilmklassiker "Sumurun", "Genuine" und "Algol" in Berlin uraufgeführt.

So unterschiedlich die drei Produktionen auf den ersten Blick erscheinen – der Historienfilm "Sumurun" (Regie: Ernst Lubitsch) spielt im Orient, der artifizielle "Genuine" (Regie: Robert Wiene) ist dem expressionistischen Gruselfilm verpflichtet und der sozialkritisch angehauchte "Algol" (Regie: Hans Werckmeister) bedient das fantastische Genré –, bestechen alle durch ihre aufregende visuelle Gestaltung, ein bemerkenswertes Schauspieler*innen-Ensemble und den offensichtlichen Willen ihrer Regisseure, ihrem Publikum etwas Außergewöhnliches, nicht Alltägliches auf der Leinwand zu bieten.

Autor Arndt Pawelczik stellt für die Stummfilm Magazin-Initiative 100 Jahre Stummfilm-Klassiker der Weimarer Republik die drei Werke vor. Hier geht es zu den Filmbesprechungen.

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Jubiläum

100 jahre caligari

Im Februar 1920 fand in Berlin die Premiere des expressionistischen Meisterwerks "Das Cabinet des Dr. Caligari" statt. Der Film gilt als einer der bedeutensten der Kinogeschichte und als ein Schlüsselwerk des deutschen Films. mehr und Caligari-Quiz