filmspuele lila 250Die Reihe "Berlinale Classics" startet am 21. Februar 2020 im Friedrichstadt-Palast mit der Aufführung von Paul Lenis Stummfilmklassiker "Das Wachsfigurenkabinett".

Die digitale Restaurierung der Deutschen Kinemathek und der Cineteca di Bologna wird mit neuer Musik des Ensembles Musikfabrik aus Nordrhein-Westfalen unter Leitung der schweizerisch-australischen Dirigentin Elena Schwarz bei den 70. Internationalen Filmfestspielen Berlin erstmals präsentiert.

"`Das Wachsfigurenkabinett´ ist ein Höhepunkt und zugleich fast der Abschluss des expressionistischen Films. Traumhaft verspielte Filmarchitektur, gestaltet von Paul Leni, für eine zwischen Realität und Halluzination fluktuierende Geschichte, in der Emil Jannings lustvoll chargiert, Conrad Veidt düsteren Schrecken verbreitet und der unheimliche Werner Krauß dem biederen Wilhelm Dieterle nachsetzt. Einfach unvergleichlich“, kommentiert Rainer Rother, Leiter der Retrospektive und Künstlerischer Direktor der Deutschen Kinemathek.

Die neue Filmmusik kombiniert fünf akustische Instrumente (Klarinette, Posaune, Viola, Gitarre, Perkussion) mit zwei Keyboards und Live-Elektronik, um "Das Wachsfigurenkabinett" in all seinen Arabesken auszuleuchten. So wie der Film viele Facetten des Kunst- und Genre-Kinos vereint, bewegt sich auch die Musik von Bernd Schultheis, Olav Lervik und Jan Kohl auf einem schmalen Grat zwischen Neuer Musik und Filmmusik, Volksmusik und Pop. In der Auftragsarbeit von ZDF/ARTE entwerfen die Komponisten ein gleichermaßen intelligentes wie vergnügliches Vexierspiel musikalischer Formen und Farben.

Die deutsche Originalfassung des "Wachsfigurenkabinetts" ist nicht überliefert. Für die digitale Bearbeitung standen zeitgenössische Nitratkopien der englischen, französischen und tschechischen Fassung sowie davon gezogene weitere filmische Elemente zur Verfügung. In einem Kooperationsprojekt der Deutschen Kinemathek und der Cineteca di Bologna wurde der Film bei L’Immagine Ritrovata in 4K-Auflösung digitalisiert und in 2K restauriert. Das Farbkonzept sowie die englischen Zwischentitel basieren auf einer viragierten und getonten Nitratkopie aus dem British Film Institute (BFI), die als Hauptelement für die Restaurierung diente. Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien förderte die digitale Restaurierung.

Die Weltpremiere der digital restaurierten Fassung in Berlin ist eine Kooperation der Internationalen Filmfestspiele Berlin mit der Deutschen Kinemathek und dem ZDF in Zusammenarbeit mit ARTE. Die TV-Premiere findet auf ARTE am Montag, den 24. Februar 2020 statt; zeitgleich erscheint die Blu-ray/DVD bei absolut Medien.
Textquelle: Pressemitteilung Berlinale; Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

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