filmstreifen 05 250Michael Curtiz, Filmregisseur ungarisch-österreichischer Abstammung, wurde vor 130 Jahren, am 24. Dezember 1886, als Mihály Kertész Kaminer in Budapest geboren.

Der Regisseur des Kultklassikers Casablanca (USA 1942) war schon in der Frühzeit des Kinos in der Filmbranche aktiv, erste Erfahrungen sammelte in den 1910er-Jahren in Ungarn und Schweden. In Österreich etablierte er sich dann mit Monumentalstreifen wie Sodom und Gomorrha (1922) und Die Sklavenkönigin (1924), die zu den teuersten in Österreich hergestellten Kinoproduktionen gehören. 

1926 folgte er dem Ruf Hollywoods, wo er sich zu einem der profiliertesten und produktivsten Regisseure seiner Zeit entwickelte. Curtiz starb am 11. April 1962 in Hollywood. mehr
Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

In wenigen Jahren könnte Fritz Langs Monumental-Stummfilm Metropolis (1927) als aufwändige Mini-Serie im Fernsehen "wiederauferstehen".

Am Projekt von Universal Cable Productions soll der amerikanische Drehbuchautor und Regisseur der erfolgreichen TV-Serie Mr. Robot, Sam Esmail, involviert sein. Bemühungen, eine Neuverfilmung von "Metropolis" auf die Beine zu stellen, gab es immer mal wieder. So kündigte der deutsche Produzent Thomas Schühly (Der Name der Rose 1986) 2007 ein Remake an. mehr

Regisseur Fritz Lang drehte den teuersten deutschen Stummfilm mit Brigitte Helm, Gustav Fröhlich, Alfred Abel, Fritz Rasp, Rudolf Klein-Rogge, Heinrich George und anderen in den Jahren 1925 und 1926. Auch heute noch übt das visuell beeindruckende Science-Fiction-Epos Einfluss auf Kulturschaffende aus und ist Gegenstand von filmhistorischen Anlaysen. Als erster Film weltweit wurde er in das Weltdokumentenerbe der UNESCO aufgenommen. mehr

carl laemmle presents ausstellungsplakatUnterhaltsame Ausstellungen und viele Kinovorstellungen laden über Weihnachten und Neujahr zum Zuschauen, Verweilen und Staunen ein. Stummfilm Magazin hat einige Tipps zusammengestellt. Viel Vergnügen!

Noch bis zum 30. April 2017 zeigt das Filmmuseum Düsseldorf die Ausstellung "Animation und Avantgarde – Lotte Reiniger und der absolute Film". Die Schau stellt das filmische Schaffen der deutsche Animationsfilmerin der deutschen Filmavantgarde gegenüber. Gezeigt weden unter anderem originale Produktionsmaterialien wie Silhouttenfiguren und Hintergründe. Reinigers bekanntestes Werk ist der Scherenschnitt-Animationsfilm Die Abenteuer des Prinzen Achmed aus dem Jahr 1926. Der visuell beeindruckende Märchenfilm wurde nach Motiven von Erzählungen aus Tausendundeine Nacht inszeniert und ist der älteste noch erhaltene abendfüllende Animationsfilm der Kinogeschichte. mehr

In der aktuellen Schau "Archiv der Schaulust" präsentiert das Filmarchiv Austria erstmals seine einzigartige Sammlung zur Geschichte des Kinos in der Donaumonarchie. . In jahrelanger, akribischer Spurensuche in internationalen Archiven und Privat- sammlungen wurde ein einzigartiger Bestand an kinematographischen Zeitdokumenten zusam- mengetragen. Eine Auswahl an raren Filmen, Apparaten, Fotografien, Programmheften, Plakaten u. v. m. aus der k. u. k.-Ära der Jahre 1896 bis 1918 zeichnet das Werden eines neuen Mediums nach. Die Ausstellung wird im Metro Kinokulturhaus bis 31. Juli 2017 gezeigt. mehr

Das Lenbachhaus in München, mit seinem Schwerpunkt auf der Kunst des Expressionismus, widmet Friedrich Wilhelm Murnau bis 26. Februar 2017 eine Ausstellung, die sich als Hommage an dessen innovative Filmsprache und die einzigartige globale Wirkung der frühen Filmkunst versteht. Murnau, der unter anderem Kunstgeschichte studiert hatte, schöpfte in seinen Filmbildern immer wieder aus der Geschichte der bildenden Kunst. mehr

Bis 30. Juli 2017 wird in Stuttgart die große Sonderausstellung Carl Laemmle presents gezeigt. Ein Leben wie im Film: Als 17-Jähriger verlässt Karl Lämmle 1884 seine Familie im oberschwäbischen Laupheim und wandert aus in die USA. 50 Jahre später ist er ein legendärer Hollywood-Produzent und Boss eines internationalen Filmkonzerns. Anlässlich seines 150. Geburtstags am 17. Januar 2017 zeigt das Haus der Geschichte Baden-Württemberg die weltweit erste umfassende Carl-Laemmle-Ausstellung. Es werden auch noch nie ausgestellte Objekte aus den USA, aus seiner Heimat und aus anderen Ländern zu sehen sein. mehr

90 Jahre nach der Uraufführung von METROPOLIS am 10. Januar 1927 präsentiert die Universitäts- und Stadtbibliothek Köln (USB) eine Ausstellung mit einem großen Rahmenprogramm über den Filmklassiker, der 2001 in das Weltdokumentenerbe der UNESCO aufgenommen wurde. Die Schau "Fritz Langs Metropolis" wird bis zum 20.02.2017 gezeigt. mehr

Viele Kinotipps für Freudinnen und Freunde des frühen Films findet man im Kalender von Stummfilm Magazin. So sind am 24.12.2016 "Das Kalte Herz" (1933/2016) in Zürich, Chaplins "The Circus" (1928) am 25.12.2016 in Berlin, und die "Die Apachen von Paris" (1927) am 27., 28. und 29.12.2016 in Hamburg auf der Leinwand zu sehen. mehr
Bild/Ausstellungsplakat: Haus der Geschichte Baden-Württemberg

mob 2 250Am 10. Januar 1927 kam Fritz Langs Metropolis in die Kinos. Genau 90 Jahre später wird die Uraufführung des einflussreichen Monumental-Stummfilms mit zwei Filmvorführungen gewürdigt.

Am Dienstag, den 10. Januar 2017, vertont das neu gegründete Metropolis Orchester Berlin "Metropolis" im Berliner Babylon Kino. Dirigiert wird das Ensemble von Burkhard Götze. Weitere Vorstellungen sind für den 11. und 12. Janaur 2017 angesetzt. Zur Unterstützung des Orchesters wurde ein Crowdfunding-Initiative gestartet. mehr

In Köln spielt am gleichen Tag das Kammerorchester der Universität zu Köln unter Leitung von Michael Ostrzyga in der Aula der Universität zu Köln. Eine Einführung wird Dr. Gerald Köhler vom Institut für Medienkultur und Theater geben. Am 19. Februar 2016 ist dann eine weitere Aufführung im Kölner Filmforum (Museum Ludwig) live zu erleben. mehr
Foto: Metropolis Orchester Berlin

Am Montag, den 26. Dezember 2016, wird im Historischen Stadttheater Weißenhorn der Dokumentarfilm "Nanuk, der Eskimo" aus dem Jahr 1922 gezeigt.

Robert J. Flahertys Nanook of the North, so der amerikanische Originaltitel, gilt als enorm einflussreich für die Entwicklung des Dokumentarfilms. Er schildert den Alltag einer Eskimofamilie in der Arktis. In Weißenhorn/Bayern begleiten Esther Kretzinger (Sopran) und das EMU Ensemble den Film. mehr

die stadt ohne juden filmarchiv austria 250 01Nach dem erfolgreichen Abschluss der weltweit beachteten Crowdfunding-Initiative zur Rettung von Hans Karl Breslauers Die Stadt ohne Juden (1924), lud das Filmarchiv Austria am 15. Dezember 2016 zu einem Pressegespräch in das METRO Kinokulturhaus in Wien ein, um den weiteren Fortgang des Projektes darzustellen. Dabei wurden auch Informationen zur Restaurierung und Veröffentlichung gegeben:

In einer ersten Phase werden nun die wichtigsten Sicherungsmaßnahmen zur Filmrettung von "Die Stadt ohne Juden" umgesetzt. Dazu zählt die mechanische Restaurierung, die optisch-chemische Umkopierung des fragilen Nitrofilmoriginals, sowie eine erste Digitalisierung. Nach der Schließung des letzten österreichischen Filmkopierwerkes, der Synchro Film in Wien im Frühjahr 2016, müssen alle klassischen Umkopierungsarbeiten in einem auf Archivfilm spezialisierten internationalen Filmlabor durchgeführt werden.

Der wichtigste Schritt ist die Überspielung des teilweise beschädigten Nitrofilmpositivs auf modernes 35mm-Sicherheitsfilmmaterial. Dabei wird zunächst ein neues 35mm-Negativ und dann eine 35mm-Vorführkopie hergestellt. Diese klassische analoge Sicherungsmethode gewährleistet eine sehr lange Haltbarkeit und bietet die optimale Voraussetzung für die Digitalisierung. Die analoge Filmkopie wird anschließend in höchster Auflösung (4K) gescannt, die daraus gewonnenen Rohdaten bilden die Basis für die digitale Filmrestaurierung.

In Phase zwei erfolgt dann die Rekonstruktion des gesamten Quellenmaterials, dies umfasst auch eine neue Umkopierung der ursprünglichen Nitrofilmquelle aus den Niederlanden. Begleitet von renommierten FilmwissenschaftlerInnen wird der neue Fund aus Frankreich mit dem bestehenden Material abgeglichen und in der filmphilologischen Rekonstruktion zu einer neuen integralen – möglichst an die Ursprungsversion angenäherten – Fassung zusammengefügt. Nach derzeitigem Erkenntnisstand ist davon auszugehen, dass die nun möglich werdende neue Rekonstruktion von "Die Stadt ohne Juden" eine sehr hohe Übereinstimmung mit der 1924 herausgebrachten Originalfassung dieses österreichischen Stummfilms aufweisen wird.

Das vollständig rekonstruierte Material wird anschließend mit den Methoden der digitalen Filmrestaurierung unter Bedachtnahme auf die besondere Anmutung des analogen Originals technisch optimiert. Mit den in Zusammenarbeit mit dem Filmarchiv Austria in Österreich entwickelten Spezialprogrammen zur elektronischen Bildbearbeitung werden die Filme Kader für Kader restauriert. Maßgebliche Verbesserungen lassen sich vor allem im Bereich der Bildstabilisierung, Staub- und Kratzerentfernung, Farbangleichung sowie in Bezug auf das Generieren fehlender Bildteile erzielen. Bei "Die Stadt ohne Juden" werden etwa 100 000 einzelne Filmkader bearbeitet. Anschließend werden die digital restaurierten Daten wieder auf 35mm-Film ausbelichtet.

Für die Finanzierung der Phase 2 hofft das Filmarchiv Austria auf die Unterstützung der öffentlichen Hand. Einige private Organisationen haben bereits zugesagt, bei der Co-Finanzierung behilflich zu sein.

Festival-Aufführungen, Fernsehausstrahlungen, DVD/Blu-ray-Veröffentlichung, Ausstellung ...

die stadt ohne juden filmarchiv austria 250 02Nach Fertigstellung der digitalen Rekonstruktions- und Restaurierungsarbeiten kann "Die Stadt ohne Juden", über 90 Jahre nach der Erstaufführung, erstmals wieder in einer nahezu vollständigen und authentischen Fassung präsentiert werden. Die feierliche Erstaufführung der neu restaurierten Fassung von "Die Stadt ohne Juden" soll im Spätherbst 2017 am Vorabend des Jubiläumsjahres „100 Jahre Republik 2018“ erfolgen.

Für dieses außergewöhnliche Stummfilm-Projekt plant das Filmarchiv Austria eine ebenso außergewöhnliche Begleitmusik erstellen zu lassen. Nachdem es zu "Die Stadt ohne Juden" keine überlieferte Originalmusik gibt, wird eine Neukomposition ins Auge gefasst. Schon in nächster Zeit werden Gespräche mit hochkarätigen MusikerInnen und KomponistInnen geführt. Ziel ist die Produktion einer großen Film&Live-Musikfassung, die ab 2018 in Wien und in verschiedenen internationalen Musiktheater- und Konzerthäusern präsentiert werden soll.

Auch aufgrund der weltweiten Medienresonanz sind bereits diverse Anfragen betr. Aufführungen und Fernsehausstrahlungen eingelangt, u.a. seitens des MOMA in New York, von diversen internationalen Filmfestivals (z.B. Jerusalem Filmfestival, Hollywood Filmfestival), sowie von Fernsehsendern in Deutschland, Frankreich, Russland, Israel, usw. Für die USA steht eine Präsentationstournee in Diskussion, hier gibt es seit vielen Jahren großes Interesse an der Wiederaufführung einer vollständigen Fassung von "Die Stadt ohne Juden". In Amerika gilt der Film nach wie vor als Meilenstein für die filmkünstlerische Antizipation des Holocaust in Europa.

Ein weiteres konkretes Projekt ist die Veröffentlichung der rekonstruierten Originalfassung in Form einer DVD bzw. Blu-ray (hier ist ein auch US-weiter Vertrieb geplant) sowie einer wissenschaftlichen Begleitpublikation, die auf die film- und zeithistorische Dimension von "Die Stadt ohne Juden" Bezug nimmt. Diese Publikation wird in Zusammenarbeit mit den renommierten Historikern Prof. Frank Stern (Institut für Zeitgeschichte, Universität Wien) und Prof. Klaus Davidowicz (Institut für Judaistik, Universität Wien) herausgegeben und erscheint im verlag filmarchiv austria Ende 2017/Anfang 2018.

Ein besonderes Highlight wird die Konzeption einer Ausstellung rund um den Film "Die Stadt ohne Juden" im Metro Kinokulturhaus in Wien sein. Diese für den Spätherbst 2017 vorbereitete große Schau befasst sich mit dem Verhältnis von Kino, jüdischer Kultur und Zeitgeschichte in den Jahren 1918 bis 1938 und wird der kritische Beitrag des Filmarchiv Austria zum Republiksjubiläum 2018 und den geplanten Aktivitäten rund um das Haus der Geschichte sein. Mit dieser Ausstellung soll auch demonstriert werden, wie das filmische Erbe Österreichs in die zeitgemäße Museumsarbeit zur Vermittlung von Zeitgeschichte eingebunden werden kann.

Textquelle und Fotos: Filmarchiv Austria

Der australische Schauspieler und Komiker Clyde Cook wurde vor 125 Jahren, am 16. Dezember 1891, in Port Macquarie (New South Wales) geboren. 

In der Stummfilmzeit war Cook, der auf der Leinwand durch seinen auffälligen Oberlippenbart und die akrobatischen Körperbewegungen auffiel, Star vieler amerikanischer Kurzfilmkomödien. Er spielte an der Seite von Oliver Hardy, Lon Chaney senior, Pola Negri und anderen. Er starb am 13. August 1984 in Carpinteria (Kalifornien). mehr

Der amerikanischer Filmproduzent Walt Disney starb vor 50 Jahren, am 15. Dezember 1966, in Burbank (Kalifornien). Er gehört zu den prominentesten Persönlichkeiten der Filmbranche im 20. Jahrhundert.

Schon in der Stummfilmzeit fertigte Disney, der als Walter Elias Disney am 05. Dezember 1901 in Chicago (Illinois) geboren wurde, Werbefilme und Cartoons an, unter anderem "Laugh-o-Grams" genannte Trickfilme. Gemeinsam mit Ub Iwerks entwickelte er dann für Universal die seinerzeit sehr populäre Zeichentrickfilmfigur Oswald der lustige Hase, die Hauptperson einer ganzen Filmreihe war. Oswald gilt als Vorläufer der weltberühmten Figur Micky Mausmehr

die stadt ohne juden filmkader filmarchiv austria 250 2016Kommentar zur Crowdfunding-Initiative des Filmarchiv Austria, die unter dem Motto "Save the past for the future!" stand, zur Rettung von Hans Karl Breslauers Die Stadt ohne Juden (1924)

715 Menschen, darunter eine beeindruckend großzügige anonyme Spenderin, haben die Rettung eines bedeutenden Stummfilms möglich gemacht. Die Unterstützer/innen haben ihre Herzen und ihre Portemonaies geöffnet und 86.419 Euro (!) zusammengelegt, damit ein wichtiges Stück Filmerbe für die Nachwelt erhalten bleibt. Großartig!

Aber: Der Pflege des kulturellem Erbes kann von idealistisch gesinnten Privatpersonen letztendlich nur flankiert werden. Viele tausend unrestaurierte Filme, also Millionen Meter analoges, zersetzungsgefährdetes Trägermaterial aus der Frühzeit des Kinos, schlummern weltweit noch in öffentlichen und privaten Archiven (siehe etwa den Sensationsfund zu Metropolis) oder, wie im Fall von "Die Stadt ohne Juden", auf Flohmärkten, in Schwimmbädern oder anderen möglichen und unmöglichen Orten. Sie warten ebenfalls darauf, entdeckt, restauriert oder zumindest professionell konserviert zu werden. Eine Herkulesaufgabe, die durch Crowdfunding-Aktionen, Mäzenatentum und anderes bürgerschaftliches Engagement nicht befriedigend gelöst werden kann. Die beeindruckende Initiative des Filmarchiv Austria eignet sich (leider) nicht zur Blaupause für unbegrenzt viele, ähnlich gelagerte Rettungsaktionen.

Eine deutlich größere strukturelle finanzielle Ausstattung der Filmbewahrer ist also angesagt, um (zumindest) die wichtigsten Restaurierungsprojekte auf der Höhe des derzeit technisch und handwerklich Möglichen gewährleisten zu können. Viele Filmarchive und -museen rund um den Globus können ein Lied von einer zu schmalen finanziellen Ausstattung singen (siehe zum Beispiel die Initiative Filmerbe in Gefahr). Bei der Linderung dieser weltweit misslichen Situation sind staatliche und internationale Institutionen gefragt. Und zum Beispiel auch Unternehmen, wie etwa die großen, weltweit operierenden Digital-/Medienkonzerne und Social-Media-Plattformen, die an (oftmals aufwändig produzierten) Inhalten verdienen, indem sie sie selektieren, zusammenstellen und vertreiben, diese aber nicht selbst herstellen.

Die Bewahrung von Kulturgut – egal ob es Filme, Gemälde, Fotos oder Papyrusrollen sind – ist ohne Zweifel eine immense Herausforderung. Eine Herausforderung, die sich aber lohnt mit Elan und ausreichenden finanziellen Mitteln anzunehmen – auch in Zeiten, in denen viel von knappen Kassen geredet wird. Denn aus den Erfahrungen und Erkenntnissen früherer Generationen Hinweise für erfolgreiches Handeln im Hier und Jetzt zu filtern, ist lohnenswert und allemal günstiger, als "das Rad immer wieder neu zu erfinden".

Gerade im Kulturbereich entstehen oftmals außergewöhnliche Sichtweisen auf die Dinge, die die Welt bewegen. Diese schöpferische Vielfalt, auch wenn sie mitunter als kontrovers und provozierend empfunden wird, ist ein wichtiges Kennzeichen lebendiger und demokratischer Gesellschaften. Sie gilt es zu bewahren und zu fördern. Für diese offene, solidarische und respektvolle Grundhaltung stehen der Film "Die Stadt ohne Juden" und die zurecht vielbeachtete Crowdfunding-Aktion des Filmarchiv Austria.

"Save the past for the future!" – man kann es nicht besser sagen!

Frank Hoyer, Herausgeber Stummfilm Magazin
Foto: Filmarchiv Austria

filmarchiv austria crowdfunding 250 11 2016Am 10. Dezember 2016 ist die Crowdfunding-Initiative des  Filmarchiv Austria zur Rettung des Stummfilms Die Stadt ohne Juden (1924) erfolgreich zu Ende gegangen.

715 Unterstützer/innen aus Österreich, Deutschland und weiteren Ländern haben insgesamt 86.419 Euro gespendet, die Zielsumme von 75.000 Euro wurde damit deutlich überschritten. Es ist das bislang größte österreichische Crowdfunding-Projekt im Kulturbereich.

Während eines Pressegesprächs am 15. Dezember 2016 wird das Filmarchiv Austria einen Rückblick auf die Crowdfunding-Aktion geben, erstmals Ausschnitte aus den neu aufgefundenen Filmszenen in Projektion zeigen sowie den weiteren Restaurierungs- und Veröffentlichungsplan erläutern. mehr
Foto: Filmarchiv Austria

Der deutsche Filmregisseur und Drehbuchautor Ewald André Dupont, auch E. A. Dupont genannt, starb vor 60 Jahren, am 12. Dezember 1956, in Los Angeles. Er wurde am 25. Dezember 1891 in Zeitz geboren.

Mit Die Geierwally schuf er 1921 die erste deutsche Literaturverfilmung des gleichnamigen Buchs von Wilhelmine von Hillern mit Henny Porten in der Hauptrolle. Sein im Zikusmilieu spielendes Drama Varieté war einer der finanziell einträglichsten Filme von 1925 in Deutschland. Nach diesem Erfolg konnte er sich unter anderem auch in Großbritannien als Regisseur betätigen. Dort entstand Piccadilly (1929), ein meisterhaft inszeniertes Filmdrama mit Anna May Wong. mehr
Digitale Restaurierung von Varieté (2015)
DVD Varieté
DVD Piccadilly

In einer umfassenden Sonderausstellung widmet sich das Frankfurter Städel Museum bis zum 19. März 2017 einem zeitlosen Thema: der spannungsgeladenen Beziehung zwischen Mann und Frau und deren Darstellung in der Kunst.

"Geschlechterkampf. Franz von Stuck bis Frida Kahlo" beleuchtet die künstlerische Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen und -beziehungen von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Anhand von über 150 Werken zeigt die Schau, wie kontrovers Künstlerinnen und Künstler der Moderne auf die Konstruktion von Geschlechtermodellen reagierten und wie sie Stereotypen, Idealbilder und Identifikationsfiguren in Malerei, Skulptur, Grafik, Fotografie und Film behandelten.

Im Rahmen der Ausstellung werden auch Ausschnitte aus Stummfilmen gezeigt, so aus Metropolis (Deutschland 1927), Ekstase (Tschechoslowakei/Österreich 1933), Die Muschel und der Kleriker (Frankreich 1927) und Ein andalusischer Hund (Frankreich 1929). mehr

Im Rahmen der Filmreihe zum 50-jährigen Bestehen der Murnau-Stiftung findet am Mittwoch, den 14. Dezember 2016, um 20.15 Uhr die Weltpremiere der digitalen Fassung von Wege zu Kraft und Schönheit im Wiesbadener Murnau-Filmtheater statt.

Der 1925 von Wilhelm Prager und Nicholas Kaufmann inszenierte Kulturfilm schildert die Entwicklung der rhythmischen Gymnastik hin zum Massensport. Der in der Kulturabteilung der UFA konzipierte Stummfilm zeigt Sport-, Gymnastik- und Tanzvorführungen, aber auch die römische Badekultur. Darin wird der menschliche Körper – für die damalige Zeit ungewohnt freizügig – im Stil der Antike inszeniert und es werden zahlreiche antike Szenarien nachgestellt.

Der Kulturfilm war beim Weimarer Publikum überaus erfolgreich, auch weil er einen Ausdruck eines Körperbewusstseins widerspiegelte, das seit Beginn des 20. Jahrhunderts unter anderem in Form der Freikörperkultur, der Lebensreformbewegung und des Naturismus allgemeine Popularität genoss.

Rückschauend gilt der Stummfilm aufgrund seiner Vergötzung des menschlichen Körpers als ideologischer Vorläufer des nationalsozialistischen Körperkultes, wie er nicht zuletzt in den späteren Propagandafilmen Leni Riefenstahls zelebriert wurde. Riefenstahl hat in "Wege zu Kraft und Schönheit" einen kurzen Auftritt als Statistin in einer Tanzgruppe.

Der Film wird von Uwe Oberg live am E-Piano begleitet, die Filmwissenschaftlerin Anne Siegmayer führt in das Werk ein. mehr
Textquelle: Murnau-Stiftung

carl laemmle presents ausstellungsplakatVom 09. Dezember 2016 bis zum 30. Juli 2017 wird im Haus der Geschichte Baden-Württemberg die große Sonderausstellung Carl Laemmle presents gezeigt.

Ein Leben wie im Film: Als 17-Jähriger verlässt Karl Lämmle 1884 seine Familie im oberschwäbischen Laupheim und wandert aus in die USA. 50 Jahre später ist er ein legendärer Hollywood-Produzent und Boss eines internationalen Filmkonzerns. Anlässlich seines 150. Geburtstags am 17. Januar 2017 zeigt das Haus der Geschichte Baden-Württemberg die weltweit erste umfassende Carl-Laemmle-Ausstellung. In dem Stuttgarter Museum werden zuvor noch nie ausgestellte Objekte aus den USA, aus seiner Heimat und aus anderen Ländern zu sehen sein.

Sein Aufstieg vom Laufburschen zu einem der erfolgreichsten Filmproduzenten seiner Zeit war der Realität gewordene amerikanische Traum. Carl Laemmle gründete die Universal Studios und machte Hollywood zur Traumfabrik. Das Marketinggenie schuf mediale Großereignisse wie die Eröffnung der Filmstadt Universal City in Los Angeles, erfand das Starsystem und begriff Kino früh als weltweites Geschäft. Unter seiner Ägide entwickelte sich mit Filmen wie „Das Phantom der Oper“, „Dracula“, „Die Mumie“ und „Frankenstein“ das Horrorfilm-Genre. Laemmle und seine Universal Pictures produzierten nicht nur die Masse von mehr als 10.000 Streifen binnen weniger Jahrzehnte, sondern auch weitere Klassiker wie „Onkel Toms Hütte“ und „Im Westen nichts Neues“.

Zu den Ausstellungsstücken gehören Requisiten, Filmplakate, Korrespondenzen und persönliche Gegenstände. Das Haus der Geschichte verhandelte dazu mit Laemmles Nachfahren sowie Institutionen wie dem Archiv der Academy of Motion Picture Arts and Sciences, dem Natural History Museum Los Angeles und dem National Filmcenter Tokyo. Die Schau in Stuttgart erinnert ebenso an Laemmles umfangreiches filmisches Schaffen wie an den Privatmann und sein engagiertes Wirken in seiner alten Heimat.

Der Familienmensch und Patriarch blieb Oberschwaben stets eng verbunden. Er besuchte Laupheim regelmäßig und spendete großzügig für Arme und öffentliche Bauten. Nach seinem erzwungenen Ausstieg aus der Filmbranche 1936 widmete Carl Laemmle seine letzten Lebensjahre besonders einer Rettungsmission: Während der NS-Diktatur ermöglichte er bis zu seinem Tod 1939 wahrscheinlich hunderten deutschen Juden die Auswanderung in die USA. Das Kuratorenteam des Hauses der Geschichte Baden-Württemberg beleuchtet auch mit eigenen Forschungen dieses zuvor wenig untersuchte Kapitel der Biographie Carl Laemmles. mehr
Text und Bild (Ausstellungsplakat): Haus der Geschichte Baden-Württemberg

Der französische Filmpionier Georges Méliès wurde vor 155 Jahren, am 08. Dezember 1861, in Paris geboren, wo er am 21. Januar 1938 auch starb.

Méliès Name ist wie kaum ein anderer mit der Entstehung des Kinos und der Erfindung des erzählenden Films verknüpft. Von seinen über 400 Filme, die er von 1886 bis 1913 drehte, sind etwa die Hälfte erhalten. Viele seiner Werke bestechen durch den fantasievollen, "magischen" Einsatz von Filmtricks wie Stop-Motion und Doppelbelichtungen. Mit Le Voyage dans la Lune ("Die Reise zum Mond") drehte er 1902 den ersten Science-Fiction-Film der Kinogeschichte.

Martin Scorsese drehte mit Hugo Cabret (USA 2011) eine Hommage an den Filmmagier, die bei der Oscarverleihung im Jahr 2012 mit fünf Trophäen ausgezeichnet wurde. mehr

Virtuelle Ausstellung

filzinger foto dif

Die Online-Ausstellung "Das Kino des Ersten Weltkriegs: Einsichten in eine transnationale Mediengeschichte" zeigt mit historischem Film- und Fotomaterial, wie Filmausschnitte, Fotografien und Plakate, ein umfassendes Bild der Filmgeschichte des Ersten Weltkriegs zeichneten. mehr

Regensburg 2017

Vom 10. bis 19. August 2017 findet im Klosterhof des Historischen Museums die 35. Regensburger Stummfilmwoche statt. mehr

Bonn 2017

die kleine veronika foto foerderverein filmkultur bonn eV

Vom 10. bis 20. August 2017 finden die 33. Internationalen Stummfilmtage im Arkadenhof der Bonner Universität statt. mehr

Ausstellung in Wien zur Frühgeschichte des Kinos

archiv der schaulust filmarchiv wien 250 2

In der aktuellen Schau "Archiv der Schaulust" präsentiert das Filmarchiv Austria erstmals seine einzigartige Sammlung zur Geschichte des Kinos in der Donaumonarchie. Die Ausstellung läuft bis zum 31. Juli 2017. mehr

Pordenone 2017

Das international bedeutendste Stummfilmfestival "Le Giornate del Cinema Muto" wird jedes Jahr in Pordenone/Italien veranstaltet. Es findet in 2017 vom 30. September bis 07. Oktober statt. mehr ...

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