filmstreifen 08 250 buntDer deutsche Schauspieler und Komiker Wilhelm Bendow starb am 29. Mai 1950 in Einbeck. Dort wurde er als Wilhelm Emil Boden am 29. September 1884 auch geboren.

In der Stummfilmzeit spielte er unter anderem in "Aus eines Mannes Mädchenzeit" (vermutlich 1912 oder 1913 gedreht), ein frühes Beispiel für Travestie im Kino. Er war in über 100 Produktionen vornehmlich in Nebenrollen zu sehen. Von Fans und Freunden wurde er mitunter "Onkel Wilhelm" und, aufgrund seiner Rolle als Mondmann im UFA-Film "Münchhausen" (1943), "Mann im Mond" genannt.

Große posthume Bekanntheit erlangte er in den 70er-Jahren durch die Verwendung seines Skteches "Auf der Rennbahn" für einen Zeichentrickfim von Loriot mit dem legendären Ausspruch: "Wo laufen sie denn?". mehr
Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

filmstreifen 02 250Rudolf Klein-Rogge, geboren als Friedrich Rudolf Klein-Rogge am 24. November 1885 in Köln und gestorben am 29. Mai 1955 im österreichischen Wetzelsdorf, war ein deutscher Schauspieler der 1920er- und 1930er-Jahre.

Legendär ist Klein-Rogges Darstellung als Wisschenschaftler Rotwang in "Metropolis", wie er das sogenannte "Maschinenweib" erschafft. Auch als Dr. Mabuse kam er, ebenfalls unter der Regie von Fritz Lang, zum Einsatz. Klein-Rogge war mit der Drehbuchautorin Thea von Harbou verheiratet. mehr
Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

tv geraet 250Noch bis 18. Juni 2020 ist der Dokumentarfim "Cinema Austria – Die ersten 112 Jahre" (Österreich 2019, 55 Miunten) in der Arte-Mediathek abrufbar.

Regisseur Frederick Baker nimmt die Zuschauer*innen mit auf eine Reise von der Stummfilmzeit bis zu aktuellen österreichischen Kinoproduktionen. Erinnert wird dabei etwa an die Filmpionierin Luise Fleck, den Monumentalfilm Sodom und Gomorrha (1922) von Regisseur Michael Curtiz und die Sascha-Filmindustrie AG, die größte österreichische Filmproduktionsgesellschaft bis in die frühen Tonfilmtage. mehr

filmspule bunt 250 2Wien wie noch nie – eine Stadt im Ausnahmezustand. Nach dem Corona-Lockdown, der bitteren kulturellen Durststrecke, der wochenlangen Kinoschließung feiert das Filmarchiv Austria die Rückkehr der bewegten Bilder in den öffentlichen Stadtraum – und verbindet dabei die Vergangenheit mit der Zukunft des Kinos.

"Wien wie noch nie" lautet der programmatische Titel für das diesjähriges Sommerkino des Filrmarchiv Austria vom  09. Juli bis 16. August 2020. Konsequent analog, in wunderbaren 35mm-Kopien aus dem eigenen Haus präsentiert die Filmerbeeinrichtung außergewöhnliche Stadtfilme aus 100 Jahren – Open Air am Augartenspitz und im Metro Kinokulturhaus.

Digital werden ergänzende und vertiefende Begleitprogramme in dessen seit März 2020 erfolgreich etablierten Heimkino gezeigt. "Wien wie noch nie" setzt auf den fruchtbaren Dialog zwischen analog und digital, zwischen auratischem Kinoerlebnis und weltweiter Vermittlung. Kino, das auf mächtigen Traditions-Fundamenten ruhend neugierig in die Zukunft blickt. Das Programm des Sommerkinos "Wien wie noch nie" wird Anfang Juni 2020 veröffentlicht. mehr
Textquelle: Filmarchiv Austria; Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

onlineschau sommerfrische filmarchiv austria 250Vom 05. Juni bis 09. Juli 2020 zeigt das Filmarchiv Austria auf seiner Webseite die Onlineausstellung "Kino auf Sommerfrische".

Die Sommerfrische ist die vielleicht schönste Projektionsfläche für alles, was "Urlaub wie früher" meint. Das Heimkinoprogramm des Filmarchiv Austria zeigt, wie sie wirklich war, die "gute alte" Sommerfrische.

Seit Beginn des Kinos eroberten Kameras die schönen Landschaften und produzierten Bilder einer begehrenswerten Welt jenseits des Alltags. Dass sich ganze Regionen in touristische Sehnsuchtsräume verwandelten, das hatte auch ursächlich mit dem neuen Medium Film zutun.

Die historischen Originalaufnahmen aus dem Filmarchiv Austria zeugen von der Freude großer und kleiner Weltentdeckungen im eigenen Land und repräsentieren überdies eine kleine Kulturgeschichte des Reisens im 20. Jahrhundert.

Die Retrospektive "Kino auf Sommerfrische" umfasst vier Schwerpunkte, die jeweils auf einem Kanal im digitalen Heimkino präsentiert werden. Das Programm der vier Kanäle wird wöchentlich gewechselt. Kuratiert wurde die Onlineschau von Susanne Rocca und Ernst Kieninger. Zur Internetseite des Filmarchiv Austria
Textquelle und Bilder: Filmarchiv Austria

metro 1 250Regisseur Fritz Lang inszenierte den monumentalen Science-Fiction-Stummfilm in den Jahren 1925/26 in Deutschland. Drehbeginn war am 22. Mai 1925.

"Metropolis", einer der teuersten Streifen seiner Zeit, ist ein herausragendes Werk der Filmgeschichte und ein Klassiker des deutschen Expressionismus. Auch heute noch übt der Film, der in einer futuristischen Großstadt spielt, Einfluss auf Filmschaffende aus und ist Gegenstand von filmhistorischen Anlaysen. Auf der Leinwand sind Kinostars wie Brigitte Helm, Gustav Fröhlich, Alfred Abel, Fritz Rasp, Rudolf Klein-Rogge und Heinrich George zu sehen. Als erster Film weltweit wurde er in das Weltdokumentenerbe der UNESCO aufgenommen.

Eine aufwändig restaurierte Fassung von "Metropolis" wurde am 12. Februar 2010 im Rahmen der Berlinale 2010 im Friedrichstadtpalast und in der Alten Oper Frankfurt zeitgleich aufgeführt. Die vielbeachtete Neuveröffentlichung wurde durch einen spektakulären Kopienfund in Buenos Aires im Jahr 2008 möglich; anhand dieser 16mm-Filmrollen konnte "Metropolis" restauriert und so seiner Uraufführungsfassung angenähert werden. mehr
Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

filmstreifen 08 250 buntDas Münchner Filmmuseum hat für kurze Zeit den Ausstattungsfilm Nathan der Weise auf der Videoplattform vimeo online gestellt.

Regisseur Manfred Noa drehte die aufwändige, seinerzeit umstrittene Produktion nach dem gleichnamigen Bühnenstück von Gotthold Ephraim Lessing. In dem Film der Bavaria-Filmkunst sind Werner Krauß, Carl de Vogt, Fritz Greiner, Lia Eibenschütz, Ferdinand Martini, Max Schreck, Bella Muzsnay und Margarete Kupfer zu sehen.

Die Restaurierung des Filmmuseums München aus den Jahren 2006/2009 wird von einer Komposition des Stummfilmmusikers Aljoscha Zimmermann, die von Sabrina Hausmann (Violine) und Mark Pogolski (Flügel) eingespielt wurde und auch auf der DVD-Veröffentlichung der Edition Filmmuseum enthalten ist, begleitet.

"Es gilt wie immer freie Platzwahl." lädt das Müncher Filmmuseums ein. Zum Film geht es unter https://vimeo.com/filmmuseummuenchen. Den Trailer zur Stummfilmreihe kann man hier anschauen.
Bild: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

filmspule bunt 250 1Mit einem Eidoloscope genannten Projektionsapparat wurde am 20. Mai 1895 in einem eigens dafür eingerichteten Raum am New Yorker Broadway die wahrscheinlich weltweit erste Filmprojektion vor einem zahlendem Publikum durchgeführt. 

Der Film zeigte einen Boxkampf, der am 04. Mai 1895 aufgenommen worden war. An der Entwicklung des Eidoloscope für die Lambda Company von Woodville Lathams und seinen Söhnen Otway und Gray war aller Wahrscheinlichkeit nach der Chefingenieur von Thomas Alva Edison, William K. L. Dickson, und ein Mitarbeiter von Dickson, Eugène Augustin Lauste, maßgeblich beteiligt. Mit dem Vorführgerät wurde ein Filmstreifen mit zwölf Bildern pro Sekunde vorgeführt. mehr 
Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

filmspule bunt 250 1Aktuelle und interessante Veröffentlichungen rund um das Thema "Früher Film" sind hier zusammengestellt. Viel Spaß beim Lesen!

♦ MDR Kultur stellt Barbara Beuys 447 Seiten starkes Buch "Asta Nielsen - Filmgenie und Neue Frau" (Insel Verlag, ISBN: 978-3-458-17841-5, 25,00 Euro) vor. mehr

♦ An den Geburtstag der Stummfilmlegende Rudolph Valentino vor 125 Jahren erinnert der Deutschlandfunk. mehr

♦ Das Haller Kreisblatt berichtet über einen wiederentdeckten frühen Dokumentarfilm über die Stadt Halle in Westfalen. mehr
Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

filmspule bunt 250 1Georg Wilhelms Pabsts "Die freudlose Gasse" wurde am 18. Mai 1925 in Berlin uraufgeführt.

Das Sozialdrama ist der einzige gemeinsame Leinwandauftritt von Greta Garbo und Asta Nielsen. An ihrer Seite sind Werner Kraus, Ilka Grüning, Jaro Fürth und Valeska Gert zu sehen. 

Der Film ist ein Klassiker des Weimarer Kinos und stilitisch der Neuen Sachlichkeit zuzuordnen. Bei der Edition Filmmuseum ist eine aufwändig restaurierte Fassung des Films erhältlich. mehr
Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

filmspule bunt 250 1Der Regisseur, Produzent und Schauspieler Friedrich Zelnik wurde am 17. Mai 1885 in Czernowitz (Ukraine) geboren.

Sein heute wohl bekanntestes Regiewerk aus Stummfilmtagen ist die Verfilmung von Gerhart Hauptmanns Theaterstück Die Weber (D 1927) mit Paul Wegener, Theodor Loos und Wilhelm Dieterle. 1933 emigrierte Friedrich Zelnik mit seiner Frau, der Schauspielerin Lya Mara, aus Nazideutschland und war ab dann in den Niederlanden und England tätig. Er starb am 29. November 1950 in London. mehr
Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

filmstreifen 08 250 buntDas Münchner Filmmuseum hat für kurze Zeit den Stummfilm Von morgens bis mitternachts auf der Videoplattform vimeo online gestellt.

Regisseur Karlheinz Martin dreht das expressionistische Werk nach dem gleichnamigen Theaterstück von Georg Kaiser. Auf der Leinwand sind unter anderem Ernst Deutsch, Erna Morena und Hans Heinrich von Twardowski zu sehen. Die eingespielte Musik ist eine Improvisation der Musiker Christian Roderburg, Pavel Bialiayeu, Oliver Kerstan und Benjamin Leuchter, die anlässlich der Internationalen Stummfilmtage 2008 in Bonn entstand.

"Es gilt wie immer freie Platzwahl." lädt das Müncher Filmmuseums ein. Zum Film geht es unter https://vimeo.com/filmmuseummuenchen. Den Trailer zur Filmreihe kann man hier anschauen.
Bild: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

leinwandlyrik t shirt 2020 250Auch wenn der Leinwand-Lyriker Ralph Turnheim derzeit keinen seiner kultigen Auftritte absolvieren kann, hat er alle Hände voll zu tun: So verpasst er etwa Buster Keaton einen Mundschutz und verewigt ihn auf einem T-Shirt.

Und das Beste dabei: Die T-Shirts mit dem verstummten Buster Keaton können im Leinwand-Lyrik-Onlineshop bestellt werden. Die erste Auflage des Kleidungstücks war bereits innerhalb von 24 Stunden ausverkauft. Wegen der großen Nachfrage gibt es nun Nachschlag.

Die T-Shirts, wahlweise bordeaux- oder anthrazitfarben und immer mit weißem Aufdruck, bestehen aus Bio-Baumwolle und sind im Herren- und Damenschnitt verfügbar. Der Preis beträgt ja 25,00 Euro (inkl. MwSt, zzgl. Versand). Bestellungen sind bis 20. Mai 2020 möglich. Die Lieferzeit beträgt etwa zwei Wochen.

Ralph Turnheim: "Als derzeit verstummter Stummfilmerklärer, der wie alle Stummfilmbegleiter vom Live-Moment lebt, drücke ich mich nun eben durch andere Medien aus. Und versorge Freund*innen des Stummfilms und der Leinwand-Lyrik verstärkt über meinen Webshop."

Mit einem Buster-Keaton-Film begann übrigens Ralph Turnheims Laufbahn als Stummfilmerzähler und nun steht der Hollywoodstar mit Mundschutz für die aktuelle tiefe Krise der Kinokultur in Zeiten von Covid-19. zum Onlineshop von Leinwandlyrik
Bild: Leinwandlyrik/Ralph Turnheim

filmrestaurierung 250 10Der deutsche Arzt und Sexualwissenschaftler Magnus Hirschfeld starb am 14. Mai 1935 in Nizza nach seiner Flucht aus Nazideutschland.

Er wirkte unter anderem an den Stummfilmen Anders als die Andern (1919) und Die Prostitution (1919) mit. Bei beiden sogenannten Sitten- bzw. Aufklärungsfilmen unter der Regie von Richard Oswald fungierte Hirschfeld als wissenchaftlicher Berater. In "Anders als die Andern" war Hirschfeld zudem in der Rolle eines Sexualforschers selbst vor der Kamera. Der weltweit erste Film gegen die Diskriminierung von Homosexuellen erzählt von einem Erpressungdelikt im Zusammenhang mit dem § 175. In Hauptrollen sind unter anderem Conrad Veidt und Reinhold Schünzel zu sehen. Von dem Stummfilm ist nur noch ein Fragment erhalten.

Bei der Edition Filmmuseum wurde eine Rekonstruktion von "Anders als die Andern" mit zahlreichen ergänzenden Materialien auf DVD veröffentlicht. Magnus Hirschfeld wurde am 14. Mai 1868 in Kolberg geboren. mehr
Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

dff 250Am 07. Mai 2020 hat die hessische Landesregierung bekanntgegeben, dass eine eingeschränkte Wiedereröffnung der Kinos unter Einhaltung von Abstandsvorgaben und Hygienevorkehrungen generell wieder zulässig ist.

Mit diesen Einschränkungen soll das Corona-Virus weiter an der Verbreitung gehindert und damit für die Gesundheit von Besucher*innen Sorge getragen werden. Das hat selbstverständlich auch für das Kino des DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum in Frankfurt/Main oberste Priorität. Diese Vorgaben machen dem Kino des DFF eine Wiedereröffnung derzeit praktisch so gut wie unmöglich.

So könnte nach den aktuellen Regelungen (Mindestabstand von 1,5 Metern und fünf Quadratmeter pro Person) mit rund 20 Sitzplätzen nur noch ein verschwindend kleiner Teil der Kapazität von 131 Sitzplätzen angeboten werden. Für das DFF wie für andere Kinobetreiber tun sich hier gewaltige wirtschaftliche Probleme auf, denn auch das DFF ist auf seine Einnahmen durch den Kinokartenverkauf angewiesen, doch eine so geringe Gästezahl, deckt nicht einmal die Unkosten.

Dennoch arbeitet das DFF an Lösungen, die einen – wenn auch eingeschränkten – Kinobetrieb am Schaumainkai bald wieder ermöglichen. Zusammen mit anderen Kinobetreibern ist das DFF mit der Politik, Verbänden und Filmverleihern aus ganz Deutschland im engen Austausch und wirkt so auf Abstands- und Hygieneregeln hin, die eine Wiedereröffnung des Kinos in greifbare Nähe rücken. Gleichzeitig arbeitet das DFF an alternativen Formaten und Veranstaltungen, mit denen ein Live-Filmerlebnis zeitnah realisiert werden könnte. Die Kinoverbände streben eine bundesweite Öffnung der Arthouse- und Programmkinos am Donnerstag, 02. Juli 2020, an.
Textquelle: Pressemitteilung DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum; Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

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Der österreichische Stummfilm "Beethoven" (1927) ist nun auf Blu-ray und DVD erschienen. mehr