filmspule bunt 250 1Auch in 2020 veranstaltet das Lichthaus Kino Weimar in Kooperation mit dem Kunstfest Weimar, der Bauhaus-Universität Weimar und dem Stadtarchiv Weimar die Stummfilm-Retrospektive "Überreizung der Phantasie – Filme der Weimarer Republik in den Weimarer Kinos".

In seiner zweiten Ausgabe blickt die Filmschau einhundert Jahre zurück, in das Jahr 1920. Vom 02. bis 10. September 2020 laufen im Lichthaus die Kassenschlager, die die Spielpläne des Jahres 1920 dominierten, aber heute eher selten im Stummfilm-Kanon auftauchen: Sensationsfilme, Kriminalfilme, Historienfilme, exotische Abenteuer und dänischer Science Fiction. Stummfilm Magazin ist Medienpartner der Stummfilm-Retrospektive "Überreizung der Phantasie".

Neben Klassikern wie "Cabiria" von Giovanni Pastrone stehen groteske Werke wie "Romeo und Julia im Schnee" von Ernst Lubitsch auf dem Programm. Bemerkenswert sind Fundstücke wie die "Die Bodega von Los Cuerros" von Erik Lund oder die selten gezeigte Verfilmung von "Die Brüder Karmasoff" von Carl Froehlich. Es werden sowohl 35mm-Kopien also auch neue digitale Restaurierungen zum Einsatz kommen. Flankiert werden die Filme von zeitgenössischen Wochenschauen sowie Einführungen und Nachgesprächen.

Musikalisch live begleitet werden alle Filme von namhaften Musikern der internationalen Stummfilmmusik-Szene, den Pianisten, Violinisten, Komponisten und Dirigenten Günter A. Buchwald aus Freiburg, John Sweeney aus London, Richard Siedhoff aus Weimar, den elektroakustisch versierten Matthias Hirth aus Dresden, dem Oboisten Mykyta Sierov aus Kiew, und als besonderer Gast den Betreiber und Pianisten des legendären Wanderkinos, Tobias Rank.

Das große Highlight wird am 03. September 2020 die Uraufführung der rekonstruierten Originalmusik von Dr. Hans Landsberger zu Paul Wegeners berühmten Film "Der Golem, wie er in die Welt kam" live zu einer neuen Filmrekonstruktion des Filmmuseums München sein. Alle Werke des jüdischen Komponisten Landsberger, der ein Opfer des Holocausts wurde, galten als verschollen, bis 2018 seine Golem-Musik wieder auftauchte. Richard Siedhoff hat sie in zweijähriger Arbeit rekonstruiert und wieder für Orchester eingerichtet. Es spielt die Staatskapelle Weimar in kleiner Besetzung unter der Leitung von Burkhard Götze, einem Nachwuchstalent auf dem Gebiet der Kino-Dirigenten. Die Veranstaltung findet um 18:00 sowie 21:00 Uhr im großen Haus des Deutsches Nationaltheaters Weimar statt.

Flankiert wird die Golem-Aufführung von dem Vortrag "Auf der Suche nach dem Golem" vom Stefan Drößler, Leiter des Filmmuseums München, und einer Einführung zu Landsbergers Musik.

Karten können hier vorbestellt werden. Corona-bedingt ist die Anzahl der Sitzplätze begrenzt. Reservierungen sind vorteilhaft aber nicht zwingend notwendig.
Textquelle und Bild: Lichthaus Kino Weimar/Veranstalter

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