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onlineschau sommerfrische filmarchiv austria 250Vom 05. Juni bis 09. Juli 2020 zeigt das Filmarchiv Austria auf seiner Webseite die Onlineausstellung "Kino auf Sommerfrische".

Die Sommerfrische ist die vielleicht schönste Projektionsfläche für alles, was "Urlaub wie früher" meint. Das Heimkinoprogramm des Filmarchiv Austria zeigt, wie sie wirklich war, die "gute alte" Sommerfrische.

Seit Beginn des Kinos eroberten Kameras die schönen Landschaften und produzierten Bilder einer begehrenswerten Welt jenseits des Alltags. Dass sich ganze Regionen in touristische Sehnsuchtsräume verwandelten, das hatte auch ursächlich mit dem neuen Medium Film zutun.

Die historischen Originalaufnahmen aus dem Filmarchiv Austria zeugen von der Freude großer und kleiner Weltentdeckungen im eigenen Land und repräsentieren überdies eine kleine Kulturgeschichte des Reisens im 20. Jahrhundert.

Die Retrospektive "Kino auf Sommerfrische" umfasst vier Schwerpunkte, die jeweils auf einem Kanal im digitalen Heimkino präsentiert werden. Das Programm der vier Kanäle wird wöchentlich gewechselt. Kuratiert wurde die Onlineschau von Susanne Rocca und Ernst Kieninger. Zur Internetseite des Filmarchiv Austria
Textquelle und Bilder: Filmarchiv Austria

Programm

onlineschau sommerfrische filmarchiv austria 250 2Kanal1: K.u.K. Kinoreisen – Mit der Filmkamera durch das alte Österreich
Reisefilme bildeten ein Ur-Genre des Kinos. Das alte Österreich bot den Filmkameras dabei unzählige Traum-Locations und selbst das Kaiserhaus wurde zum Topos; Aufnahmen von Zügen und Schiffen erschlossen das Land aus spektakulären Perspektiven und bahnten den Weg für den Tourismus.

Kanal 2: Postbusreisen vor 100 Jahren – Die Österreich-Expedition des Filmpioniers Karl Köfinger
In den 1920er-Jahren brach der Kulturfilmpionier Karl Köfinger auf, Österreich neu zu entdecken. Im damals aufstrebenden Verkehrsmittel, dem Postbus, fand er ein ideales Vehikel für eine groß angelegte kinematografische Landvermessung, wie man sie bis dato noch nicht gesehen hatte.

Kanal 3: Projizierte Heimat – Tourismus und Folklore in der Ständestaat-Wochenschau der 1930er-Jahre
Im austrofaschistischen Ständestaat der 1930er-Jahre wurde der Heimatbegriff mit neuer Bedeutung aufgeladen. Beim Rebranding half vor allem das Kino und die staatliche Wochenschaupropaganda, die Österreich als sich selbst genügendes Land voller Traditionen und Brauchtum repräsentierte.

Kanal 4: Reisefieber in Agfacolor – Tourismus- und Fremdenverkehrsfilme der 1950er- und 1960er-Jahre
Zuckerlrosa und in den schönsten Pastelltönen schillerten die Tourismusfilme der 1950er-und 1960er-Jahre. Diese charmanten Kleinode verkündeten die große Urlaubs- und Reisesehnsucht nach dem Zweiten Weltkrieg und dokumentierten die letzte Ära der klassischen Sommerfrische.